Paroxetin abzusetzen ist eine Kunst für sich. Mittlerweile befinde ich mich in Woche 10 und es ist kein Ende abzusehen, wann ich Paroxetin endgültig hinter mir gelassen haben werde.

Zunächst einmal möchte ich Abbitte leisten. Vor meinem Absetzungsversuch las ich wenige, dafür um so eindringlicher formulierte Schilderungen des Leidens und der Pein, Paroxetin abzusetzen. Von wochenlangem schrittweiser Reduktion des SSRI war da die Rede, teils in Milligrammschritten und teils monatelanger Einnahme von Spurenelementen des Antidepressivums.

Für mich klang das bestenfalls wie Übervorsicht, und forscher betrachtet wie Hysterie. Wie die Absetzungs-Geschichte einer Horde Warmduscher legte ich die schmerzlichen Zeugnisse erfolgter Paroxetin-Absetzungsversuche aus.

Um es kurz zu machen: die Warmduscher hatten allesamt recht und ich lag richtig, richtig falsch. Krasser als ich konnte man sich nicht auf dem Holzweg befinden – mea culpa.

Paroxetin, Paroxat, Paxil – ganz gleich unter welchem Handelsnamen sich das Antidepressivum verbirgt, ist eine gute Sache, solange es wirkt. Das Medikament der Gattung SSRI abzusetzen bzw. auszuschleichen dagegen ist die Hölle auf Erden für mich als auch diverse andere Personen.

Ich reihe mich willig und gerne in den Chor der Wehklagenden Paroxetin-Opfer ein.

Die größeren Reduktionsschritte bei der Senkung der Tagsdosis in der Höhe von jeweils 10mg nach Ablauf einer Woche gingen gut von der Hand. Meine Therapie-Dosis betrug 60mg.

Von den 60mg ging es runter auf 40, sodann auf 30, 20 und schließlich 10mg Paroxetin (Paroxat, Paxil). Doch als ich endlich Vollzug melden wollte mit meiner erfolgreichen Absetzung, indem ich von 10mg weitere 10mg abzog und bei 0mg pro Tag Paroxetin angelangt war, meldete sich Paroxetin wirkmächtig zurück.

Ganz so, als wollte Paroxetin partout in meinem Blutspiegel bleiben, gewahrte ich nach Einnahme der letzten Tablette zu 10mg Paroxetin die bereits früher schon erlebten negativen Absetzungsfolgen, nämlich:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Schwindel
  • Kreislaufprobleme
  • Schwitzen

Die Reihenfolge spiegelt die Heftigkeit und Dauerhaftigkeit der einzelnen Symptome wider. So hatte ich nahezu eine Woche lang den ganzen Tag über Kopfschmerzen und mir war übel ohne Ende. Schwindel gesellte sich gerne hinzu, gefolgt von nicht selten vorhandenen Kreislaufproblemen und Schwitzanfällen.

Flugs ging ich zwei Schritte zurück und nahm wieder 10mg Paroxetin pro Tag, um den Dämon im Blute zu willfahren.

Genutzt hatte dies schon, allerdings stellte sich die wohltuende Wirkung der negativen Symptombeseitigung erst nach weiteren 4 Tagen ein. Ehedem verschwanden die Symptome noch am selben, spätestens am kommenden Tage der Dosiserhöhung.

Was also tun, sprach René?!

Basierend auf den Erfahrungen meiner Leidensgenossen, die den Entzug schon hinter sich gebracht hatten, fahre ich Paroxetin nunmehr in 2,5mg-Schritten pro 8 Tage herunter. Allerdings sehe ich es schon kommen, daß ich wahrscheinlich Paroxetin noch in 0,1mg-Schritten weiter reduzieren muß.

Hoffen wir als das Beste, um Paroxetin endlich auf nimmer wiedersehen sagen zu können.



Comments:
27 Comments posted on "Paroxetin absetzen, oder: Wie man sich die Pest hoffentlich endgültig vom Halse schafft"
Niki on December 15th, 2007 at 9:42 pm #

Hallo, ich kann Deinen Bericht nur bestätigen. Ich habe vor einem Jahr schon mal versucht Paroxetin abzusetzen, mir gings so dreckig, daß ich beschloß es nur noch in stationärer oder teilstationärer Behandlung zu versuchen. Nun ist es wieder soweit… seit 3 Tagen bin ich ohne, meine letzte Dosis war 5 mg, und mir gehts ziemlich schlecht. Abgesehen von den körperlichen Symptomen wie starker Schwindel, Übelkeit, extreme Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme, Zitteranfälle und starkes Schwitzen, hab ich dazu noch Ängste, Verwirrtheitszustände und krieg zur Zeit nix auf die Reihe, selbst das im Bett liegen und nix tun ist super anstrengend. Ich hoffe, daß ichs dieses Mal durchhalte. Hab als Ersatz jetzt 3000 mg Baldrian am Tag. Wer weiß wie ich ohne das durch den Tag kommen würde…

