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Filed Under (Allgemeines) by Rene Kriest on 15-03-2007

Depression? Ich?! Nein, kann nicht sein. Das Selbsttest-Programm im Internet verkennt meine wahren Schwächen. In Wirklichkeit bin ich einfach nur faul, unpünktlich, demotiviert und unzuverlässig. Morgens kam ich nicht ins Bett, weil ich immer so lang wach geblieben bin. Ein Stubenhocker war ich obendrein. Genaugenommen habe ich aufgrund dessen auch allen Grund Suizid-Gedanken zu hegen. Weshalb also einen Arzt behelligen?

Mindestens ein weiteres halbes Jahr zog ins Land seit jenem ersten Selbsttest und ich blieb genau das, was ich oben beschrieben hatte: faul, unpünktlich, demotiviert und unzuverlässig usf. Irgendwann jedoch landete ich dann doch noch nach weiteren Anlaufschwierigkeiten beim Arzt; und das kam so.

Einer liebgewonnenen Freundin fiel mein träges, in der Öffentlichkeit schreckhaft-ängstliches Verhalten auf. Nach vorsichtigem Herantasten kamen wir ins Gespräch und ich entschuldigte mich in aller gebotenen Höflichkeit für mein Verhalten. Schließlich verhielt ich mich im Vergleich zur gesellschaftlichen Norm häufig anders. Sie wähnte mehr dahinter und schlug mir einen Arzt-Besuch vor.

Wie wir übereinkamen, daß ich zu einem Psychiater und Neurologe gehen sollte, bei dem auch ihre Tochter gelegentlich zur neurologischen Untersuchung ist, weiß ich nicht mehr so recht.

Geraume Zeit nach diesem Gespräch, denn es waren noch ein paar Widrigkeiten aus dem Weg zu räumen gewesen, Stichwort Krankenkasse, die ich zu diesem Zeitpunkt nicht hatte, brachte ich die Energie auf, um einen Termin zu bitten. Zuerst führte mich der Weg allerdings zum Hausarzt – man weiß ja nie; es muß ja nicht gleich der Kopf sein, der malade ist.

Bei der Erwähnung meiner Antriebslosigkeit und vor allem der Suizid-Gedanken fühlte die Ärztin mit professioneller Gelassenheit eine Überweisung an von mir vorgeschlagenen Psychiater, Herrn Dr. Kanthak aus Bad Soden, aus. Umgehend wurde ich dort vorstellig.

Das Gespräch dauerte nicht lange. Meine Schilderung der Symptome ließ den Arzt sogleich auf den Einsatz von Psychopharmaka verweisen. Aus der Reihe der Antidepressiva empfahl er mir mit einem Serototin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) zu beginnen. Innerhalb dieser Stoffgruppe wählte er Sertralin aus, mit welchem ich zu Beginn mit 25 mg/Tag beginnen sollte.

Nach Einnahme der 25 mg/Tag ging es mir eine Woche über blendend. Derart gut hatte ich mich jahrelang nicht mehr gefühlt. Genaugenommen konnte ich mich nicht mehr entsinnen, jemals derart antriebsgeladen und beschwingt den Tag zu beginnen und durchstehen zu können. Ein Wundermittel! Warum war ich nicht schon früher zum gelobten Psychiater gegangen?!

Bedauerlicherweise ging es nicht nur noch steil bergauf seit jenem Tag im Mai 2006. Diverse Rückschläge, auf welche immer wieder neue Erfolge entstanden, später, nunmehr im März 2007 geht es mir erstmals wirklich blendend und das nicht nur einen Tag oder gar nur wenige Stunden. Auf dem Weg zum persönlichen Glück, steinig und niemals endend, bin ich endlich angelangt und ein beträchtliches Stück dessen fortgeschritten. Und es geht weiter auf diesem! :)

Wie war Dein „erstes Mal“? Wie bist Du dahintergekommen, daß etwas mit Dir nicht stimmen könnte? Dachtest Du gleich an Depression oder an eine andere Krankheit?



Comments:
3 Comments posted on "Mein erstes Mal"
Susanne on March 15th, 2007 at 8:35 am #

Klar geht es dir blendend, deshalb bist du ja auch in der Klinik!


Rene Kriest on March 17th, 2007 at 4:21 pm #

Jein, ich bin erst heute probeweise auf die Menschheit losgelassen worden. Den Artikel hatte ich am Mittwoch zeitgesteuert eingestellt. :)

Dienstag abend kommender Woche bin ich zu 99,99999999999999% wieder raus – bis zum nächsten Mal. ;)


Susanne on March 17th, 2007 at 4:44 pm #

Ich hoffe, es gibt einen ganz ausführlichen Klinik-Bericht?


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