Sep
19
Filed Under (Sport) by Rene Kriest on 19-09-2008

Seit zwei Wochen jogge ich täglich, sieht man einmal von der unsäglichen Unterbrechung durch meine Mandelentzündung ab.

Mein Ziel ist es, täglich eine Runde durch respektive um den Ort zu drehen. Ermöglichen will ich mir dadurch ein besseres Körperempfinden, mehr Ausdauer (Kondition) als auch Lebensfreude und Gesundheit im allgemeinen.

Bis zu meinem 16. Lebensjahr war ich Leistungssportler, betrieb Leichtathletik, Fußball und Tennis. Anschließend zog ich es vor, mit Mädels rumzuhängen und zu rauchen. Ersterem Laster fröne ich nachwievor, vom Rauchen wenigsten konnte ich mich schon bereits vor etwa zehn Jahren trennen.

Die vergangenen Jahre trieb ich sporadisch Sport, etwa Moutain-Biking, Schwimmen, Joggen und Krafttraining. Insbesondere das Radfahren durch den Taunus gefiel mir, das Joggen mußte ich mir angewöhnen, doch dann machte es mir richtig Spaß.

Bedingt durch meine Narkolepsie hatte ich mit Muskelschwäche zu kämpfen, was ich lange Zeit nicht verstand, und entsprechende Auswirkungen erst nach Diagnosestellung im August 2007 retrospektiv deuten konnte.

Warum also joggen?

Nun, bereits nach der ersten Woche kann ich konstatieren, daß ich mich großartig fühle. Im Juni befand ich mich im Krankenhaus für eine Woche, anschließend hieran war ich noch knapp drei Wochen bettlägerig. Vor dem Hintergrund der körperlichen Untätigkeit wandelten sich selbst scheinbar banale ausnehmende Verrichtungen des Alltags zu mühevollen Aufgaben, wie etwa das Treppensteigen. Ergänzend hinzu kam, daß ich leicht zugenommen hatte.

Joggen wollte ich bis dato immer mal wieder, doch gab es genügend Ausreden, lieber zu Hause zu bleiben.

Erstaunlicherweise fiel es mir sehr leicht, jeden Tag laufen zu gehen, nachdem die Hürde des ersten Trainings genommen wart. Seither arbeite ich daran, das Laufen zu einer alltäglichen Gewohnheit auszuprägen.

Der Nutzen ist extrem groß. Ich fühle mich wesentlich besser, zum einen geistig, da ich mich überwunden habe, selbst bei Kälte als auch überhaupt zu laufen, andererseits aber auch und zuvörderst körperlich. Ich bekomme wieder mehr Luft, bin leistungsfähiger und strapazierfähiger, innerlich wesentlich ausgeglichener und ruhiger, bekomme viel frische Luft ab und sehe was von meiner Umgebung, entdecke hierbei stets Neues und Interessantes, welches seinerseits wieder die Neugierde und den Entdeckergeist weckt und befruchtet. Abgenommen habe ich Gott sei Dank ebenfalls. Verschwunden sind auch meine Kreuzschmerzen, unter welchen ich laborierte, sofern ich etwas ungesund herumlag oder –saß.

Täglich joggen zu gehen kann ich ausdrücklich jedermann empfehlen, ob depressiv oder nicht. Details und weiterführende Infos erläutere ich im Forum in meinem Jogging-Tagebuch.



Seit knapp zwei Monaten nunmehr nehme ich keine Antidepressiva mehr ein. An meinem Krankheitsbild im Sinne der Diagnose hat sich seither jedoch nicht verändert, nachwievor bin ich von Depression betroffen.

Mit Depressionen leben zu können und gleichzeitig ohne Medikamente wie Antidepressiva auszukommen scheint für viele ein Traum zu sein, die ihrerseits Medikamente einnehmen. Für andere wiederum kommt die Einnahme von Medikamenten grundsätzlich nicht in Frage, weshalb sie nach Wegen Ausschau halten, zwecks Linderung ihrer Depressionen weitgehend auf Psychopharmaka verzichten zu können.

Wie bin ich von meinen Antidepressiva losgekommen?

Nun, es kam anders als gedacht und gewollt war es auch nicht wirklich. Zuletzt nahm ich wieder Paroxetin ein zusätzlich zu Lamictal bzw. Lamotrigin, einem Stimmungsstabilisator, der zurecht zunehmend seinen Weg in die Therapie der Depression findet.

