Jan
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Filed Under (Lamictal/Lamotrigin) by Monica Treve on 31-01-2007

Der heutige Termin bei meinem Psychiater war sehr gut. Am letzten Sonntag hatte ich einen leichten Taucher, ich fürchtete mich vor einem erneuten Tief. Es hielt aber zum Glück nicht lange an und am nächsten Tag ging es mir wieder gut. Wir haben nun folgende Vorgehensweise besprochen:

  • Kontrolle des Wirkstoffspiegel im Blut und Anpassung der Medikamente
    Wie ich schon mal hier geschrieben habe, ist mein Efexor- und Lamictal-Wirkstoffspiegel sehr tief. Efexor erhöhen wollte ich nicht unbedingt, da ich ja schon mal deswegen starke Nebenwirkungen hatte. Deshalb haben wir uns entschieden erst mal Lamictal um 25 mg täglich zu erhöhen. In ein oder zwei Wochen werde ich hoffentlich Besserung spüren.
  • Lichttherapie
    Ich habe ihm versprochen, wieder vermehrt vor das Lichtgerät zu sitzen. Ich habe eine Philips Bright Light Lampe mit 10′000 Lux gekauft, weil ich im Herbst immer wieder die Depression spüre. Anfang Herbst habe ich mit dieser Lichttherapie angefangen, aber im neuen Jahr habe ich leider nur unregelmässig das Lichtgerät benutzt.
    Lichtgeräte sollten jeden Morgen zwischen 20 und 60 Minuten genutzt werden. Je nach dem wie nahe man dem Gerät sitzt und somit die Lichtstärke ist. Bei 10′000 Lux (ca. 40 cm vor dem Gerät sitzen) reichen 20-30 Minuten. Sitzt man weiter weg, vermindert sich die Lichtstärke und somit verlängert sich die Therapiedauer. Licht beeinflusst im Hirn den Melatoninstoffwechsel, der den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert – das heisst, bei Helligkeit wird Melatonin abgebaut und man wird wach. Melatonin soll auch eine depressionsfördernde Wirkung haben. Die Lichttherapie beeinflusst somit die Stimmung positiv.
  • Verhalten, wenn ein Tief auftritt
    Ich muss lernen: Ein Tief ist absolut normal. Jeder Mensch hat Tage, in denen es ihm nicht gut geht. An einem Tag keine gute Stimmung zu haben, ist also noch lange kein Hinweis, dass es wieder für längere Zeit bergab geht.
    Ich muss keine Angst davor haben, dass die Medikamente plötzlich nicht mehr wirken. Dies kommt praktisch nie vor. Diese Angst hat mich nur noch mehr nach unten gedrückt. Das muss nicht sein
    Ein Protokoll führen, wie sich das Tief anfühlt und versuchen herauszufinden, ob es irgendetwas gibt, dass dieses Tief ausgelöst hat. Sobald ich fühle, dass es bergab geht, etwas dagegen zu unternehmen, wie z.B. Licht tanken, ein Bad nehmen, spazieren gehen, etwas malen oder zeichnen – also Dinge tun, die ich gern mache. Dies alles, bevor es mir zu schlecht geht. Denn wenn ich einmal ganz unten bin, habe ich keine Kraft etwas zu tun.

Der letzte Punkt ist wohl der schwierigste. Am letzten Sonntag, habe ich erst sehr spät bemerkt, dass die Stimmung unten ist. Ich dachte einfach, ich sei müde, es liege am Wein vom Vorabend usw. Erst am Montag ist mir klar geworden, dass es sich um ein Stimmungstief gehandelt hat – erst erkannte ich die Zeichen.

Ich hoffe, dass mir das alles gelingt, und dass das Lamictal gut anschlägt. Morgen nehme ich die erste Dosiserhöhung in Angriff. Wünscht mir Erfolg! :)



Comments:
10 Comments posted on "Wenn trotz Lamictal ein Tief auftritt"
Madzia on January 31st, 2007 at 5:08 pm #

Liebe Monica,

ich freue mich immer sehr auf Deine Beiträge;-) Herzlichen Dank an dieser Stelle für Deine Mühe!!!

Bei welcher Dosis von lamictal bist du jetzt, immer noch bei 150 mg?
Bringen diese 150 mg keine Wirkung mehr? Wieso musst du so hoch gehen, jeden Tag zusätlich 25 mg. Gibt es keine dann keine Nebenwirkung, weil man langsam aufdosieren soll?