Beileid an alle die versuchen Paroxetin abzusetzen und Kopf hoch ;)


Rene Kriest on December 18th, 2007 at 3:24 pm #

@Niki
Ich drücke Dir die Daumen. Halte durch! :)


Corinna on December 25th, 2007 at 10:04 am #

Hallo René! Das gleiche Problem habe ich auch.Meine Therapeutin versicherte mir das Paroxetin nicht abhängig macht und daraufhin habe ich es eingenommen.Das ist jetzt 3 Jahre her.Ich nehme pro Tag 1 Tablette (20 mg) ein.Vor ein paar Monaten habe ich schon einmal versucht die Tablette abzusetzen aber ich bekam Nebenwirkungen wie zB. Schwindel, Kreislaufprobleme,ein “Hämmern”im Kopf usw.Ich bin dann auf die normale Dosis zurück gegangen.Dann ging es mir wieder super! Jetzt möchte ich es wieder absetzen und bin schon auf 10 mg innerhalb 2 Monaten runter, aber ich verspüre trotzdem wieder diese Nebenwirkungen.Was meinst du oder welche Erfahrungen hast du,gehen diese nach einiger Zeit weg? Und wie geht es dir zur Zeit?


Corinna on January 1st, 2008 at 11:28 am #

Frohes neues Jahr! Ich hoffe du bist gut rein gekommen! Schade das du mir noch nicht geantwortest hast.Mir geht es im Moment mit der halben Tablette sehr gut und ich habe keine Nebenwirkungen mehr.Bald reduziere ich auf 5mg.Ich glaube man muß einfach versuchen durchzuhalten und das Ganze einfach nicht so schnell absetzen.Ich wünsche allen hier noch einen guten Start ins Neue Jahr und haltet die Ohren steif!!Ich werde auf jeden Fall Paroxetin den Kampf ansagen!Ganz liebe Grüße Corinna


Rene Kriest on January 1st, 2008 at 9:57 pm #

Hallo Corinna!

Ich wünsche Dir auch ein frohes Neues!

Tut mit leid, daß ich erst jetzt antworte, doch hatte ich vorher nicht in die Kommentare reingesehen.

Ich bewundere Deinen Durchhaltewillen in Sachen Paroxetin. Ich habe das Zeug nunmehr endgültig ausgeschlichen, wenn auch mittels eines Tricks, über welchen ich in den folgenden beiden Postings geschrieben habe:

http://www.depressionsblog.com.....ymptome-2/

http://www.depressionsblog.com.....in-zoloft/

Ich habe Paroxetin mittels Zoloft via fliegendem Wechsel ersetzt, da beides SSRI sind. Anschließend setzte ich dann Zoloft ab, was um ein Tausendfaches einfacher war, als mich weiterhin mit Paroxetin abzuplagen.

Bei mir waren die Nebenwirkungen bedingt durch das Absetzen wahrlich extrem und nicht auszuhalten. Aus der Not entwickelte sich dann diese Idee des fliegenden Wechsels.

Paroxetin war wirklich gut, sofern man die Nebenwirkungen/Absetzungssymptome außer acht läßt.

Ich drücke Dir ganz doll die Daumen! Du schaffst den „Entzug“! :)

Viele liebe Grüße,

René


Corinna on January 6th, 2008 at 10:17 am #

Hallo René!
Danke für deine Antwort.Im Moment nehme ich immer noch 10mg Paroxetin.Ich werde auch wohl noch etwas mit dem reduzieren warten bis ich ganz sicher bin, das ich es auch gut durchhalten kann.Dann schreibe ich wieder wie es mir so geht.Ich wünsche dir alles alles Gute und mach weiter so!Ich finde deine Hp echt klasse!Ganz liebe Grüße Corinna :-)


patricia on January 6th, 2008 at 10:22 pm #

hallo rene….nun möchte ich dir hier mitteilen das ich gerade dabei bin paroxetin abzusetzen…es ist die hölle…schwindel,elektrische schocks sogar inna zunge…es is schlimm…dazu kommt das schwitzen und ständig könnte ich anfangen zu heulen…einfach nur grausam…ich bin allerdings schon soweit das ich kein paroxetin mehr nehme,zum glück haben diese intensive träume schon aufgehört…naja wie dem auch sei…ich wünsche euch allen hier nen erfolgreiches jahr 2008…und viel viel erfolg paroxetin entkommen zu können…denn ich kann nachvollziehen und leide mit!liebe grüsse patricia


