Paroxetin, auch unter den Namen Paxil und Paroxat bekannt, wartet mit heftigen Nebenwirkungen auf, wenn man daran geht, das Antidepressivum abzusetzen. Liest man den Beipackzettel genau durch, kann es einem vergehen, zumal sich die Absetzungssymptome von Sertralin (Zoloft) im Vergleich mit Paroxetin wie easy going wirken.

Wie man das Problem der möglicherweise heftig ausfallenden Absetzungserscheinungen von Paroxetin clever umgehen kann, beschreibe ich sodann.

Von 10 auf 0mg pro Tag runterzukommen – meine Dosis betrug 60mg/Tag -, war eine Tortour und mir letztlich zu derbe vor dem Hintergrund der Nebenwirkungen. Mein Trick war sodann, einen fliegenden Wechsel vorzunehmen.

Innerhalb der Wirkungsklassen kann man problemlos wechseln, also von einem SSRI auf ein anderes. Aus eigener Erfahrung wußte ich, daß Sertralin (auch als Zoloft bekannt) kaum mit auffälligen und langandauernden Absetzungssymptomen daherkam. Statt Paroxetin also mittels Ausschleichens auf 0 zu setzen, ersetzte ich es bei einer Dosis von 10mg/Tag durch Sertralin.

Paroxetin ersetzte ich also durch Sertralin von einem Tage auf den anderen. Die folgenden drei Tage spürte ich spätnachmittags und abends Nebenwirkungen, welche jedoch sehr gering ausfielen verglichen mit jenen, die ich ehedem beim Versuch des Ausschleichens von Paroxetin gegenwärtigte. Schwindel, Übelkeit und ein wenig Bauchschmerzen ermächtigten sich meiner.

Am vierten Tage jedoch war der Spuk vorbei. Nunmehr schleiche ich Sertralin aus, das ich in einer minimalen Dosis nehme.

Ich denke, daß der Trick die ideale Möglichkeit darstellt, Paroxetin, das bisweilen äußerst heftig wider seine Absetzung wehrt, äußerst sanft und schonend abzusetzen.

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Comments:
24 Comments posted on "Ein genialer Tip, um Paroxetin sanft und schonend abzusetzen und die starken Absetzungssymptome sicher zu verhindern"
Alexander on October 17th, 2007 at 12:18 am #

Hallo erstmals,

ich schaue ab und zu auf deiner Seite vorbei, habe bis jetzt aber noch nie einen Kommentar verfasst. Ich finde den Blog übrigens sehr gut gelungen, wenn ich auch von der inhaltlichen Seite her in einigen Punkten andere Ansichten vertrete. Die Implementierung eines solchen Blogs kostet mit Sicherheit sehr viel Mühe und Zeit und zeigt daher dass man auch mit Depressionen noch etwas leisten kann (auch wenn es einem ein gaaaanz bisschen schwerer fällt) :)

