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Filed Under (Depression) by Rene Kriest on 20-05-2007

Planen gehört für mich zu einer erfolgreichen Bewältigung der Depression. Obwohl meine Pläne regelmäßig etwa aufgrund von Müdigkeitsattacken über den Haufen geworfen werden, hilft Planung mir, die grobe Richtung beizubehalten.

Medikamentöse Einstellung

Im gesundheitlichen Bereich wünsche ich mir, in zwei Jahren medikamentös optimal eingestellt zu sein. Bislang hat sich die Kombination aus Antidepressivum (Paroxtin) und Stimmungsstabilisator (Lamictal) gut gewährt. Kleinere Höhen und Tiefen gibt es nach wie vor noch, doch ist das eine Ausprägung der Krankheit Depression, mit welcher ich dauerhaft leben und umzugehen immer wieder aufs neue lernen muß.

Erwerbsfähigkeit, Arbeit, Selbständigkeit

Weiterhin möchte ich innerhalb des kommenden Jahres erreichen, arbeitsfähig in meinem Sinne zu sein. Außer in der Selbständigkeit sehe ich gegenwärtig keine Möglichkeit, Fuß auf dem Arbeitsmarkt fassen zu können. Erwerbsunfähigkeit wäre sicherlich eine Möglichkeit, doch halte ich mich hierzu noch für zu kraft- und schwungvoll, als daß ich selbst als erwerbsunfähig betrachte. Alleine, in das gewöhnliche Raster und Muster des Erwerbslebens mit der Tagesstruktur von 9 bis 17 fünf Tage die Woche zu arbeiten, passe ich einfach nicht kraft meiner Krankheit.

Mentale, psychische Gesundheit

Mental möchte ich mich weiter stabilisieren und wider die Depression immunisieren. Mich betrifft der tägliche Kampf wider die Depression genauso wie jeden anderen auch. Pure Freude am Leben habe ich nicht in dem Sinne, als daß ich einem Kinde gleich mit großen Augen durch die Welt ginge. Allerdings ist letzteres Bild meine Idealvorstellung. Nicht selten muß auch ich große Antriebshürden überwinden, um etwas Konstruktives pro Tag leisten zu können.

Optimismus, „Ja, aber…“

Erfolgsmerkmal nahezu sämtlicher erfolgreicher Personen der Geschichte war deren Optimismus. Weniger waren sie überzeugt, in jedem Bereich recht zu behalten oder richtig zu liegen, vielmehr waren sich diese Personen einig, trotz Fehlschlägen wieder auf den Füßen zu landen. Ganz gleich, ob Plan A nicht gut ausgehen würde, waren sie überzeugt, es mit Plan B versuchen zu wollen. Ausdauer spielt in diese Tugend mit hinein. Nicht aufgeben zu wollen, ist das Wesensmerkmal der Personen.

Und so schwer es auch immer wieder fällt, und so sehr man auch immer wieder in diesem Bereich geprüft wird, so sehr bin ich dabei, mich dauerhaft auf Optimismus hin zu impfen. Bislang gründen sämtliche Erfolge der vergangenen Monate auf dieser Einstellung.

Eng verwandt mit dem Optimismus ist das Gegenstück hierzu, die Ausrede „Ja, aber…“. Ja und Aber gibt es nicht. „Aber“ überwiegt und ist ein typisches Bremswort. Mit dem Fuß auf der Bremse kommt man nicht nur bildlich gesprochen aber nicht weiter. Kommende Woche soll die „Ja, aber…“-freie Woche sein für mich. Hierzu habe ich Zettel aufgehängt, die mich von der „Ja, aber…“-Einstellung hinweg zu tatkräftigeren Einstellungen führen werden.

Sonstige Ziele

Mein größter Traum ist es, sonntags abends eine Woche im voraus planen zu können und davon auch den Großteil verwirklichen zu können. Bislang reicht es nicht einmal mehr für einen Tag. Zu sehr macht mir die Müdigkeit einen Strich durch die Rechnung. Gleichwohl gebe ich nicht auf, vgl. Optimismus.

