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Gute Botschaften eignen sich vorzüglich als Aufmacher eines Artikels, zumal in einem Sujet, das selbst für milde Formen des Überschwangs nicht gerade bekannt ist, nämlich das weite Feld der Depressionen. Seit rund einem Vierteljahr bin ich symptomfrei – meine Depressionen sind weg. Erstmals seit Jahrzehnten, ja eigentlich seit ich denken kann, bin ich frei von Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit und Pessimismus. Ebenfalls befreit habe ich mich von meiner Sozialphobie als auch meinen Panikattacken, die ich als zusätzliches Joch neben den Depressionen zu tragen hatte. Natürlich ist von Interesse, wie es mir gelang, mich von Suizidgedanken und völliger Antriebslosigkeit, flankiert von größtmöglicher Isolation und Rückzug in die eigenen vier Wände, zu wandeln in einen Partytiger, der nur so vor Esprit und Lebensfreude strotzt, der vor allem Optimismus und Zuversicht atmet als auch ausstrahlt und besser als je zuvor mit seiner Umwelt und seinen Mitmenschen klarkommt – ganz so, als hätte es das Martyrium der Depressionen niemals gegeben. Natürlich ist es von Interesse, wie ich mich fühle, was sich alles in meinem Leben geändert hat und vor allem, wie ich mich weiterentwickelt habe. Unter persönlich betrachtet niederschmetternden Vorzeichen zu Beginn dieses Jahres brachen bei mir Dämme. Gefühltermaßen war ich meiner Depressionen überdrüssig und öffnete voller Entschlossenheit die Schleusentore, die als Ventil für den Druck der Depressionen darstellten, um ihn ein für allemal aus mir entweichen zu lassen, um endlich in die Freiheit und Glückseligkeit des Lebens entlassen zu werden. Nach vielen Jahren des Herumdokterns, der Symptomkorrektur, war ich endlich an der Ursache meiner Depressionen angelangt. Endlich konnte ich den Hebel, der mich von den Depressionen befreien sollte, so ansetzen, daß es mir auch gelingen würde, mich von dieser tückischen Krankheit zu befreien und hierzu bedurfte ich keiner Medikamente, Pillen und Tabletten, einzig mein Wille und ein Buch genügten, um dem Spuk, der mich über Jahrzehnte vexiert hatte, ein finales Ende zu bereiten. „Wille? Buch lesen? Das klingt nach Märchenstunde!“ – doch genau das ist es nicht. Manchmal sind die Dinge respektive das Leben tatsächlich so einfach, daß wir es nicht fassen können noch wollen und ich bin der lebende Beweis, daß der Weg aus dem Tal der Depressionen zurück ins warme Licht der Lebenslust möglich ist, und zwar dauerhaft. Was war geschehen? Mein Wille trug mir auf, das Band der Depression zu zerschneiden. Mittel auf dem Weg hierzu waren Übungen aus dem Bereich der kognitiven Verhaltenstherapie, welche ich täglich rund 2 Stunden durchexerzierte und zwar kompromißlos, ohne Ausrede, ohne Wenn und Aber. Nach wenigen Tagen der Selbsttherapie ging es merklich aufwärts, die Resultate meiner Bemühungen waren greifbar. Von sehr schwerer Depression schwang ich mich gemessen nach dem Beck’s Depression Index auf eine mittelgradige Depression auf und binnen rund zwei weiteren Monaten war ich erstmals symptomfrei laut BDI. Möglicherweise gelang es mir schon früher, doch evaluierte ich während dieser Zeit meinen BDI nicht, ich wollte den ungekannten Zustand zunächst einmal genießen. Das Leben war auf einmal viel zu schön, als daß ich hierzu noch der Bestätigung durch den BDI bedurft hätte. Natürlich gab es Rückschläge; natürlich ist nicht alles auf einmal super; natürlich gab es neue Hürden in meinem Leben, doch anders als noch zuvor ergab ich mich nicht meinem vermeintlichen Schicksale, vielmehr war ich gereift und vor allem mit Werkzeugen ausgestattet, welche mir gestatteten, jede neue Hürde nehmen zu können, ohne wieder von der Macht der Depressionen ergriffen zu werden. Die kommenden Tage werde ich en detail darüber schreiben, was sich alles getan hat seither! Ich wünsche euch viel Spaß mit der Serie und vor allem gleichsam den Erfolg, welchen ich habe. Das Gute nämlich ist, daß jeder die Tips und Tricks nutzen kann, welche ich mir zunutze gemacht habe, um seinerseits symptomefrei in Sachen Depressionen zu werden. Ich wünsche euch einen sonnigen Abend! PS: Das nämliche Buch werde ich selbstverständlich vorstellen.
Comments:
7 Comments posted on "Depressionen: Endlich symptomfrei"
Lili on May 31st, 2010 at 11:38 am #
Das klingt total beeindruckend. Ich freue mich sehr für Dich und bin gespannt auf das, was Du in diesem Zusammenhang noch erzählen wirst. Denn die Leichtigkeit, mit der Du vermittelst, die Änderung erreicht zu haben, liegt in Dir und ist vielleicht nicht für jeden greifbar. Aber vielleicht schaffst Du es, mit dem “en detail”-Beschreiben in den nächsten Tagen deutlich zu machen, wie man selbst den Faden aufgreifen kann. Jedenfalls freue ich mich sehr für Dich und mit Dir,
Worte zum Sonntag (#30) – die Montagsausgabe | nullwert on May 31st, 2010 at 6:18 pm #
[...] Und zum Abschluss gute Nachrichten von dem Menschen hinter dem Depressions-Forum: Endlich symptomfrei. [...]
Aka on May 31st, 2010 at 8:48 pm #
Super!!! Ich wünsche Dir viel Kraft, sodass es Dir auch weiterhin gut geht! Ich bin schon gespannt, was Du über das Buch erzählst! Weißt Du, ob es das Buch auch in Englisch gibt? Ich habe vor Kurzem angefangen, selbst einen Blog zu schreiben. Deinen Blog durchstöbere ich noch sehr aufmerksam und habe Dich auch schon lobenswert erwähnt. Vielen Dank, dass Du so offen über Deine Krankheit sprichst. Das hilft sehr, sie zu verstehen.
Rene Kriest on June 1st, 2010 at 8:30 pm #
Danke! Ich bin bereits fleißig am tippen. Es ist gar nicht so einfach, mein neues Lebensgefühl, die damit verbundene Lebensfreude und die ganzen positiven Emotionen in Worte zu fassen und sinnvoll aufzubereiten. Morgen aber geht es endlich los mit der Artikel-Serie und ich bin gespannt auf die Reaktionen. Ich wünsche Dir einen schönen Abend!
thom on June 2nd, 2010 at 7:10 am #
bist du jetzt nur wieder manisch oder hypomanisch?
Rene Kriest on June 2nd, 2010 at 4:18 pm #
Weder noch. Ich war nie bipolar, sondern es lag eine (unipolare) Depression vor.
Bettyblue on June 5th, 2010 at 8:47 pm #
Mich würde sehr interessieren wie das Buch heißt, dass du gelessen hast… Post a comment
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