Angelina on January 7th, 2008 at 10:10 am #

Hallo zusammen.
Und euch allen ein schönes neues Jahr.
Bin gestern durch Zufall auf eure Seite gestossen und ich dacht mich trifft der Schlag als ich eure Berichte gelesen hab. Ich selbst habe vor einem Jahr mit Paroxetin angefangen und vor ca. vier Monaten wollte ich damit aufhören. Ich nahm 20mg und ließ diese von heut auf morgen weg. Am Anfang war noch alles ok aber dann wurde mir ständig übel, hatte keinen Hunger mehr, Schlafstörungen, Alpträume und schlimme Kopfschmerzen. Nach ca einer Woche war es dann so schlimm, dass ich Bauchkrämpfe bekamm und umkippte. Ich mußte ins Krankenhaus wo man mich nur belächelte und meinte, ich würde etwas empfindlich auf Paroxetin reagieren. Noch im Krankenhaus hab ich das scheiß Zeug wieder genommen und siehe da nach zwei Tagen war wieder alles ok.
Aus Angst das es mir wieder so schlecht geht habe ich dann brav das Zeug weiter genommen. Jetzt vor drei Wochen habe ich erneut versucht die Tabletten abzusetzen, aber dieses Mal ganz langsam ,doch trotzdem ging es mir von Woche zu Woche immer schlechter. Ständig hatte ich das Gefühl als ob ich dicht wäre und das ich nicht mehr klar denken kann. Dazu kommt noch ,dass mir ständig übel ist und ich starke Kopfschmerzen habe. Mit meinem Freund bekamm ich dann auch große Probleme weil ich von heut auf morgen absolut gefühlskalt wurde und ständig gereizt war. Bei jeder Kleinigkeit konnte ich meine Gefühle nicht mehr kontrollieren. Er verstand mich nicht, was auch kein Wunder war ,denn ich dachte langsam selber das ich anfang zu spinnen den schließlich konnten mir meine Ärzte auch nichts dazu sagen und ich hatte ständig, dass Gefühl als ob ich nicht für voll genommen werde und mir das alles nur einbilde, aber als ich dann auf diese Seite stoß war ich erst wahnsinnig erleichtert da ich ja anscheinend doch nicht bescheuert bin und noch mehrere dieselben Probleme haben. Trotzdem weiß ich nicht ,ob mich das jetzt aufbauen soll da meine Angst vor diesen Tabletten jetzt noch mehr gestiegen ist. Ich hoffe, dass ich es bald schaffe von dem Zeug ganz wegzukommen und endlich wieder so bin wie ich einmal war!
Liebe Grüße Angelina


Corinna on January 8th, 2008 at 8:08 pm #

Hallo noch einmal!
Ich finde das echt schlimm was diese Tablette alles anrichten kann.Ich habe im Moment auch Angst Paroxetin weiter zu reduzieren.Patricia, das Schwitzen und das man ständig anfangen könnte zu heulen, das habe ich auch!Ich hoffe das das bald auf hört!Ich drücke uns allen ganz doll die Daumen das wir das schaffen!
Viele liebe Grüße Corinna


patricia on January 22nd, 2008 at 11:10 am #

halli hallo ich nehme jetzt seid 3 wochen kein paroxetin mehr…jetzt ist es bei mir so das ich ständig richtig dolle aggressiv werde und alles andere is weg…ich schätze ich habs bald geschafft…naja ich arbeite dran…viel erfolg und gesundheit für euch…


Corinna on January 27th, 2008 at 8:34 am #

Guten Morgen!
Ich habe jetzt seid 2 Wochen auf eine halbe Tablette reduziert(5mg)und es geht mir mal gut und mal schlecht!Ich habe immer noch gelegentliche Heulanfälle und letzte mal beim Zahnarztbesuch hatte ich mit dem Kreislauf,das kenne ich überhaubt gar nicht von mir!Es kommt immer wieder was Neues dazu.Viele liebe Grüße Corinna