Naja um was es eigentlich geht: Also die Idee mit der Umstellung auf einen anderen SSRI is von der theoretischen Überlegung her “perfekt”, ich habe nur meine Zweifel ob es praktisch dann wirklich so funktioniert, ich hoffe es für dich.
Ich hatte jetzt oder sagen wir besser habe derzeit auch das Vergnügen Paroxetin abzusetzen, ein wirklich köstliches Unterfangen!
Die Wirkung von Paroxetin war bei mir insgesamt leider nicht zufriedenstellend, denn ich war eine Woche sehr gut drauf und die nächste wieder nicht, also die Wirkung war permanent schwankend und das ist eine sehr unangenehme Sache. Trotzdem hatte mir Paroxetin als Erstmedikament eindrucksvoll gezeigt, was durch Medikamente möglicherweise erreichbar wäre.
Wegen der Schwankungen gab mir meine Psychiaterin diesen August Lamotrigin und es wirkt bei mir wirklich phänomal, also eigentlich nicht stimmungsstabilisierend sondern für sich total antidepressiv und antriebssteigernd. Vor allem eben der Antrieb, mein jahrelanges Hauptproblem, scheint durch dieses Medikament wirklich gelöst (ich kann einen Tag lang wach bleiben ohne Schlafattacke!!! :D ). Durch die enorme Eigenwirkung des Lamictal, die ich wirklich nicht erwartet hatte, entschloss ich mich Paroxetin abzusetzen und zwar von 50 mg weg. Auch ich dachte, dass die Absetzjammerei etwas übertrieben wäre, zumal ich zwar so ziemlich die ganze Bandbreite der Nebenwirkungen des Paroxetin erleben durfte, aber das eigtl. relativ gut weggesteckt habe, wenn dafür die Wirkung in Ordnung war, denn wer wirklich einmal den Schrecken dieser Krankheit erlebt hat, der tauscht viel ein, nur damit er dieses Leiden los wird ;) .
Daher habe ich auch sehr schnell reduziert, d.h. von 50 auf 30, dann 2 Wochen gewartet und dann innerhalb von 2 Wochen auf 0. Daraufhin hatte ich extremen Schwindel und musste sozusagen – meines Zeichens Paroxetin-Abhängiger :) – wieder eine gewisse Dosis nehmen und zwar 15 mg (da warn die Beschwerden weg). Das letzte Monat habe ich damit verbracht auf 0 zu kommen, was mir auch mit etwas unangenehmen Schwindel geglückt ist. Seit 3 1/2 Wochen bin ich jetzt auf 0 mg und habe seitdem keinen Schwindel mehr, doch danach begann eine andere Art von Absetzsymptomen und scheinbar die längerfristigen: Permanentes leichtes Kopfweh mit hie und da starken Episoden, permanentes extrem intensives Träumen und ziemlich schlechte Auswirkungen auf meine Stimmung, meine Wachheit, meine Ängste und teilweise auch meine Zwänge. Gottseidank wirkt das Lamotrigin so gut, dass die wirklich schreckliche Verfassung meist nur 1 Tag lang ist, dann geht es wieder recht gut und dann haut es mich wieder runter. Dieses Spiel spiele ich jetzt seit knapp vier Wochen. Z.B. gestern war ich vööölllig lustlos, ich bin im Grunde den ganzen Tag nur herumgesessen und bekam eine richtige Existenzangst, weil ich nicht wusste, wie ich in einer solchen Verfassung – und man weiß ja nie wie lange das andauert – die nächsten Tage Arbeit bzw. Studium schaffen sollte. Gottseidank bin ich heute in der Früh wieder besser aufgestanden, vor allem antriebsmäßig, was mit Sicherheit auf das Lamotrigin zurückzuführen ist. Leider will halt das Träumen und das permanente Kopfweh nicht und nicht weggehen und solange diese zwei Symptome noch da sind, weiß ich (weil ich das Träumen und Kopfweh schon als n
Einstellungsreaktionen des Nervensystems bei Dosiserhöhungen kenne) dass die Anpassung des Nervensystems ohne Paroxetin noch nicht geschehen ist.

Naja ich hoffe jedenfalls für dich, dass du diese die Stimmung betreffenden Absetzsymptome die ich jetzt nach dem völligen Absetzen durchmache, nicht ebenfalls erleben musst (die anderen hast du ja glücklicherweise eh schon)

Persönlich bin ich gespannt bzw. wird es für mich sehr wichtig, wie das Lamictal alleine wirken wird. Von der bisherigen Wirkung her, die halt immer wieder durch die Wucht der Absetzsymptome unterbrochen wurde, müsste das Lamictal eigentlich allein wirken und das sehr gut (vielleicht eine Symptomfreiheit??, noch dazu hat es bei mir außer schlechteres Einschlafen – wie lächerlich im Gegensatz zu anderen Problemen – keine Nebenwirkungen), doch Gewissheit werde ich erst in einigen Wochen, wenn nicht sogar Monaten haben, also ein Schicksal, das ich mit vielen Kranken teile, die auch mit Medikamenten behandelt werden bzw. noch das richtige finden müssen: Warten, warten, warten und nebenbei irgendwie durchhalten!