Wie sehen Deine persönlichen Ziele für die kommenden 365 Jahre aus?



Comments:
7 Comments posted on "Wie soll Dein Leben in einem Jahr aussehen?"
Susanne on May 20th, 2007 at 11:32 am #

Ich plane nicht, schon mal schaffe ich einige Tage, aber ich möchte nicht immer Medis nehmen, weil es durchaus sein kann, das die Depression sich abschwächt und ich keine mehr benötige.


small.town.witch on May 20th, 2007 at 1:45 pm #

Mhhh ja, Optimismus ist etwas, was mir völlig abgeht. Was steht auf deinen Zettel? Ich denke, das könnte für mich ein guter Anreiz sein, um auch mal was in dieser Richtung zu unternehmen.


Niki on May 21st, 2007 at 8:36 am #

Lieber René,

ich drücke dir jedenfalls alle mentalen Daumen – schon auch im Voraus. Dein Planungen sind wohlformulierte Metaziele und wenn du, was du rational ja kannst, die passenden Kurz- und Mittelfrist-Kleinschritte = Ziele flexibel planen und umsetzen kannst, dann wirst du hoffentlich gut vorwärts tapseln. Wie hörte ich grade im ARD/ZDF-Morgenmagazin: „Lieber auf einem neuen Weg stolpern, als auf einem alten auf der Stelle treten.“ Du hast ja zumindest den – ja – großen Vorteil, früh erkannt zu haben, was deine Beladenheiten sind. Früher als ich das konnte.

Optimismus – ein schönes Wort. Ich nehme wahr, dass Optimismus gestärkt und begleitet wird von ganz persönlichen emotionalen „Erfolgserlebnissen“. Daran hapert es bei mir seit langer Zeit und ohne diese komme ich auch nicht aus meiner fast apathischen Gleichgültigkeit heraus. Ein Zustand, in dem ich eigentlich keinerlei höheren Emotionen mehr wahrnehmen kann, seit 2004.

Bei Emotionen orientiere ich mich an einer Skala der Emotionen (siehe: http://www.mcs-motivation.info.....ionen.html). Aber, ich schaffe es zumindest, abstinent und relativ frei von suizidalen Gedanken zu existieren. Derzeit wünsch ich mir rational, dass daraus wieder ein Leben werden möge, emotional schau ich, dass die Tage vergehen und wenn ich könnte, würde ich dir einige Stunden Schlaf abnehmen, damit‘s bei mir mindesten 18/Tag würden.

Liebe Grüße

Niki


Norma on May 21st, 2007 at 11:16 am #

Hallo Rene,

erst einmal wünsche ich dir viel Erfolg und Kraft beim Umsetzen deiner Ziele, die du dir gesetzt hast.

Du leidest ja sehr unter deiner Müdigkeit und dem daraus resultierenden fehlenden Antrieb. Könnte es nicht an dem Lamictal liegen?
Ich denke, dass eine Phasenprophylaxe wichtig ist, wenn der Antrieb jedoch zu stark gehemmt ist und die Müdigkeit den Tag bestimmt, könnte eine Korrektur vielleicht ein wenig Linderung verschaffen.

Ich plane nicht so weit im voraus. Wünschen würde ich mir für die nächsten Monate, dass meine neuen Medikamente greifen.
Am Wochenende habe ich mir eine kleine “Wunschliste” gemacht, z.B. Museumsbesuch, ans Meer fahren etc.
Aktivitäten, die leistbar und überschaubar sind. Nichts muß “abgearbeitet” werden, alles ohne Druck, je nachdem wie es mir geht.
Das Aufschreiben und Nachsinnen hat mir Freude gemacht, da es mir ein Spektrum an neuem Erleben eröffnet hat, wo ich vorher dachte ich sitze so sehr fest.

Was mir auch hilft ist, mir in der Mitte und am Ende des Tages bewußt zu machen, was ich trotz der Depression bewerkstelligt habe.
Damit es nicht meinerr Geringschätzung unterliegt schreibe ich es mir manchmal auf.
An diesem Tag und den kommenden 365 Tagen.