Ich hoffe ich frage nicht zu viel? Vieles kannst Du mit Sicherheit erst dann beantworten, wenn gewisse Zeit nach der täglichen Erhöhung um 25 mg vergangen ist.

Ich bin noch bei 50 mg, bin ziemlich glücklich, da mir echt von tag zu tag besser geht. Das ist wirklich Wundermittel;-))))))

Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Erfolg!!!
würde mich freuen, wenn Du mal bald schreibst, wie es Dir mit der Dosiserhöhung ergeht!

Bis dahin ganz liebe Grüsse nach Zürich!!!!
und alles Gute
von Madzia


Martin on January 31st, 2007 at 5:16 pm #

Hallo Monica,
äh… ADs und Wein? Wie passt das? Seit ich Fluoxetin futtere, ist Allohol bei mir endgültig passé - mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass ich eh’ schon verdammt wenig getrunken habe.
Ich könnte mir vorstellen, vielleicht “mal” “ein” Glas Wein oder sowas zu trinken - aber nicht so viel, dass es irgendwie messbar wäre und schon gar nicht so viel, dass ich befürchten muss, am nächsten Tag ‘nen Hangover zu bekommen.
Wie hältst Du das denn so in aller Regel?

Gruß: Martin


Monica on January 31st, 2007 at 5:53 pm #

Liebe Madzia

Ja, ich bin zur Zeit bei 150 mg und dann ab morgen 175 mg.

Hm, ich weiss nicht genau, ob ich dir deine Fragen beantworten kann. Es ist so, dass ich die Medis sehr schnell verstoffwechsle und deshalb nicht mehr viel Wirkstoff im Blut ist. Das hat nichts mit dem Medi zu tun, sondern mit meinem Metabolismus (Stoffwechsel). Ich hoffe natürlich, dass keine NWs auftreten. 25 mg zusätzlich ist ja nicht viel. Mein Psychiater arbeitet normalerweise mit Dosen um 200 mg.

Ich werde jedenfalls berichten, wie es mir geht nach der Erhöhung.

Lieber Martin,

Jaja, ich weiss. ADs und Alkohol. Ich habe Jahre lang nichts getrunken. In letzter Zeit trinke ich hin und wieder Wein. Das mit dem Hangover ist bei mir halt so: Eine Zeit lang habe ich schon nach einem Glas Wein oder Bier Kopfschmerzen oder Migräne bekommen. Deshalb habe ich nichts mehr getrunken. Seit kurzem kommt das nicht mehr vor, deshalb genehmige ich mir hin und wieder ein Glas Wein.

Ich denke, solange es sich im Rahmen hält, ist es kein Problem. Der Bluttest hat es auch gezeigt, da alle Werte in Normalbereich sind :) Trinkst du überhaupt keinen Alkohol mehr?

Liebe Grüsse
Monica


Susanne on January 31st, 2007 at 7:19 pm #

Hallo Monica,
du erhöhst täglich um 25 mg das Lamictal?
Ich kenne es nur so, dass man Lamictal langsam erhöhen sollte, nicht mehr als 25mg pro Woche, wegen der möglichen heftigen Hautreaktionen.


Monica on January 31st, 2007 at 8:10 pm #

Hallo Susanne,

Neinnein!!! Ab morgen erhöhe ich auf 175 mg und lasse die Dosis so, bis ich in zwei Wochen wieder beim Psychiater bin. Je nach dem wie es mir dann geht, belassen wir die Dosis oder erhöhen oder senken sie…

Gruss
Monica


Rene Kriest on January 31st, 2007 at 10:05 pm #

@Susanne
Wichtig ist nur das anfängliche Einschleichen. Später dann kann man auch großzügiger mit der Dosis schwanken. Ich habe probeweise mal einen Tag 50 mg mehr genommen usf.

@Martin
Sicherlich interagieren gewisse Medis mit Alk hinsichtlich der Wirkung. Sonst aber soll man kein Alk trinken, da Alk bzw. zu viel Alk die Leber belastet, also das Organ, durch das auch die ADs usf. durch müssen.

Bislang habe ich keine schlechten Erfahrungen mit Alk gemacht. Ich war vorher auch auf der No-Alk-Schiene. Jetzt aber hat sich das normalisiert.