LG Alexander


Nicole on August 25th, 2008 at 10:00 pm #

Hallo,
ich habe jetzt auch über ein jahr paroxetin eingenommen und zwar 80mg/tag. ich war noch nie einfach, bin zur kur gefahren und habe danndiese blöden pillen nehmen müssen. ich dachte mir geht es dann eigentlich besser, aber das gegnteil hat sich raus gestellt.

Ich war nur noch auf zank aus und streit. es ist soweit gegangen, das mein lebensgefährte sich von mir getrennt hat, weil man es mit mir nicht mehr aushalten kann. ich habe nun die tabletten vor zwei wochen einfach abgesetzt, von jetzt auf gleich.

zugegeben, mir ging es die ersten tage nicht besonders gut, aber ich wollte wieder die werden die ich war, meinen kindern und meinem lebensgefährten zu liebe.

ich dachte paroxetin hilft einem auf den bode der tatsachen zurück zu kommen. wie kann es denn dann das ich so richtig ausflippen kann damit.ß war nie gewalttätig,a ber ich habe mit blumentöpfen geworfen, was natürlich nciht zu entschuldigen ist.

kennt auch jemand das problem?

wäre nett wenn man mir auch erfahrungen schreiben würde.

LG nicole aus seevetal


Persönlichkeitsstörung? on September 27th, 2008 at 2:44 pm #

[...] Du vorher nicht hattest. Auch das Absetzen dieses Medikamentes scheint nicht so einfach zu sein. Paroxetin Liebe Grüße Anne [...]


Birgit on October 5th, 2008 at 10:12 pm #

Hallo !
ich muß sagen ich bin mit paroxetin absoulut zufrieden!
ich bekomme 20 mg mir geht es prima!
und absetzsymtome kenne ich nicht also alles absoulut im grünen bereich!


auch Birgit on October 19th, 2008 at 11:16 pm #

Hallo, besonders an Birgit!

Mit 20 mg hast Du auch keine Absetzsymptome….die habe ich auch bei 5 mg nicht….aber dann.

ich versuche mich schon ewig auszuschleichen, aber es wollte “dank” der Symptomatik nicht gelingen.
Nun habe ich auf Citalopram umgestellt, aber ich merke auch nach einer Woche noch, dass das Paroxetin Zicken macht, allerdings erträglich und in geringem Ausmaß.

Ich hoffe, ich habe den Spuk bald hinter mir!


Katha on November 18th, 2008 at 10:13 pm #

Hallo
Also ich war grad in der Reha und habe erst Citalopram bekommen und zwar gleich 20mg. Ich saß nun passend gleich in der Gruppentherapie als die Tablette das erste Mal ihre Wirkung zeigte….. Ich dachte nur, dass gleich kleine grüne Männchen unter der Tapete hervorkriechen. Es war sehr extrem. Bewegende Wände, bunte Lichter etc. pp. Am zweiten Tag habe ich dann “nur” noch 10mg bekommen, aber wirklich besser gings mir damit auch nicht. Eine Mitpatientin erzählte mir, dass man bei ihr mit 5mg angefangen hat und dann langsam steigerte, was mich ehrlich gesagt schockierte!!!! Naja ich habe mir das Spiel ca. 7 Tage auf 10mg angeschaut, aber als es dann immer noch nicht besser war, habe ich die Tabl. abgesetzt. Man hat mir dann Paroxetin verschrieben und da habe ich dann mit 10 mg angefangen. Ich kann nur bestätigen, dass die nicht ganz so heftig sind, was die Nebenwirkungen betrifft, aber so ganz ohne sind die auch nicht. Citalopram hat bei mir wohl auch außergewöhnliche Nebenwirkungen gezeigt, wie mir der beh. Psychater sagte, aber bei Paroxetin habe ich auch fast alle Nebenwirkungen die auf dem Beipack”aufsatz” stehen.. Zwar treffen alle Anwendungsgebiete von Paroxetin auf mich zu, aber ich habe mich entschlossen, es wieder abzusetzen, weil ich keine Lust habe jeden abend noch Proneurin von Hexal (die im übrigen viel stärker als Atosil wirken, obwohl der gleiche Wirkstoff!!!) zu nehmen, um wieder auf den Teppich zu kommen und einschlafen zu können. Ich schleiche jetzt langsam aus und bin bei 10 mg angekommen, wie ich lese, ist dies wohl auch der schwierigste Teil. Naja ich bin gespannt, aber hoffe das beste, smile! Immerhin habe ich vor der Reha gar keine Tabletten genommen…. Weiß nicht, ob ich das noch lange mitmache, aber so wie bisher kanns auch nicht weitergehen.
Grüße an alle Mitleidenden: Ihr seid nicht allein!!!