Liebe Grüße
Norma


nastorseriessix on May 21st, 2007 at 2:13 pm #

Diese Fragen, wie es in einem Jahr aussieht oder in 1o Jahren, die hasse ich immer ganz besonders. Wüsste ich was in der Zukunft passiert, wäre ich schon lange Millionär.


Rene Kriest on May 21st, 2007 at 8:31 pm #

@niki
Vielen Dank. :)
Irgendwie klingelte es bei mir, daß nahezu jedes Ziel, das man sicht setzt mehr wert ist, als auf der Stelle zu treten. Es ist in der Tat so, daß man sehr wahrscheinlich in 5 und 10 Jahren noch leben wird und daß jeder noch so kleine Schritt täglich/wöchentlich/monatlich gegangen, sich summieren wird. Liest man pro Tag nur zehn Seiten beliebiger Bücher, hat man in 10 Jahren über 30.000 Seiten gelesen, gewissermaßen im vorbeigehen. Mit Zielen gestaltet man seine Zukunft selbst. Das ist sehr, sehr wichtig zu sehen, daß man das kann und daß es sich auch lohnt. Sonst gestalten andere für einen das Leben. Und wer will das schon?
Deine Motivationsskala ist toll! Etwas ähnliches hatte ich auch schon mal angedacht. Danke für den Tip! :)
@Stefan/nastorseriessix
Weshalb magst Du die Frage nicht? Es geht aus meiner Sicht gerade nicht darum, die Lotto-Zahlen der kommenden Jahre zu wissen. Vielmehr geht es darum, jetzt Weichen zu stellen, in welche man kommen möchte, um dann einen Weg anzutreten, der in 1, 2, 3, 5 oder 10 Jahren einen dort hingebracht hat, wo man heute hin möchte.
Mir fällt es auch nicht leicht an Langfristigem festzuhalten, doch gelingt es mir immer mehr (gewissermaßen ein Ziel als Ziel). Wenn man merkt, daß das, was man am Vortag getan hat, heute Früchte trägt; wenn man merkt, daß das, was man vergangene Woche getan hat, diese Woche Früchte trägt usf., so spornt das an. Erfolg durch Erfolg gewissermaßen.


Rene Kriest on May 21st, 2007 at 8:38 pm #

@Norma
Es liegt wohl nicht am Lamictal bzw. meine Möglichkeiten diesbezüglich sind arg begrenzt. Sobald ich tiefer als 200mg/Tag gehe, ist die Depression sofort wieder zurück. Bei Paroxetin ist es ähnlich. Unter 60mg/Tag geht es nicht. Vielleicht ändert sich das auch nocht, mal sehen.
Ich hatte Lamictal auch schon mal abends und spätnachmittags eingenommen. Geholfen hat es leider nichts.
Es ist wirklich so, daß ich unter meiner Antriebslosigkeit bzw. zum Nichtstunverdammtsein wegen der Müdigkeit schon sehr leide. Man kommt sich vor, als stünde man tagelang mit knurrendem Magen vor einem Schaufenster und muß anderen beim Essen zusehen und kann nicht in den Laden, weil man festgekettet ist.
Klar weiß ich, daß es nicht meine Schuld ist usf., doch hilft das wenig. Ich kann nichts machen. Lesen? Ich schlafe ein. Fernsehen? Ich schlafe ein usf.
Am Wochenende habe ich mir eine kleine “Wunschliste� gemacht, z.B. Museumsbesuch, ans Meer fahren etc.
Aktivitäten, die leistbar und überschaubar sind. Nichts muß â€œabgearbeitetâ€? werden, alles ohne Druck, je nachdem wie es mir geht.

So sehe ich das auch, ebenfalls mit dem Notieren von gut Bewältigtem. Jede “Kleinigkeit” zählt, sei es das Aufstehen, Müll rausbringen usf.

Liebe Grüße,

René


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