Martin on February 1st, 2007 at 8:31 am #

Hallo Monica, Hallo René,

nun, ich habe Phasen gehabt, da stand ich kurz vor dem Alkoholismus - jeden Tag in der Kneipe, jeden Tag ordentlich einen “getütert”, jeden Tag nach Hause geschlingert. Dazu dann noch so lustige Sachen wie Gras und Coffeinum-Tabletten, jede menge RedBull, Guarana (als Sirup mit Cola gemischt) und Kette geraucht (35 - 40 Selbstgedrehte Marke Schwarzer Krauser am Tag) - also alles, was irgendwie schädlich sein kann.
So nach und nach habe ich mit alledem aufgehört: Zuerst habe ich keine Coffeintabletten mehr genommen, dann nicht mehr gekifft, Guaranazeug hab ich sein gelassen und irgendwann dann so gut wie gar nicht mehr getrunken - das heißt, zum Geburtstag und zu Weihnachten ein Glas Wein, zu Silvester ein Glas Sekt und zum Grillen mal ein Glas Bier, also wenn ich im Jahr auf 1,5 Liter alkoholische Getränke komme, ist es schon viel. Naja, und seit Jahresbeginn rauche ich auch nicht mehr.
Dementsprechend kann ich noch nicht mal behaupten, ich “müsste” auf Alkohol verzichten - ich trinke sowieso so gut wie nichts, also ist das letzte bisschen auch egal. (So habe ich übrigens auch das rauchen seinlassen können - ich habe in letzter Zeit so wenig geraucht, weil ich im rauchfreien Büro sitze und super erkältet war - da machte es dann auch nichts mehr aus, gar nicht mehr zu rauchen…). Das stellt für mich halt keinen Verzicht dar. Ist für mich ungefähr so schmerzhaft, wie wenn mir ärztlich verboten würde, an Gummistiefeln zu kauen.

Gruß: Martin


Madzia on February 1st, 2007 at 11:59 am #

Hallo Liebe Monica!

Danke für Deine Antwort!
Ich wünsche Dir echt alles Gute bei diesem Versuch mit Dosiserhöhung. Aber das klappt schon, da bin ich mir sicher;—)
Ich bin bald zweite Woche bei 50 mg lamictal, bin recht zufreiden;-)

Ich werde mich freuen, wenn Du mal berichtest, wie es Dir damit geht!

Ja zu Alkohol hätte ich eine Frage: wie fühlst du dich wenn du ein Glas Wein getrunken hast? Ist dir schwindelig oder der gleichen?
Ich mag unheimlich gerne Wein, aber trinke nicht, da ich will das die Medikamente richtig wirken.
Wird durch Alkohol eigentlich die Wirkung von Medikamenten beeinträchtigt?

Ich wünsche Dir schon jetzt schönes Wochenende
und ein lieber Gruss nach Zürich!
MAdzia


Hoffnung on February 13th, 2007 at 2:50 am #

Hallo alle zusammen !!
Ich bin jetzt mit meinem Freund schon seid 3 jahren zusammen !!
Ich kann eigentlich auf der seite nicht viel mitreden weil ich nicht betroffen bin aber ich mache mir sorgen um mein freund !!
der war schon bei so vielen ärzten und keiner kann sagen was er richtig hat !!
Er nimmt schon seid längerer zeit lamictal eine tablette morgens und eine abends …..
ich kenn mich über die krankheit nicht aus , er redet auch nicht mit mir darüber!!
Ich will es einfach nur verstehen warum es so ist aber keiner kann es mir sagen !! Er bekommt in einem monat so 15 anfälle ( so ca. 10-20 sek. dauern die , er verdreht da die augen und wird ganz steif ) wie kann man die anfälle stoppen oder verringern ! Ich will einfach nur hilfe …
Ich weiß echt nicht mehr was ich tun soll nix hilft
wenn jemand weiß wie ich mich verhalten soll oder wenn mir jemand helfen kann dann bitte meldet euch
Hier ist meine e-mail : Kirsche30156454@aol.com

Sag jetzt schon vielen dank für eure hilfe
wünsch euch allen viel glück und bleibt stark


Rene Kriest on February 20th, 2007 at 1:45 pm #

Hallo Kirsche!

Entschuldige die späte Antwort.

Es ist schön, daß Du Dich derart für das Wohl Deines Freundes interessierst.

Solche Ausprägungen sind mir bezüglich der Depression unbekannt. Bei welchen Ärzten wart Du bzw. ihr schon? Auch beim Neurologen oder Psychiater?

Ich wünsche euch beiden alles Gute!

Grüße,

René


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