auch Birgit on November 29th, 2008 at 4:49 pm #

Hallo Katha,

kann es sein, dass Du etwas missverstanden hast?

Hier gehts ums ABSETZEN der SSRI.

Bei mir haben sich leider die Symptome immer noch nicht gebessert.


Amárandel on December 6th, 2008 at 8:38 pm #

“Mit 20 mg hast Du auch keine Absetzsymptome….die habe ich auch bei 5 mg nicht….aber dann.”

Schön wäre es… Ich bekommen “nur” 20mg und habe jedesmal wenn ich es auch nur vergesse wirklich heftige Begleiterscheinungen… Ich denke mal, dass liegt auch daran wie der Körper der einzelnen darauf reagiert. Durch eine Tumorerkrankung reagiere ich sowieso heftiger auf Medikamente – wer weiß wie andere darauf reagieren *seufz*

Kurzer Hinweis: ich habe Deinen Website-Link entfernt, da ein 403er Statuscode seitens des Servers ausgeworfen wurde. (Ob das Sinn und Zweck sein soll?!)


Lisa on December 8th, 2008 at 1:03 am #

Hallo an Alle,

sorry wenn ich mich einfach so einmische … aber wieso die Medis absetzen? Hat der Psychiater dazu geraten? Das “Problem” (wenn man es so nennen will) ist, dass es zu gut wirkt und man (frau) das Gefühl hat, er/sie wäre wieder gesund … aber wenn ich lese von 80mg auf 0 bin ich ein bißchen schockiert! Ich nehme 20 mg seit 3 Jahren und denke nicht mal daran Paroxetin (ich nehme Paroxedura) abzusetzen, selbst wenn ich seit 3 Jahren keine Panikattacken mehr habe (oder Zwänge und Depressionen), weil ich weiß, dass die Krankheiten noch da sind. Durch die Medis gehen nur die Symptome weg, nicht die Krankheiten.
Wieso also Medis absetzen, wenn sie gut wirken? Ich verstehe das nicht, sorry.

LG,

Lisa


sabine on January 16th, 2009 at 8:28 pm #

hallo,

ich nehme auch paroxetin 20mg und das seit mitte november 2008. bei mir hat es super angeschlagen und mir war nur in den ersten 2 wochen ab und an schlecht. der einzige nachteil ist nur, ich schlafe super schlecht … aber naja.

ich hab auch schon 2 – 3 tabletten vergessen und nichts gemerkt. ich würde die tabletten gerne richtung ostern auf 10 mg reduzieren für ca. 2 – 3 monate und dann im sommer komplett aufhören … . mein arzt rät mir zwar bis 2010, aber ich fühle mich gut und sicher.

was denkt ihr ?

