23.12.2006 – das war ein Datum, das mir in Erinnerung bleiben wird – auf sehr unangenehme Weise! Am Abend dieses Tages hatte ich meinen bislang heftigsten Angst- und Panikschub seit ich denken kann. Wie kam es zu dieser akuten Angststörung und Panikattacke?
Und auch noch Sozialphobie…
Mir ging es den gesamten Tag über nicht gerade berauschend, schon seit dem Aufwachen. Zwecks Geschenkekaufs und sonstiger Erledigungen machte ich mich nach langem Grübeln und Widerwillen auf. Hier überwog die Sozialphobie in einer leichteren Form.
Am Abend dann wollte ich bereits gegen 20 Uhr nur noch das mich erschütternde Elend wegschlafen und nahm eine Zopiclon. Zum Essen trank ich ein Gläschen Merlot, am Schreibtisch konsumierte ich noch drei leckere Barcardi Breezer. Und brach sich das Unheil Bann, als ich vom Bett aufstand um noch mal auf Toilette zu gehen.
Tränen flossen – Benzodiazepine als vorletzter Ausweg
Wie ein Schloßhund heulte ich knapp eine Stunde lang, bis ich zu Temesta, meinen Benzodiazepinen griff, und nach der Einnahme der zweiten Tablette mich befreiter und gelöster fühlte. In Kombination mit der bereits zwei Stunden zuvor genommenen Zopiclon-Tablette, einem Müdemacher, entschlummerte ich im Anschluß an ein Telephonat mit meiner Freundin sehr rasch.
Zuvor lag ich während der Heul-Phase wie paralysiert im Bett. Ich entsann mich des Temestas (Lorazepam/Bezodiazepine) in der Küche, doch hatte ich Angst in die Küche zu gehen, da ich an der Schublade mit den Messern vorbeimußte, und zuvor wieder starke Selbstmordgedanken gehegt hatte.
Temesta – Die Erlösung
Das war ein schlimmes Gedankenspiel. Tatsächlich wog ich gegeneinander ab, mir eines der langen Messer mit fester Schneide in mich zu stoßen, oder doch Temesta zu nehmen. Ich wollte unbedingt diesen Zustand beenden. Gewissermaßen als vorletzte Option vor dem letzten Mittel, dem Suizid, rannte ich los zu meiner Temesta-Packung, vorbei an der Schublade mit den vielen scharfen Messern, und griff sogleich eine Tablette, die ich sofort zergehen ließ. Zur Sicherheit nahm ich noch eine zweite.
Entspannung und Erleichterung
Und während ich noch darüber nachsann, was aus meinem Suizid-Gedanken geworden ist, entfaltete sich ein wunderbares Gefühl der Entspannung und Erleichterung in mir. Der Druck und der Schmerz waren gewichen zugunsten einer Entspannung, ganz so, als hätte ich mich verkrampft.
Die verheulten Augen wurden photographiert
Innerlich durchströmte mich ein wenig Wärme, die mein Herz berührte und die Angststörung und die Panikattacke wirkmächtig beiseite schob. In diesem Moment griff ich zu meiner Kamera, um mich im Moment nach dem Abflauen des inneren Elends für einen guten Moment auf einem Bild festzuhalten.
Meine Frau
Sodann telephonierte ich mit meiner Frau, deren wunderbare Stimme der wohltunste Balsam auf meiner Seele und meinem Körper war. An den Wortlaut des Gesprächs kann ich mich kaum noch entsinne. Tags darauf versuchte Sie das Telephonat für mich aufzubereiten.
Ausblick und Resümee
Einerseits war diese Attacke äußerst schlimm. Andererseits war ich recht gut präpariert für sie mit Temesta. Glück im Unglück also, oder eher Schade, daß es soweit kommen mußte? Eine optimistische Antwort führt mich zu ersterer Aussage. Da bedauerlicherweise auch nur ohne einen Gran Pessimismus bei der folgenden Voraussage eine Rolle spielt, steht zu vermuten, daß ich wieder eine Attacke und auch diesen Ausmaßes erleiden werde.
Für die Praxis
Mental bereite ich mich auf diese mit Temesta vor. Praktisch werde ich fortan stets zwei Tabletten Temesta bei mir führen. Nichts auszudenken, wenn ich an einem fremden Ort eine solche Attacke erleide und Temesta ist weit und breit nicht in Sicht.
Wie sind Deine Erfahrungen mit Panikattacken oder Angstattacken? Wie verhältst Du Dich in einer Schubphase der Attacke und was tust Du dagegen?