Neben der Depression bin ich auch von Narkolepsie betroffen, einer wahrlich kongenialen Ergänzung zur Depression, und es begab sich, daß sich die Medikamente, welche ich wider die Narkolepsie nehme, nicht mit jenen zur Behandlung der Depression vertrugen.

Xyrem und Paroxetin als auch Lamotrigin weisen als mögliche Nebenwirkung allesamt mehr oder weniger verklausuliert aus, daß deren Einnahme zu Ödemen führen könne. Bei mir stellte sich kaum zwei Wochen nach Beginn der Therapie mit Xyrem ein Ovulaödem ein, der Gaumen schwoll an und schnürte mir die Luft ab.

Auf der Notfallambulanz der Klinik wies man mich an, außer Modafinil und Ritalin, die ich zur Bekämpfung der Tagesmüdigkeit meiner Narkolepsie einnehme, sämtliche Medikamente abzusetzen. Notgedrungen also entsagte ich von da an Paroxetin und Lamotrigin.

Wie lebt es sich seither ohne Antidepressiva?

Angst ohne Antidepressiva auskommen zu müssen, hatte ich nie. Allenfalls der Zeitpunkt überraschte mich ein wenig als auch die Art und Weise, wie ich meine gewohnte Medikamenten-Kombination fahrenlassen mußte. Unter diesen Umständen, also mit lebensbedrohlichen Komplikationen in der Klinik zu landen, hatte ich bis dato in meinen kühnsten Phantasien nicht gerechnet und vergleichbare Fälle waren mir auch nicht bekannt.

Fortan beschränken sich meine Antidepressiva auf rein psychotherapeutische Maßnahmen und hierbei vor allem der Bibliotherapie. Ich lese in wohltuend-stimulierenden Büchern, die positiv gehalten sind als auch konkrete Tips zu einem Umgang mit Problemen geben, eben Selbsthilfeliteratur. Zudem folge ich meinem seit knapp zwei Jahren nunmehr schon aufgestellten Programm, meinem Mentaltraining.

Rückschläge in die Depression in nennenswerter Weise gab es bislang erst einen, wobei dieser auch mehr ernährungbedingter Natur zu sein scheint. Auf der anderen Seite fühle ich mich durchweg gut in nicht-depressiven Phasen.

Noch kann ich nicht präzise scheiden zwischen den Zeiten mit und ohne Einnahme von Antidepressiva auf Gefühlsebene. Gemeint ist die Frage, ob ich mich, wie gerade von Psychoanalytikern gerne apostrophiert, authentischer fühle oder nicht.

Gewachsen ist nur das Bewußtsein, daß es sich sehr gut mit als auch ohne Antidepressiva leben kann, sofern man das möchte. Aufmerksam geworden bin ich zudem einmal mehr auf die Schattenseite der Antidepressiva, nämlich deren Nebenwirkungen.



Apr
14
Filed Under (Casual News) by Rene Kriest on 14-04-2008

eBums ist irgendwie sick. Grobgesagt ist eBums eine eBay-Variante mit der Währung Sex statt Geld. Furore macht gerade Anna aus Lübeck, die Sex gegen einen Zahnarzt tauscht, um so eine Krone für ihre vermaledeiten Zähne zu erhalten. Ohne Krankenversicherung muß man umso mehr für Kronen berappen.

Entdeckt hat diese Variante der Prostitution die BILD-Zeitung. eBums mag zwar eine irgendwie witzige Idee darstellen, jedoch scheint das Angebot auch nichts anderes als eine Form der Vermittlung von Sexkontakten zu sein, die sich entsprechend entlohnen lassen.

Im Falle von Anna aus Lübeck und ihrer Versteigerungen auf eBums de drängt sich der Gedanke an Prostitution geradezu auf. Laut BILD soll sie sich auch für ein iPhone als auch Friseur interessieren – und bereitwillig mit Sex als Gegenleistung bezahlen. Und im Falle von BILD kann man sich des Verdachts nicht erwehren, daß der Beitrag von eBums gesponsort sein könnte, denn Promo täte dem bislang noch mit gähnender Leere strotzenden Auktionshaus der freizügigen Art sehr gut.

Zumindest war die Meldung einen milden Lacher wert. Übrigens: tausche Depression gegen Porsche. ;)



Bloggeramt.de

kostenloser Counter