grüße sabine


sabine on January 16th, 2009 at 8:45 pm #

p.s. … habt ihr evtl. auch haarausfall bekommen :-S


Monika on February 3rd, 2009 at 10:13 am #

Hallo!
Also ich habe gerade versucht von 10mg Paroxiten loszukommen und hatte diese Blitze im Kopf, schwindel und einfach dieses nicht normalsein. Drei Tage habe ich es probiert, doch dann wieder 10 mg genommen und schon nach etwa drei Stunden ging es mir wieder gut.
Ich bin ja dankbar, dass mir diese Dosis mein Leben ohne Depression ermöglicht, aber es macht mir auch Angst, dass mein Körper so nötig diesen Stoff braucht. Und ich glaube auch, dass ich krank bin, auch wenn es mir äußerlich gut geht. Der Absetzversuch hat es ja gezeigt, dass die Grunderkrankung eben nicht weg ist, sondern nur therapiert wird. All diese Überlegungen machen mir schon Sorge, denn ich nehme Paroxat schon fast 4 Jahre und im letzten Frühsommer habe ich unter 10 mg nochmal eine Depreseeion bekommen und musste auf 20 mg erhöhen. Aber da habe ich jetzt im Januar 2009 gut auf 10 mg reduzieren können. Also will ich zufrieden sein und evtl nochmal im Sommer einen Ausschleichversuch wagen, mit Tropfendosierung, weil man da besser reduzieren kann als mit Tabletten. Ich wünsche allen einen Schönen Tag


Kirsten on February 4th, 2009 at 9:26 am #

Hallo,
ich nehme jetzt seit ca. 5 Jahren Paraxetin 40 mg, zuvor hatte ich 20 mg. Ab und zu bin ich einfach der Versuchung erlegen, von den Medis wegzumüssen, da ich mir ein Leben ohne wünsche. Aber ich merke jedes Mal, dass ich schon nach 1-2 Tagen extrem empfindlich auf alles reagiere und wieder zu hysterischen Anfällen und Aggression neige. Mit Paroxetin bin ich in der Lage, am Alltag teilzunehmen und zu “funktionieren”. Solang meine BPS nicht soweit im Griff ist, werde ich wohl auf Paraxetin nicht verzichten können. Oder hat jdm. schonmal andere Medis bekommen, die ebenso gut gewirkt haben?

LG und danke,
Kirsten


Dörte on February 22nd, 2009 at 12:29 pm #

Hallo,
ich leide auch an der medizinischen Behandlung. Habe auch Haarausfall bekommen und war dann bei der Kernmedizinischen Untersuchung auf eine Schilddrüsenerkrankung, dort hat mir die Ärztin einen Tip gegeben Biotin einzunehmen, das ist eine Art Mineralstoff daher ohne große Nebenwirkungen. Ich habe auch lange Zeit Paroexitin genommen und möchte es aufgrund starker Magenbeschwerden absetzen. Jetzt habe ich Citalopram bekommen und beim lesen des Beipackzettels, hätte ich die am liebsten in der Apotheke wieder abgegeben.
LG
Dörte


Andre on February 22nd, 2009 at 10:29 pm #

Hi.
Jetzt hab ich sehr sehr viel über das ausschleichen bzw. über die sich einstellenden Symptome beim Absetzen von paroxetin hier gelesen, aber nirgends finde ich dazu einen Erfahrungsbericht über begleitenden Weg nach dem absetzen. Ich habe vor ca. 3 Wochen das Paroxetin von 10mg auf 0mg reduziert. Nun stellen sich bei mir verschiedene der hier genannten Symptome ein. Ein wirklich permanentes Schwindeligkeitsgefühl ist dabei das schlimmste. Ungerne möchte ich meine nun 2te und ernstgemeinte Absetzung aufgeben.
Wie gehts weiter. Hat jemand damit Erfahrung. Ist es das berühmte aushalten das hier zählt. Legen sich die Symptome dann langsam von selbst.

Grüß Andre


Rene Kriest on February 24th, 2009 at 10:00 am #

Hallo Andre!

Es kommt darauf an, wie man den Begriff absetzen definiert. Versteht man darunter den Prozeß, das Medikament auf Null zu setzen oder aber meint es den gesamten Zeitraum bis zum Abklingen der Nachwehen, den Absetzungssymptomen?

Bei Paroxetin verhielt es sich mit den Absetzungssymptomen bei mir folgendermaßen:

  • Jede Dosisabsenkung bekam ich zu spüren. Je länger der Einnahmezeitraum, desto heftiger die Reaktion des Körpers auf die Reduktion.
  • Selbst mit 0mg Paroxetin gab es noch wochenlang (!) Ärger, vor allem Krämpfe.

