Über den inneren Dialog habe ich bereits geschrieben. Zum Verständnis dieses Artikels ist er nicht zwingend erforderlich, doch ich empfehle ihn dennoch jedem Interessierten zwecks tieferen Einfühlungsvermögens.

Ich greife die Frage noch einmal auf. Weshalb ist es so wichtig respektive unerläßlich, seine innere Stimme abzustellen? Weil sie falschliegt, weil sie unrecht hat. Und weil sie darob selbstzerstörerisch wirkt.

Wozu, außer zum Musik-Hören könnte ein MP3-Musik-Abspielgerät der neuesten Generation wie der iPod wohl noch gut sein? Oder reicht das Musik-Hören alleine schon aus, um einen Stimmungswechsel in einem hervorzurufen?

Bekanntlich hat Musik einen hohen Stellenwert im Leben der Menschen. Stimmungen werden in Liedern ausgedrückt, teils melancholische, teils wird gute Lauen verbreitet. Als ich zu Weihnachten meinen iPod geschenkt bekam, sah ich in dem grauen Kasten nur eine Möglichkeit, endlich Musik im handlichen Kleinformat unterwegs hören zu können. Seit meinen Walkman-Zeiten – das waren die sperrigen Dingen mit den Kassetten, die, wenn sie runterfielen, kaputtgingen, zumindest fiel die Lade ab – besaß ich kein portables Abspielgerät mehr.

Als solches Gerät machte sich der iPod sehr gut. Mehr und mehr gewöhnte ich mich an die anfangs wenig intuitiv wirkende Bedienung, und ich genoß meine Lieblingsmusik, die ich nunmehr überall mit hinnehmen konnte. Sogar auf meine Stereo-Anlage verzichtete ich mehr und mehr zu Gunsten des iPod und nahezu ganztägig frönte ich den lieblichen Klängen schöner Techno-Musik, die mein iPod ausspuckte.

Irgend etwas ging in mir vor, wenn ich den iPod auf den Ohren hatte. Die täglichen Verrichtungen gingen wesentlich leichter von der Hand und irgendwann dämmerte es mir. Vermochte der Musik-Abspieler tatsächlich meine inneren Dialoge zu beeinflussen und auch bildlich zu übertönen? Jedenfalls verschwand diese immer häufiger zugunsten konzentrierter Tätigkeit.

Aus meiner Sicht entpuppte sich rasch für mich elektronische Musik, also Techno, als Heilsbringer. Ausgeglichen dank der atmosphärisch-energetischen Wirkung des Techno-Trance lese und schreibe ich. Dies ist meine Haupttätigkeit den Tag über. Andere Stilrichtungen wie Rock oder Pop hatten nicht dieselbe Wirkung. Während Trance durchgehend zur Stimmungsaufhellung und Beseitigung meiner inneren Stimme erfüllend beitrug, lenkten mich die Gesangstexte nicht selten zu sehr von der eigentlichen Beschäftigung ab. Gewissermaßen ersetzte ich nur das Thema des inneren Dialogs durch ein anderes. Meine inneren Zweifel wichen zugunsten der Liedbotschaften. Allerdings sollte die Musik nur ein Vehikel sein, also Mittel zum Zweck, nämlich gerade der Abschaltung der inneren Stimme.

Gerade bei melancholisch-traurigen Liedern, wie sie zuhauf gerade bei Rock- und Pop-Liedern zu finden ist, wirkte besagter Themenwechsel fatal, weil deren Stimmungslage wie Wasser auf die Mühlen meiner Depression glich. Aufgesetzt wirkende Zwangs-Bespaßungsmusik wiederum machte mich aggressiv und zog mich aus diesem Grunde auch runter. Mit Trance liege ich stets auf der fröhlichen Seite, genau richtig eben.

Letztlich kann die passende Musik jeder für sich selbst bestimmen. Jeder Mensch hat auch während der Depression eine andere Empfindung. Nur zwei Dinge sind wichtig. Die Musik muß auch für sich alleine, also ohne weitere Tätigkeit, eine stimmungsaufhellende Wirkung besitzen. Des weiteren darf sie nicht ablenken. Bedenke stets, daß das Musikhören nur Mittel zum Zweck ist, die eigentliche Aufgabe entspannt und selbstsicher durch das Ausschalten der inneren Stimme infolge Musikhörens zu verrichten.

Keinesfalls darf Dich die Musik weiterherunterziehen. Hierzu experimentiere man ein wenig. Sämtliche Musikrichtungen sind hierzu potentiell geeignet. Angefangen bei Techno über Rock und Pop bis hin zu klassischer Musik. Selbst Hörbücher können hierzu geeignet sein. Ich denke, daß man recht schnell ein Gefühl dafür hat, was einem guttut und was nicht. Mache Dir jede Hilfe zunutze.

Die innere Stimme lügt. Niemand ist faul, schlecht, böse oder unfähig, schon gar nicht ein depressiver Mensch. Mittels guttuender Musik können positive Gefühle in einen übertragen und eingepflanzt werden. Die negative innere Stimme bedarf eines positiven Gegenpols.

Schalte Deine innere Stimme aus mittels Musik, die über den Kopfhörer läuft und Du wirst eine klare Stimmungsaufhellung erleben.



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