Sa on March 25th, 2008 at 11:57 am #

Hallo!
Ich möchte hier mal loswerden, was ich mit dem Absetzen von Paroxetin gerade so durchmache. Ich finde es einfach unglaublich, da mein Arzt mir immer wieder versicherte, dass Paroxetin nicht abhängig mache und man es von heute auf morgen einfach weglassen könnte, wenn man das Gefühl hätte, man braucht das Medikament nicht mehr. Noch dazu, wo ich so eine geringe Dosis nehme.
Es würde mich einfach interessieren, was ihr davon haltet. Ich würde mich sehr über Antwort freuen.
Ich nehme Paroxetin seit etwa 4-5 Jahren, jeden Tag 10 mg. Seit drei Wochen habe ich es jetzt abgesetzt. Nach drei Tagen fingen die Symptome an: Schwindelattacken, unbeschreibliche Schläge im Kopf (nicht schmerzhaft), die mir durch Mark und Bein gingen, Übelkeit und Erbrechen.
Ich versuchte möglichst regungslos im Bett zu liegen. Dann war es am ehesten auszuhalten. Meine Hausärztin diagnostizierte eine Entzündung am Gleichgewichtsnerv. Sie glaubte nicht, dass es vom Absetzen des Medikamentes kommen könnte. Ich war dann bei verschiedenen Fachärzten, HNO-Arzt, Orthopäde, Neurologe.
Laut Orthopäde soll der Nerv sich durch Blockaden in der Halswirbelsäule enzündet haben.
Lange Rede kurzer Sinn. Ich glaube einfach nicht, dass das die richtige Diagnose ist. Und das ist meiner Ansicht nach das Furchtbare dabei. Selbst Psychiater und Neurologen wissen nichts bis wenig über die Absetzungserscheinungen von Paroxetin. Ich komme mir so allein gelassen vor. Den einzigen Trost fand ich im Internet, wo andere Betroffene über ihre Erfahrungen schreiben.
Ich bin nun schon seit zwei Wochen krank, kann nicht arbeiten und nicht Auto fahren, da mir dabei schlecht wird. Ganz langsam stellt sich so nach und nach eine Besserung ein. Die “Schläge” im Kopf kommen nur noch selten und auch nicht mehr so heftig. Mir ist nicht mehr so übel. Mein Kopf ist aber immer noch so müde (weiß nicht, wie ich es anders beschreiben soll), ich bin überhaupt nicht leistungsfähig .So schlecht ging es mir in meinem ganzen Leben noch nicht und ich habe immer noch Angst, dass die Symtome nicht ganz weggehen, da meinem Gehirn vielleicht irgendwelche Stoffe fehlen, die in Paroxetin enthalten waren. Leider kann man ja mit keinem Arzt darüber reden, da niemand etwas weiß. Das ist doch unglaublich. Das hat wirklich mein Vertrauen in die Ärzte erschüttert.
Was sagt ihr dazu? Wann ist man wirklich weg von Paroxetin?
Vielleicht noch etwas positives: Paroxetin hat mir zu einem glücklicheren Leben verholfen. Ich habe es wegen Panikattacken genommen. Das Medikament hat mich wirklich davon befreit. Das soll mein Schlusswort sein.
Liebe Güße an alle, die Paroxetin absetzen wollen und gutes Durchhaltevermögen.
Sa


Rene Kriest on March 25th, 2008 at 12:47 pm #

Hallo Sa!

Danke für Deinen Kommentar.

Gerade folgenden Passus unterschreibe ich zu 100%: “Vielleicht noch etwas positives: Paroxetin hat mir zu einem glücklicheren Leben verholfen. Ich habe es wegen Panikattacken genommen. Das Medikament hat mich wirklich davon befreit. Das soll mein Schlusswort sein.”

Mir hatte es seinerzeit auch sehr gut geholfen und meine Stimmung gut aufgehellt. Schade, daß das Absetzen jedoch so der Horror war.


El Bakadi on April 28th, 2008 at 8:06 am #

Hallo alle zusammen.
Auch ich weiß wovon ihr alle sprecht:-(. Es ist schon nicht einfach von dem Zeug runterzukommen allerdings möchte ich euch dennoch einwenig Hoffnung machen, denn wenn man das Medikament ganz langsam ausschleichen lässt, kann man es schaffen davon runterzukommen und die Entzugserscheinigungne sind nicht so schlimm. Ich nehme auch seit ca. 1,5 Jahren Paroxetin und musste auch drei Versuche starten um es durchzuhalten.
Ich litt beim Absetzten unetr; Alptrümen, Müdigkeit, Schwindel, Herzrhytmusstörungen, Kreislaufproblemen, Erschöpfung, Koptschmerzen und und und… Jetzt nehme ich seit 2 Wochen alle zwei Tage 10 mg und man merkt, dass es von Tag zu Tag besser wird..
Das Medikament hat mir auch in meiner schwierigen Zeit sehr geholfen, es ist wirklich nur verdammt schwer davon loszukommen. Vorallem weiß man, dass man dieses Medikament nicht noch einmal nehmen wird!!