Zuletzt hatte ich unter Paroxetin (30 und 40mg/Tag) extreme Suizidgedanken. Da ich das Mittel erst knapp drei Monate (erneut) einnahm, setzte ich es von jetzt auf gleich ab, denn schlimmer konnte es nicht werden meiner Meinung nach – lieber auf die Zähne beißen, was ich ohnehin schon tat und notfalls wieder eine niedrige Dosis einnehmen, als Paroxetin auszuschleichen.

Was folgte, waren weiterhin massive Suizidgedanken, Gedankenkreisen, Antriebslosigkeit und vor allem eine extreme emotionale Instabilität. Gefühlsschwankungen dieser Art hatte ich noch nie, vor allem war ich weinerlich und gefühlsduselig, was aber auch an der Trennung von einer sehr miesen Beziehung lag, also mit hineinspielte.

Nach rund 4 bis 5 Wochen war der Spuk zu Ende. Von einem Tag auf den anderen ging es mir plötzlich gut. Sodann gings noch mal etwas bergab für eine knappe Woche, doch seither blieb die Stimmung und der Antrieb konstant hoch. Vereinzelt funkt der Schmodder noch mal in den Tag hinein, aber ich denke, daß ich die Pest namens Paroxetin hinter mir gelassen habe und die Absetzung erfolgreich gelungen ist.


Rene Kriest on February 24th, 2009 at 10:02 am #

Liebe Dörte!

Wer ließt denn schon den Beipackzettel und vor allem den Bereich über die Nebenwirkungen? ;)

Man muß lange suchen, ehe man das Mittel findet, das einem am besten hilft und zusagt. Nicht vergessen darf man, daß die Nebenwirkungen im Konjunktiv stehen (”können auftreten”, müssen aber nicht). Zudem kann man vorher nie sagen, wie das Mittel tatsächlich wirkt. Des einen Freud, des anderen Leid, man muß es einfach ausprobieren.


Carlos on February 27th, 2009 at 10:07 pm #

Hallo Leute!

Ich habe mir mal ein paar Posts von verschiedenen Leute durchgelesen. Besonders ist mir der von auch Birgit on October 19th, 2008 at 11:16 pm # ins Auge gestochen. Denn ich muss sagen aus eigene Erfahrung, das selbst eine Tagesdosis von 15mg reicht, um Entzugerscheinungen zu haben. Mir ist es leider Zwangshaft von heut auf Morgen abgesetzt worden. Die erste Woche ging. Aber dann ging der Horror los. Ich verspürte Kopfschmerzen, Übelkeit, eine Art zucken im Inneren des Körpers (keine Äußerlichen)ist leider etwas schwierig zu erklären, aber wer es selbst Erlebt hat weiß wa sich meine. Und es wird von Tag zu Tag schlimmer. Nun sind seit dem 2 Wochen vergangen und ich war endlich in der Lage mir ein Neues Rezept zu holen. Leider kann ich es mir erst Morgen holen, da die Apotheke es erst Bestellen muss. Und Leute, glaubt mir, ich mache 100 Kreuze in den Kalender, wenn ich Morgen die Tabletten wiederhabe. Ganz ehrlich, hätte ich eher gewusste, das dass Zeug so Extrem wird, wenn man es Absetzt, hätte ich nie damit Angefangen. Ich hatte mich zwar vorher schlau gemacht, dass Antidepressivas Abhängig machen, und das auch meinem Neurologe mitgeteilt, aber er meinte zu mir nix anderes, ich Zitiere: Ja wenn es im moment nicht anders geht, musst du das nehmen. Und es ist nur ein leichtes Mittel. Gott, glaubt mir, ich bereue es zu tiefst damit angefangen zu haben. Und jeder der es Verschrieben bekommt, kann ich nur Raten, lasst die Finger davon in eurem Eigenen Interesse. Es geht euch zwar gut wenn Ihr es einnehmt und könnt auch Euren Tagesablauf meistern, aber Ihr wollt das Zeug doch nicht euer ganzen Leben nehmen, oder?
Also, ich hoffe Einigen etwas Klarheit gebracht bzw. Rechtzeitig davor gewarnt zu haben. Bis dahin
Gruß an alle.


