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Filed Under (Medikamente) by Rene Kriest on 16-09-2006

Seit Freitag befinde ich mich nunmehr in der fünften Woche der Einnahme von Paroxetin, dem zweiten Antidepressivum, das ich eingenommen habe. Zeit also, um ein kleines Resümee zu ziehen. Unter dem Strich bin ich mit dessen Wirkung sehr zufrieden und zwar in folgenden drei Punkten:

Rückfallprophylaxe

Wohl der wichtigste Punkt! Insgesamt bin ich emotional wesentlich stabiler geworden und die häufigen Gemütsausschläge haben sich sowohl hinsichtlich der Ausschläge ins negative (bis hin zu Selbsttötungsabsichten) als auch ins positive (hypomanische Phasen) auf ein erträgliches Maß normalisiert, so daß ich mittlerweile wieder im wesentlichen die Kontrolle über meine Gefühlswelt habe und rational gegensteuern kann.

Einzig zwei schwerer wiegende Rückfälle von einmal eineinhalb und zwei Tagen, also über eine Gesamtdauer von insgesamt dreieinhalb Tagen waren zu beklagen, die mich unwillkürlich ins Bett zwangen. Verglichen mit der Wirkung von Sertralin ist das ein riesiger Fortschritt, zumal auch die Frustrationstoleranz gegenüber der täglichen Unbill und den Widrigkeiten des Alltags massiv gestiegen ist. Alltagsverrichtungen fallen mir ebenfalls nicht mehr so schwer.

Antrieb

Mehr und mehr wundere ich mich über mich selbst, wenn ich meine guten bis sehr guten Tage mit den Tagen meiner depressiven Phase vergleiche. Beinahe schon wie ein hochproduktiver Mensch mute ich an. Viele Dinge, auch objektiv Sichtbares, habe ich verändert und bin viele meiner Wünsche angegangen, so daß man endlich wieder von einer Zielorientierung in meinem Leben sprechen kann. Ohne das Paroxetin wäre mir das nicht möglich gewesen.

Nach tiefer Introspektion hatte ich gerade um die Abitur-Phase herum eine äußerst produktive Zeit, in der ich viel gestaltend aktiv war. Das ist das Ziel und auch – wenn man sich selbst zum Vorbild nehmen möchte – mein inniger Wunsch, an alte Zeiten anknüpfen zu können.

Optimismus

Unter Wegfall von Rückfällen als auch mit gesteigertem Antrieb bleibt eigentlich nur noch die Möglichkeit auf mentaler Ebene, optimistisch ins Leben zu blicken – sofern man das gute Gefühl auch rationalisiert und sich ein konstruktives und positives Weltbild durch Übung erarbeitet.

Hieran arbeite ich mit unermüdlichem Elan und Fleiß. Bereits erwähntes Buch hilft mir merklich hierbei. Dessen Übungen versuche ich immer wieder, im täglichen Leben anzuwenden und zu nutzen.

Mittlerweile habe ich Paroxetin ausgeschlichen und damit abgesetzt. Entsprechende Informationen zu diesem Prozeß habe ich veröffentlicht.



Comments:
10 Comments posted on "Paroxetin – ein erstes Resümee"
Ina Diva on November 29th, 2006 at 1:54 pm #

Hallo!

Ich war mit Paroxetin absolut nicht zufrieden.
Es war das 5. Antidepressiva das ich genommen habe und ich musste die Dosis immer wieder erhöhen, um ein wenig Wirkung zu erlangen.
Nach der Höchstdosis musste ich es also absezten, weil es nun mal nciht höher ging und auch sowieso nicht die gewünschte Wirkung wirklich erzielte.
Ich wollte etwas über das Absetzen von Paroxetin schreiben, da ich damit sehr schlechte Erfahrungen gemacht habe.