Ich wünsche allen viel Erfolg!!!


marcel on April 29th, 2008 at 1:31 am #

Also, ich nehme seit 6 Jahren Paroxetin. Angefangen mit 20, dann auf 40 und nun habe ich mich selbst auf 0,5 mg reduziert. Mir gehts gar nicht gut damit, aber ich habe auch keine Lust mehr darauf, mein Leben den Tabletten zu widmen. Paroxetin hat mir was meine Angststörung betrifft sehr gut geholfen, aber es hatte auch erhebliche Nebenwirkungen. Sprich z.B. Gleichgültigkeit und Empfindungslosigkeit. Ebenfalls hatte ich das Gefühl, dass meine Phantasie, Kreativität, ja mein ICH als solches verloren geht. Aber ich stelle fest, dass ich über die Jahre wohl vergessen habe, wie ich mich ohne Tabletten fühle. Deswegen gehts mir momentan wahrscheinlich auch so beschissen. Habe nun ein ganz komisches und unangenehmes Körpergefühl. Bekomme gelegentlich Herzrasen und Zitteranfälle, aber irgendwie habe ich auch keine Interesse daran, die ganze Schote nochmal von vorne zu beginnen. Keinen Plan, was ich tun soll. Habe heute die letzten 0,5 mg genommen und es ging mir heute schon richtig schlecht und der Gedanke, morgen dann wieder aus Angst vor Nebenwirkungen zum Arzt zu rennen, kotzt mich noch mehr an. Fakt ist, dass meine Neurologin mich nicht wirklich über die Palette an Nebenwirkungen und Absetzerscheinungen aufgeklärt hat und jetzt hab ich den Salat, lol….Naja.


susapp on June 22nd, 2008 at 9:31 am #

Ich hab auch <paroxat abgesetzt und mir gehzs mal so richtig scheiße. Habe 2 20 mg genommen und bin dann auf 10 mg runter gegangen das ging auch noch ganz gut. Aber als ich die Tab. ganz wegließ ging nach 2 Wocheen gar nix mehr. ich habe totale angstzustände,<schwindel und mir is ständig als ob ich ohnmächtig werde. Gehts noch jemandem so? hab voll Angst ich hab irgendwas Schlimmes. kann mich jemand beruhigen?


Thomas on July 7th, 2008 at 9:14 am #

Ich kann Marcel nur bestätigen. Wenn ich Paroxetin nehmen, hören zwar die Angstzustände auf, aber man fühlt auch sonst nicht mehr so intensiv “das Leben an sich”, wie ich es mal ausdrücken will. Ich habe auch wie Marcel das Gefühl, dass man sich sozusagen selber irgendwie entfremdet, weil die Phantasie und Kreativität verloren gehen und man immer gefühlsmäßig wie leicht betäubt ist. Ich versuche grade Paroxetin abzusetzen, und es ist der Horror. Sowas von intensiven Alpträumen. Und Schwindelgefühlen. Aber ich will auch wieder mehr ich selber sein, auch wenn mal eine Panikattacke sich einschleichen will. Aber ich bin mittlerweile recht gefestigt, so dass ich die Panik objektiv beurteilen kann und mich dann wieder runterbringe davon. Abgesehen davon fühle ich mich jetzt wieder mehr wie ich selber.
Das war es erstmal. Liebe Grüße an euch alle

Thomas


Thomas on July 8th, 2008 at 8:50 am #

bin nur noch am heulen. Aber ich werde es nicht wieder einnehmen. weil mir mit paroxetin alles so egal ist, und das ist noch schlimmer.


reini on July 8th, 2008 at 9:16 pm #

Also ich war 7 Jahre Paroxat abhängig, weil ich einem Arzt vertraut habe, und habe auch etliche Male nach Vorschrift versucht abzusetzen und bin jedesmal wie ein Junkie gescheitert.

Auf der Packung sollte eigentlich eine große rote Sinuskurve sein, weil nur so läßt sich Paroxat am besten beschreiben, sowohl während der Einnahme mit all den drogenartigen Feelings und teilweise sogar echten Halluzinationen, (aus dem Augenwinkel heraus irgendwas vorbeischwirren sehen, was beim 2ten Blick garnicht da ist) als auch beim Entzug.

Ja übrigens.. ich bin jetzt komplett von Paroxat frei ! ! !

Ihr müßt dem Ganzen viel Zeit geben. Bei mir hat das Ausschleichen lassen insgesammt länger als 6 Monate in Anspruch genommen. Man kann generell auch immer wieder mal einen Tag aussetzen, aber bitte langsam. ihr wisst ja die wirkung lässt erst nach 3 bis 4 tagen nach und die schlimmen Zeiten beginnen.

Ich habe am Ende 5mg alle 2-3 Wochen genommen und selbst diese waren jedesmal wie eine Erlösung für mich. Irgendwann hat es dann ein Ereignis in meinem Leben gegeben, das war am letzten Tag letzten Jahres, da hab ich dann endgültig Schluss machen müssen.