sunni on March 12th, 2009 at 8:37 pm #

hallo,
ich habe jetzt seit ca 1,5 jahren meine psychischen probleme und nehme seit ungefähr seit 1 jahr Paroxetin. ich kann nur jedem rate sich hilfe zu holen wenn er glaubt es nicht mehr alleine zu schaffen.
ich habe vor ungefähr 5 monaten versucht das medikament ab zu setzen und es ging mir ca 6 wochen lang gut. aber dann kam es wieder zurück, der schwindel, das gefühl durch zu drehen. dann habe ich wieder 10mg paroxetin genommen und es ging mir von heute auf morgen besser. ich versuche es im sommer nochmal und habe wirklich angst das medikament immer zu brauchen.
naja lieber ich lebe mit paroxetin 10mg als ich leide ohne!!!!


sunni on March 12th, 2009 at 8:39 pm #

hallo,
ich habe jetzt seit ca 1,5 jahren meine psychischen probleme und nehme seit ungefähr 1 jahr Paroxetin. ich kann nur jedem raten sich hilfe zu holen wenn er glaubt es nicht mehr alleine zu schaffen.
ich habe vor ungefähr 5 monaten versucht das medikament ab zu setzen und es ging mir ca 6 wochen lang gut. aber dann kam es wieder zurück, der schwindel, das gefühl durch zu drehen. dann habe ich wieder 10mg paroxetin genommen und es ging mir von heute auf morgen besser. ich versuche es im sommer nochmal und habe wirklich angst das medikament immer zu brauchen.
naja lieber ich lebe mit paroxetin 10mg als ich leide ohne!!!!
lg


Sternti on April 8th, 2009 at 11:35 am #

Ich verstehe Euch nicht so ganz,was ist denn schlimmer—–ein Leben mit Angst,Panik,Depressionen und so weiter oder einfach ein Medikament nehmen und wieder etwas Lebensfreude empfinden….Ich hab kein Problem damit,das P.zu nehmen,weil es mein Leben erheblich verbessert hat….


caroline on April 15th, 2009 at 7:37 pm #

Hallo Ihr lieben,

da ich grad selbst Paroxetin absetze,
lese ich mich hier so durch.
Ob mir das gut tut, ist fraglich, weil
die Erfolgmeldungen ja wahrlich spärlich gesäht sind.

Darauf hoffe ich natürlich. Ich würde mich riesig über Mitteilung ala “Ich habe es geschafft” freuen ,-))

Seit einer Woche bin ich ohne Medikament, hatte die ersten drei Tagen schwere Symptome, auch jetzt ist es noch nicht optimal.
Zapps und Schwindel, etc.
Ich meine aber eine leichte Besserung zu verspüren und hoffe, dass es bergauf geht.

Paroxetin habe ich fast 6 Jahre lang genommen, anfangs 20 mg, später 10m.
Die habe ich über einen Monat auf 5 mg reduziert und jetzt ganz abgesetzt.

Ich bin Gott sei Dank nach vielen Arztbesuchen bei einer Neurologin gelandet, die mir glaubt (was schon an ein Wunder grenzt) und schon mal mit einem Patienten Paroxetin ausgeschlichen hat. Unterstützung, die so dringend nötig ist.

Immer öfter bin ich über die Frage gestolpert, warum eigentlich ausschleichen?

Für mich geht es erstens um Selbstbestimmung: kein Paroxetin-Abhäniger hat die.
Ich aber möchte selbstbestimmt sein.
Ich möchte mein Leben nicht von einem Medikament bestimmen lassen.

Zweitens denke ich mittlerweile, dass Psychopharmaka reine Symptomlinderer sind, kein Heilmittel.
Schmerzen, Symptome zeigen: da stimmt was nicht, da musst Du ran.
Sind die Schmerzen weg, schaut man nicht mehr hin, aber davon wird niemand gesund. Jemanden, der einen Gehirntumor hat, heilt man auch nicht mit Aspirin.
Ich habe Paroxetin mit Anfang 20 verschrieben bekommen, ohne irgendeine Ahnung davon zu haben, was es mit mir macht. Auch ich fand die Wirkung toll, denke aber jetzt, der langfristig effektive Weg führt in 90% der Fälle nur über eine intensive Psychotherapie, bei der man an die Wurzel des Übels geht.

