Neu auf dem Markt ist das Buch „Traurige Sonnigtage“von Schirin Homeier. Schirin Homeierist Dipl.-Sozialpädagogin (FH) und arbeitet in der „Evangelischen Beratungsstelle für Erziehungs-, Familien-, Ehe- und Lebensfragen Würzburg“.

Das Buch richtet sich an Kinder, deren Eltern oder Elternteil depressiv sind und an Betroffene selber. Es erzählt die Geschichte der kleinen Mona, die mit ihrer Mutter zusammen lebt. Monas Mutter hat gute Tage (Sonnigtage) und schlechte Tage (Traurigtage). Das Kind weiss nicht, was mit der Mutter los ist und hat einerseits Angst um sie und anderseits schämt sie sich vor den anderen Kindern. Wenn die Mutter Traurigtage hat, dann schläft sie viel, vernachlässigt den Haushalt, kauft nicht ein, kocht nicht. Mona kümmert sich nach ihren Möglichkeiten darum, vernachlässigt aber ihre Bedürfnisse.

Sie glaubt, mit ihrem Verhalten die Stimmung der Mutter beeinflussen zu können, ist dann aber traurig, weil es nicht gelingt. Sie wird auch traurig und grenzt sich von den Schulkameraden ab. Irgendwann fasst sie ihren ganzen Mut zusammen und redet mit ihrer Lehrerin darüber. Frau Ludwig zeigt grosses Verständnis und bietet Mona ihre Hilfe an. Sie redet mit Monas Mutter und bringt sie dazu, einen Arzt aufzusuchen. Von da an geht es der Mutter und Mona besser. Mona lernt sehr viel über die Krankheit ihrer Mutter und auch darüber, dass sie durchaus Kind bleiben und sich freuen darf, auch wenn es Mama nicht gut geht.

Es wird eine Nachbarin eingeweiht, die sich dann um Mona kümmert, wenn die Mutter eine depressive Phase hat. Sie stellen einen Notfallplan für die Nachbarin wie auch für Mona auf. Damit wird die gröbste Arbeit, die die Depression der Mutter nach sich zieht, den Erwachsenen überlassen, und Mona kann wieder mit ihren Freundinnen spielen gehen und für die Schule lernen.

Das Buch ist in drei Teilen gegliedert:

  1. Monas Geschichte, die sehr verständlich und liebevoll geschrieben und bebildert ist.
  2. Ein Ratgeber für Kinder, in denen ihnen vieles über psychische Krankheiten erklärt wird und Hilfestellungen in Form von selbst erstellten Listen geboten wird. Notfallpläne werden vorgeschlagen und Adressen, Telefonnummern und Internetadressen (leider nur für Deutschland, keine für die Schweiz oder Österreich) angegeben.
  3. Ein Ratgeber für Betroffene (Eltern, Verwandte, Freunde Depressiver), der erklärt, was in Kindern vorgeht, wie sie denken und welche Auswirkungen es haben kann, wenn Kinder von der psychischen Krankheit eines Elternteiles ausgeschlossen werden.

Ich habe das Buch mit Freude und Spannung gelesen und musst oft schmunzeln über die süsse Mona. Es ist wohl eine der schwierigsten Aufgaben, Erwachsenenthemen kindgerecht zu erklären. Dieses Buch hat es zweifelsohne geschafft und ich kann es vorbehaltlos weiter empfehlen.

Bestell Dir dieses Buchund gebe es jeder Person aus Deinem Bekanntenkreis, weil man einfacher die Depression nicht erläutern kann.



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