Bis jetzt also frei.
Ich muss trotzdem zugeben, dass Paroxat eine geile Droge ist, aber eben wie jede Droge nur dich selbst belügt, dir ständig das Gefühl gibt mit dir sei eh alles in Ordnung, tu tust nur das richtige, die anderen sind die Idioten…

Paroxat hat mir ständig Glücksgefühle beschehrt, die ich mir nicht selbst verdient habe, Selbstbescheißung also.

Paroxat hat mir schon was gebracht:
Ich weiß jetzt, dass ich fast alles kann, was ich mir in den Kopf setze auch wenn es noch so weh tun wird.
Vor 2 Monaten habe ich mir das Zigarrettenrauchen abgewöhnt, nach 12 Jahren Rauchen. Das war ja sowas von leicht kann ich nur sagen :) 20 kg sind auch seit Anfang des Jahres weg.

Es kann nur besser werden, selbst wenn alles echter rüberkommt. Ich muss schon sagen durch das Paroxat habe ich 7 Jahre lang nicht über die Augen weinen können, maximal Kurzatmung für ganz kurz aber richtiges Weinen war nicht möglich. Jetzt ist das schon anders. Mir kommen jetzt sehr oft Tränen in nachdenklichen Situationen, aber so gehört das glaub ich auch. Weinen ist ein natürlicher Heilungsprozess, den ein Paroxat-Zombie nicht erleben darf, weil er eben viel zu zugedröhnt dafür ist.

Es ist jetzt das erste mal, dass ich irgendwo im web über das rede seit dem ich davon runter bin und wie man sieht bin ich noch ein wenig sauer.

Viel Erfolg allen, die das alles noch vor sich haben.

und NUR schön langsam ausschleichen lassen !!


reini on July 8th, 2008 at 9:21 pm #

ja genau.. ich hatte bei diesem endgültigen Abstezversuch überhaupt keine Absetzsymptome. Ich kann mich noch genau erinnern, dass ich damals jeden Tag damit gerechnet habe, dass sie kommen aber sie kamen nie! es ist also möglich schmerzfrei!


Sabine on July 11th, 2008 at 11:41 pm #

Hi Leute!
Ich bin gerade auch in einer akuten und massiven Absetzphase. Ich habe Paroxetin immer gut vertragen, konnte damit ein ganz normales Leben führen (ohne Nebenwirkungen!) ohne Ängste und Zwänge. Mache dabei aber auch seit über 6 Jahren eine Gesprächstherapie. Nun ging es mir so gut, dass mein Neurologe und ich übereingekommen sind, das Paroxetin wegzulassen. Ich war seit etwa 1 Jahr auf 10 mg pro Tag (von ursprünglich 20 mg). Von Absetzungssymptomen hat er nüscht gesagt.
Jetzt ist eine Woche rum, ich ging von 10 mg auf 0 und habe die dollsten Enzugserscheinungen! Schwindel, Stromschlaggefühle, Zuckungen in den Beinen beim Einschlafen, Schwitzen oder Frieren, Träume, aber am Schlimmsten empfinde ich momentan meine Ängste und Traurigkeit. Ich bin nur am Heulen, und ich fühle mich in die Zeit meiner Depressionen zurückversetzt. Ich habe es so satt, gegen diese Traurigkeit und Ängste zu kämpfen …
Und jetzt möchte ich Euch mal fragen, die Ihr alle so glücklich seid mit der Paroxetin-Absetzung: Geht es Euch nach dem Entzug gut? Ich meine, habt Ihr keine Depressionserscheinungen mehr? Denn ich frage mich gerade sehr intensiv: Lohnt es sich für mich überhaupt, von Paroxetin wegzukommen? Ich habe gerade das Gefühl, ich habe mir ins eigene Fleisch geschnitten. Letzte Woche war noch alles ok, ich habe aktiv am Leben teilgenommen (gut, Ängste hatte ich immer mal wieder, aber die konnte ich dann auch mithilfe der Strategien, die ich in der Therapie gelernt habe, bekämpfen bzw. aushalten) und mich auch als ICH SELBST gefühlt. Und das ist gerade nicht der Fall, und ich habe gerade massive Angst, dass ich einen zu hohen Preis fürs Absetzen bezahle, zumal ich echt nicht weiß, wie es mir ohne Paroxetin gehen wird - ggf. schlechter. Muss ich dann mein Leben lang Tabletten nehmen? Aber wenn es mir damit gut geht (”normal” geht), warum absetzen?