Ich hatte sehr starke Entzugserscheinungen, weil es körperlich wohl sehr abhängig macht (Warnung!)
Mir war den ganzen Tag übel, schwindelig, ich war sehr sehr depressiv und konnte nichts mehr machen, außer weinend im Bett zu liegen.
Von daher empfehle ich, dieses Medikament sehr langsam abzusetzen, damit der Körper genügend Zeit hat, sich zu entwöhnen. Wenn man z.B. auf 60mg ist, sollte man 2 Wochen nur 40mg nehmen, dann drei Wochen 20mg, dann 10mg und dann damit aufhören. Abe auf keinen Fall von 60mg auf 40mg für ein paar Tage und so weiter…

Liebe Grüße
Ina Diva


Rene Kriest on November 29th, 2006 at 4:14 pm #

Hallo Ina! :)
Danke für Deinen Kommentar. :)
Tut mir leid, daß Du beim Absetzen so große Widrigkeiten erfahren mußtest. In der Tat scheint Paroxetin sich gegen das rasche Absetzen zu wehren. Ausschleichen ist hier das Gebot.

Paroxetin war mein 2. Antidepressivum und es wirkt gut. Ich nehme auch die Höchstdosis von 60 mg/Tag. Zuvor nahm ich Sertralin ein, was bei mir aber auch in der Höchstdosis (200 mg/Tag) keine positive Wirkung verschaffte, im Gegenteil.

Vor allem auch gegen die Sozialphobie und die Angststörungen wirkt Paroxetin bei mir sehr gut. Alleine deshalb will ich es weiter einnehmen.

Ich hoffe, daß es Dir jetzt besser geht. Welches AD nimmst Du im Moment?

Liebe Grüße zurück,

René


Susanne on December 1st, 2006 at 9:11 am #

“Paroxetin war mein 2. Antidepressivum und es wirkt gut”
Du Glücklicher ;-), bei mir wirkt leider nichts zufriedenstellend.


Rene Kriest on December 5th, 2006 at 8:23 am #

“Wirken” ist relativ. Mit der Depression muß ich mich ja immer noch herumschlagen. Wogegen Paroxetin aber tatsächlich Wunder gewirkt hat, ist meine Sozialphobie als auch Angststörung. Beide sind selbst bei depressiven Schüben nicht vorhanden. Das hilft schon mal.


Ina Diva on December 5th, 2006 at 12:28 pm #

Es ist wirklich toll, wenn dir Paroxtin gut hilft!

Ich nehme Moclobemid 600mg, bin aber nicht gerade zufrieden leider…


Ina Diva on March 7th, 2007 at 8:22 pm #

Wollte mich nochmal melden und berichten, dass ich inzwischen sehr gut mit Moclobemid klarkomme und sich einiges in meinem Leben zum Positiven gewendet hat, was aber natürlich zum Großteil auch an der Therapie liegt!

Schöne Grüße


Alexander Schmidt on March 27th, 2007 at 11:50 am #

Hallo zusammen,

ich habe heute Moclobemid verschrieben bekommen um wieder Herr der Lage zu werden.

Ich hatte mal 40mg/Tag Paroxat genommen und es ging mir recht fix besser. Nur eine lästige Nebenwirkung, die Sexuellen Störungen machen dann auf Dauer doch keinen Spaß.

Nun also mit Maclobemid. Ich hoffe es wirkt ähnlich gut mit weniger Nebenwirkungen. Hat einer hier Erfahrungen gemacht und v.a. wie sieht es mit der Unverträglichkeit gegenüber Tyramin aus. Ich bin etwas verunsichert, was ich denn nun jetzt noch essen darf und was nicht.

Vielen Dank für Eure Hilfe,
Alex


Rene Kriest on March 27th, 2007 at 1:20 pm #

Lieber Alex,

Ina hat einen tollen Artikel über Moclobemid geschrieben. Die Tage werde ich ihn einstellen. Bleib also im doppelten Sine am Ball, denn der Artikel dürfte gerade was für Dich sein. :)
Liebe Grüße und alles Gute,

René


Alexander Schmidt on March 28th, 2007 at 12:14 pm #

Hallo René,

vielen Dank für deine Antwort. Ich hab jetzt zwei Tage Moclobemid genommen und hab nach der Einnahme leicht Kopfweh, sonst gehts noch.

Wann kommt der Artikel von der Ina?

Lieben Gruss axel


Alexander Schmidt on March 28th, 2007 at 12:15 pm #

Hallo René,

vielen Dank für deine Antwort. Ich hab jetzt zwei Tage Moclobemid genommen und hab nach der Einnahme leicht Kopfweh, sonst gehts noch.

Wann kommt der Artikel von der Ina?

Lieben Gruss alex


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