Ich hoffe einfach, ich halte aus und ich denke, wenn dieses Zeug derartige Auswirkungen beim Absetzen hat, kann es nicht gesund sein, no fucking way.
Und ich möchte gesund leben, ich möchte Kinder haben und die sollen nicht irgendwelchen Dreck durch die Muttermilch ins Blut bekommen.
Und vor allem weiß ich, dass mir die Medikamente, was die langfristige Heilung angeht, null helfen, die machen meine Traumata nicht ungeschehen und helfen mir nicht, mein Verhalten zu ändern. Ich habe in 9 Monaten Psychoanalyse mehr erreicht, als in diesen 6 Jahren mit Paroxetin.
Ich habe eher Zeit dadurch verschenkt, weil ich mich so lange nicht wirklich mit meiner Problematik auseinandergesetzt habe.

Darum will ich ohne leben.
Ein für alle mal.
Und ich hoffe, zähle auf diesen unbändigen Willen in mir.

Aber vor allem möchte ich


udo on June 23rd, 2009 at 3:57 pm #

ich habe seit 4 Monaten schwere depressionen,die in der Trennung von meiner Frau und den Verlust meiener gesammten Existens begründet sind.Dadurch habe ich keinen Antrieb um etwas zu ändern und bekomme jetzt von allen Leuten den Rat Pillen zu schlucken.Wenn ich jedoch die Nebenwirkungen und die Symtome beim absetzen lese, frage ich mich ob das der richtige Weg ist.Ich meine das man mit Medikamenten doch nur die Symtome bekämpft aber nicht die Ursache.Leider bin ich im Moment sehr Verzweifelt und stark suizid gefährdet.Was tuen sprach Zeus es streiten sich die götter.Medis oder keine.Wer weis rat


GudrunPfennig on July 1st, 2009 at 11:48 pm #

Hallo Udo, es ist ein Zufall, dass ich ihre Meldung lese. Ich war auf der Suche nach Patienten-Berichten über Absetz-Probleme von *Paroxetin*…..

Sie sind in einer sehr verzweifelten Situation, in der sie m.E. unmittelbare Hilfe benötigen. In jeder größeren Stadt gibt es – auch in Psychiatrien – sogenannte Kriseninterventionen. ……….

Eine medikamentöse Therapie ist in einigen Fällen sicher sinnvoll. Von einer Verordnung von SSRAs wie z.B. Paroxetin ist Momentan sicher abzuraten. Der Psychiater wird bei akuter Suizidalilät wohl eher selektive Noradrenalin-Serotonin-Antagonisten verordnen, das SSRA antriebssteigernd wirken somit eventuell das Suizidrisiko erhöhen könnten……… Auch darf man sich von der Wirkung der Antidepressiva nicht zu viel versprechen. Der Wirkungseintritt dauert oft Wochen und ist eher als moderat zu bezeichnen. Viel Patienten geben sogar an, sie würden gar keine Verändeung spüren (Siehe SZ und Deutsches Ärzteblatt: Traurig trotz Pillen.

Konkret: Bei schweren Krisen wie der ihrigen ist vor allem zur “Entlastung” ein menschlicher Kontakt zu einer kompetenten (Psychiater, Psychotherapeut…) notwendig. Diese notwendige Hilfe kann durch keine Pille ersetzt werden.

Ich bitte sie nochmals eindringlich, sich kompetente Hilfe zu holen. Die Bitte um Hilfe ist nicht Ausdruck von Schwäche, sondern – im Gegenteil – von Mut! Sollte ein “Erstgespräch” für sie nicht zufriedenstellend ausfallen, geben sie bitte nicht auf… ich versichere ihnen, es gibt jemanden, der ihnen nicht nur mitfühlend zuhören kann, sondern ihnen beim notwendigen Schritt “ZURÜCK-INS-LEBEN” eine Hilfestellung leistet.

Herzliche Grüße


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