Sorry, ich bin gerade ziemlich durch den Wind. Falls mir jemand Mut machen kann / will, kann er mir auch gerne mailen.
LG, Sabine


Elke on July 17th, 2008 at 8:18 am #

Hallo ihr alle!
Ich bin seit Monaten dabei, Paroxat abzusetzen. Ich habe über ca. 1 1/2 Jahren 20 mg genommen, habe dann auf 10 mg reduziert (ca. 3 Monate lang). Dabei ging´s mir relativ gut. Die Kreislaufstörungen, die in dieser Zeit vermehrt auftraten, habe ich auf`s Wetter geschoben. Die letzten Tage habe ich 5 mg täglich geschluckt, dann immer wieder vergessen und schließlich ganz abgesetzt. Anfangs hatte ich immer wieder Schwindelanfälle, die noch auszuhalten waren. Jetzt, ca. 2 Wochen später, sind diese Anfälle so stark geworden, dass ich nicht in der Verfassung bin, arbeiten gehen zu können. Ich habe auch dieses Zittern und bei LANGSAMEN Bewegungen Herzrasen. Das hat mir bzw. macht mir richtig Angst. Ich hab erst gar nicht daran gedacht, dass all diese Symptome mit dem Absetzen von Paroxat zu tun haben könnten. Gestern hab ich dann mal ins Netz geschaut und gesehen, dass viele andere auch unter den beschriebenen Symptomen leiden. Da ich, wie viele von euch, berufstätig bin und meiner Arbeit nachgehen will, nehme ich nun nach heutiger Absprache mit meiner Psychotherapeutín (die auch nicht ganz davon überzeugt ist, dass diese Beschwerden vom Absetzen kommen) wieder 5 mg. Diese soll ich ca. 2 Wochen täglich nehmen und dann zum Ausschleichen nur noch jeden 2. Tag. Ich hoffe so, dass ich es so ohne oder mit wenigen Nebenwirkungen schaffe. Wenn ich nur wüsste, wie lange ich noch hätte durchhalten müssen, hätte ich die Tabletten nicht mehr angerührt. Aber wie lange können diese Zustände anhalten? Ich habe so ziemlich alle, die von euch beschrieben worden sind. Auch kommen diese Angstzustände und die Weinerlichkeit hinzu. Ich fühl mich schlecht meinem Freund gegenüber, weil ich so “unberechenbar” bin. Ich will aber von den Tabletten los, weil wir planen, ein Kind zu bekommen. Momentan weiß ich mir wirklich keinen Rat. Vielleicht war es Wahnsinn, wieder mit 5 mg anzufangen. Möglicherweise hätte ich nur noch wenige Tage durchhalten müssen… Diese Fragen beschäftigen mich jetzt. Ich bin froh, diese Seiten mit euren Nachrichten gefunden zu haben, denn ich habe wirklich schon geglaubt, ich wär nicht mehr ganz normal oder hätte was ganz Schlimmes. Bitte, falls jemand von euch sagen kann, wie lange diese “Entzugserscheinungen” ungefähr andauern, schreibt es mir. Bin ziemlich verzweifelt und hocke in dem Zustand zuhause, obwohl ich eigentlich arbeiten sollte.
Liebe Grüße an euch alle und alles Gute und natürlich viel Erfolg!!!
Elke


Niene on July 19th, 2008 at 2:44 pm #

Hallo Leidensgenossen..

habe anfangs 20mg am Tag genommen, da es aber anscheinend nicht die richtige Wirkung hatte, erhöhte mein Arzt es auf 40mg.
das ich seit der ersten Einnahme eigentlich noch mehr Probleme hatte, da ich auseinander gegagen bin wie ein Hefekloß, hatte laut meines Arztes nichts mit Paroxetin zu tun…
Das sei mal so dahin gestellt.
In einem Jahr 40Kilo zunehmen, auch wenn man teilweise gar nicht isst???
Naja, dann hatteich endgültig die Schnauze voll… anderer Arzt… Versuch 1 das Teufelszeug los zu werden.
Von 40 auf 20
von 20 auf Null
Das war unmöglich..
Schwitzen, Hitze Kälte, Kopfschmerz, Stromschläge im gesamten Körper, eine Heulattacke nach der anderen, Kreislaufprobleme, intensive Träume— bis hin zur Halluzination.
So muss sich wohl die Hölle auf Erden anfühlen…
meine partnerin ist schon teilweise vor mir geflüchtet, kann ich verstehen, ich konnte mich selbst nicht leiden zu der Zeit.
Abbruch– wieder auf 20mg.
Versuch 2
20 auf 10
und dann auf null
Bin zur zeit auf 10mg
leichte scläge im Arm, probleme mit den augen–scheinen langsamer zu reagieren, meine Stimmung ist sehr schwankend–sehr sensibel, viele tränen außerdem könnte ich den ganzen Tag schlafen.aber irgendwie muss ich mich da durch quälen… mir tut nur irgendie meine Freundin leid, sie muss mich halt ertragen bis ich endlich dieses Zeug los bin…
euch viel Erfolg und gesundheit…
und wenn jemand weiß wie man das zeug jnoch leichter los wird ausser mit dem Tip vom Rene bitte sofort melden.
Ich werd es auf jeden Fall ausprobieren.

