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Prozentangaben, reine Zahlen – Statistiken wollen interpretiert werden. Gerade im Falle von statistischen Auswertungen bei Studien und Befunden zur Krankheit Depression liegt der Teufel im Detail. Nicht selten haben Prozentangaben keinen wirklichen Aussagewert und umgekehrt können reine Zahlen auch in die Irre führen. Anhand des Medikaments Lamictal, einem Stimmungsstabilisator, möchte ich ein paar Zahlenspiele anbringen, die den Unterschied zwischen relativer und absoluter Betrachtungsweise im Zusammenhang mit Zahlen und Statistiken deutlich belegen. Wirkung und Wirksamkeit am Beispiel von LamictalDauerhafte und größte Erleichterung brachte mir Lamictal mit dem Wirkstoff Lamotrigin. Unter Lamotrigin fühle ich mich relativ gefestigt und gerade die depressiven Phasen fallen hinsichtlich Häufigkeit, Dauer und Schwere nicht mehr so stark aus. Auch hier gilt es jedoch unbedingt zu bedenken, daß der Erfolg relativ ausfällt. Dem Krankheitsbild nach bin ich (hypo-) manisch-depressiv, also bipolar 2 Erkrankter. Gleichwohl überwiegen bei mir die depressiven Episoden massiv. Bei starken emotionalen Schwankungen das Jahr über (Häufigkeit) und ungefähr zwei Wochen währenden depressiven Phasen (Dauer), welche stets Suizidgedanken zutage förderten (Schwere), wirkt sich eine Reduktion gemessen an einem nicht an manischer Depression Erkrankten absolut besehen sehr bescheiden aus.
Eine relative Senkung bedeutet etwa, daß meine Symptome um 60% zurückgegangen sind. Das hört sich gut an und ist es prinzipiell auch. Bei 100 (hundert) depressiven Episoden pro Jahr bedeutet ein Wegfall von 60% einen Rest von 40 (vierzig) Episoden.
Unter absoluter Betrachtung versteht man dagegen ausschließlich den Bezug auf konkrete Zahlen. Deutlich wird das, wenn man mit größeren Zahlen operiert. Bei 1.000 (tausend) depressiven Episoden im selben Zeitraum, also einem Jahr, führte eine Verringerung der Episoden um 60% zu einem Resultat von 400 (vierhundert) Episoden pro Jahr.
In beiden Fällen spricht man von 60% – doch liegt absolut besehen der Faktor 10 zwischen ein und demselben Befund: 60% können sowohl 40 als auch 400 Episoden bezeichnen. Auf meine Krankheit im Vergleich zu einem Nicht-Depressiven gewendetÄhnlich liegt es auch bei mir. Gemessen an der Gesamtziffer meiner auf den Tag, die Woche, den Monat und das Jahr heruntergebrochenen Gebrechen nimmt sich die wohltuende Wirkung des Stimmungsstabilisators Lamictal (Lamotrigin) bedeutend aus. Unter dem Strich bleibt aber noch ein derart großer Rest an Lebenseinbuße, daß ich gemessen an einem Nicht-Depressiven immer noch als – im übertragenen Sinne – Totalausfall gelten werde. Mit konkrete Zahlen gesprochenLag ich dereinst zwei Wochen am Stück nur im Bett und war selbst für den Suizid zu schwach, so mag sich diese Spanne von 14 Tagen auf 6 Tage und damit um knapp 60% verkürzt haben, doch bleibt unter dem Strich ein schrecklicher Rest. Jeder Tag mit Depression und Suizid-Gedanken ist eine unglaubliche Tortur. Die Pein und Marter bleibt einem trotz allem gerade nicht erspart. Halbwegs gute Tage zählen doppeltGleichwohl läßt sich auch anführen, daß umgekehrt auch jeder halbwegs gute Tag zählt. In der Gesamtbetrachtung überwiegt auch bei mir diese Sichtweise. Jeder halbwegs gute Tag zählt doppelt für mich. Grund zur verhaltenen Freude gibt es – relativ betrachtet. Post a comment
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