Drück die Daumen… Niene


reini on July 20th, 2008 at 12:40 pm #

Absetzen:
… ihr seid jetzt bei 35mg/Woche, das sind 5mg/Tag oder 10.mg alle 2 Tage.
Jetzt plötzlich nichts mehr nehmen geht nicht!!!!!
Also diese 35mg Schritt für Schritt, schön langsam reduzieren, erst jeden zweiten Tag, dann jeden dritten Tag, also erst einen Tag pro Woche weglassen, dann zwei usw.
Von 35mg auf 10mg in 2 Monaten. Das mein ich mit langsam. Und bei 10mg angekommen, ist seid ih noch immer nicht übern Berg; wenn ihr bis dahin aber noch keine Entzugserscheinungen bekommen habt, könnt ihr schon stolz auf euch sein. Trotzdem wär jetzt ganz aufhören falsch, es würde euch wieder einholen.
Dann eben immer weiter reduzieren und wenn ihr bei 5mg alle 2 Wochen angelangt seid, erst dann rate ich euch es zu versuchen ganz wegzulassen.


reini on July 20th, 2008 at 4:45 pm #

http://www.adfd.org/forum/view.....ht=paroxat

..habe da was interessantes gefunden. vielleicht hilfts ja wem.


Etain on July 25th, 2008 at 7:45 pm #

Hallo liebe Leute,

also ich bin seit 7 Monaten auf Paroxetat und versuche schon wieder es abzusetzen. Einerseist weil ich nicht all zu schwer Panik/Angstkrank war und andereseits, weil ich ungerne Chemie in mich reinstopfe. Bin also von 20 mg erst mal runter auf 15 für einen monat, jetzt auf 10 mg. soweit so gut keine nebenwirkungen. Nur dass ich immer noch hundemüde bin. seit ich paroxetin nehme muss ich mindestens 10 stunden am tag schlafen, bevorzugt vormittags, was blöde ist, wenn man sein leben lang frühaufsteher war!!! Aber ich bin student, von daher kann ich es einigermaßen ins Tagespensum integrieren. Da ich aber momentan zeimlcih im Lernstress bin habe ich gerstern die tablette vergessen, was sich direkt heute gerächt hat…..schwindel, angst!? oder liegt es nur am stress…oder ist es beides.? na auf jeden fall habe ich angst wieder rückfällig zu werden (depri/angstkrank) aber das gehört wohl, wenn ich die anderen Beiträge so lese zum absetzten dazu.

ALso an alle, Kopf hoch, durchhalten und , da kann ich mich allen nur anschließen…….schön langsam runter damit, zur not die tablette vierteln, das geht auch! und immer min. 2 wochen, besser 4 bei der dosis bleiben bis man wieter runter geht (gerade bei damen wichtig, denn der hormonhaushalt schwankt ja bekanntlich im 28 tage rhythmus, denkt dran!!!)

also, verliert den Mut nicht, wir sind nicht alleine!!!!


jacqueline on August 14th, 2008 at 10:24 pm #

Hallo,
ich kann gar nicht fassen was ich hier lese.Bis vor 5 Minuten dachte ich ich wäre mit diesem “Paroxetin-Problem” alleine.Durch Zufall beim Suchen des Medikaments stieß ich hierher.
Ich nehme Paroxetin seit ca. 4-5 Jahren wegen Panik.Bin von 20 auf 10 mg runter. Des öfteren habe ich versucht es ganz wegzulassen, aber nach spätestens 6 Tagen ging es mir so dreckig (Schwindel,weinen…)das ich doch wieder 10mg nahm.Das ist bis heute so, denn ich habe Panik vor dem Absetzen. Meine Ärzte können komischer Weise auch an keinen Zusammenhang zum Paroxetin glauben. Ich sollte es langsam ausschleichen lassen.Nach 10-auf 5 mg und dann alle 2 Tage 5mg-dann 0. Ich hab´Angst und habe es bis jetzt noch nicht in Angriff genommen.
Einerseits bin ich nun froh von Leidensgenossen zu lesen, obwohl es ja echt traurig ist. Wenigstens weiß ich jetzt, daß ich mir die Absetzsymptome nicht einbilde.
Vielleicht schaffe ich es ja irgendwann mal…
liebe Grüße und alles Gute Jacqueline


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