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Grenzüberschreitung – Der Depressive ist Wandler zwischen den Welten Der Depressive müht sich nach Kräften, nach außen hin halbwegs lebensfähig zu bleiben, während es in seinem Innern brodelt. Die Kluft zwischen dem Innenleben, den Gefühlen und den Empfindungen, und dem Außenleben, das Wahren der Fassade, der Anpassungsdruck, klafft immer weiter auseinander, bis irgendwann der Spagat nicht mehr funktioniert – man ist heillos überfordert. Freude? Ist mir nicht möglich Ich etwa habe jahrelang mein Umfeld beobachtet und versucht, bei Freudenäußerungen diese erst zu verstehen und dann zu imitieren. Mir selbst war von innen kommende Freude völlig fremd. Ich verstand einfach nicht, weshalb man sich bei Liedern etwa zu Jubelstürmen hinreißen läßt oder Tanzen als Leidenschaft empfindet. Auch heute noch habe ich massiv unter dieser Gefühlesarmut, emotionaler Öde zu leiden. „Man muß einfach nur X oder Y tun!“ Völlig fehl gehen daher Aufforderungen aus der Welt der Nicht-Depressiven, einfach mal zu lächeln oder zu lachen. Diese beiden Ansinnen sind mit die größten Demotivatoren („Abturner“) die Depressive alltäglich erfahren. Gerade weil man dieser Aufforderung nicht nachkommen kann, es so gerne aber mal tun würde, fühlt man sich hierdurch gekränkt. Um es in einem Bild zu sagen: zu einem Einbeinigen zu sagen, geh doch mal ein paar km joggen (Paralympics-Kandidaten außen vor gelassen), würde als Beleidigung wahrgenommen und Empörung heraufbeschwören. Depressive jedoch mit ähnlicher Unbotmäßigkeit zu konfrontieren scheint den Personen, die solche Aussagen tätigen, nicht bewußt zu sein. Mag dies auch daran liegen, daß Depression eine abstrakte Krankheit ist, da keine offene Wunde am Körper zu sehen ist, so sollte man um so mehr auf Mitteilungen und Anregungen der Erkrankten eingehen. Depressive haben Humor – lachen gleichwohl kaum Nicht-Depressive sollten die Tatsache einsehen, daß Depressive grundsätzlich nicht lachen. Andererseits bedeutet dies nicht, daß sie hierzu nicht fähig oder dessen nicht willens wären. Es ist die Krankheit, nicht der Mensch. Vielleicht entsinnt sich der eine oder andere noch der Serie „Timm Thaler“,Danke, liebe Andrea für den Hinweis, daß es sich um Timm Thaler und nicht wie zuerst fälschlich angegeben, um Patrick Packard gehandelt hatte! Und wenn er dennoch lacht? Lacht ein Depressiver einmal oder hat er einen guten Tag wird oftmals seitens der Nicht-Depressiven angenommen, daß der Depressive wieder gesund sei, oder doch schon einen großen Heilungsschritt nach vorne getätigt habe. Dem ist aber nicht so. Heilung ist vom jetzigen Standpunkt aus nicht möglich. Allenfalls Linderung ist machbar. Aus diesem Grunde sollte man sich auch damit abfinden, daß ein Depressiver sein Leben lang mit dieser Krankheit leben muß. Menschen, die seit Jahren auch ohne Medikamente keinen Schub mehr hatten, bilden keine Ausnahme. Sie bleiben sehr anfällig für Rückfälle. Heilung bedeutete aber rückfallos zu gesunden. Deshalb ist Vorsicht geboten. Man sollte stets auf der Hut sein und sein Leben entsprechenden Tips von Depressiven und ärztlicher Seite ausrichten („Prophylaxe“). Was wirklich lindert Gelindert wird die Krankheit wiederum durch Zuhilfenahme jedweder Therapie-Möglichkeiten, am besten kombiniert. Den Vorzug erhält aus meiner Sicht die pharmakologische Therapie, also die Einnahme von Medikamenten wie etwa Psychopharmaka (Antidepressiva, Mood-Stabilizer und auch Bezodiazepine). Ich bin von deren Wirkung und wohltuender Kraft überzeugt. Insbesondere als jemand, der an einer bipolaren Störung erkrankt ist, dessen depressive Phase ferner schwer ausgeprägt ist mit dem Vollprogramm bis hin zur massiven Suizidgedanken und ergänzend unter Sozialphobie als auch Angst- und Panikstörungen leidet, empfehle ich Medikamente dringend an. Ohne diese würde ich jetzt nicht hier sitzen und schreiben. (Kurzer Einschub: Vor knapp einer Stunde fing ich mir eine Manie mitsamt einer Panikattacke ein. In dieser akuten Schubphase hätte es übel enden können, wenn ich nicht zu Temesta (Bezodiazepine) gegriffen hätte. Jetzt schreibe ich mit einem etwas flauen Gefühl weiter.)
Comments:
3 Comments posted on "Infos, die Angehörigen helfen, sich und Depressiven das Leben leichter zu machen – Teil 2"
Ringana Jasmin on May 28th, 2007 at 1:53 pm #
Ich möchte mit meinem Beitrag noch über einen anderen Auslöser von Depressionen sprechen, dem wir täglich ausgesetzt sind. Geschmacksverstärkern. Die Zulassung von Beispeilsweise Glutamat war alles andere als ein Glanzstück der objektiven Forschung. Interpretiert man die Studienergebnisse richtig, leiden fast 50% der Deutschen unter dem Stoff, der sich fast überall in allen Fertignahrungsmitteln versteckt. Glutamat passiert die Blut/Hirn Schranke und überschwemmt bestimmte Neurotransmitter bzw. bombardiert sie regelrecht kaputt. Die Folge sind Depressionen aller Art. Eine weitere Ursache für Depressionen und Gehirnerkrankungen ist die in Deutschland weitgehend unerforschte verharmloste Modekrankheit Borreliose, die sich im chronischen Stadium nicht mehr mit kassentests nachweisen lässt. Oft kommt sie erst nach Jahren zum Ausbruch und Überträger sind nicht nur Zecken, wie man bisher vermutete. Häufig wird eine Fehldiagnose gestellt, denn die Symptome sind vielfältig und ahmen andere Krankheiten nach. Oft äußert sie sich als Depression verbunden mit Schwäche und Antriebslosigkeit. In den USA hat man inzwischen die Gefahr erkannt. Man vermutet das etwa 1/3 der US Bevölkerung infiziert ist, da die Krankheit sogar sexuell übertragbar ist. Chronische Borreliose lässt sich am besten mit einem LTT nachweisen (Lymphzytentransformationstest), anderer Tests fallen oft negativ aus, da sich die Borrelien nur im Frühstadium im Blut aufhalten.
Ringana Jasmin on May 28th, 2007 at 1:55 pm #
Ich möchte mit meinem Beitrag noch über einen anderen Auslöser von Depressionen sprechen, dem wir täglich ausgesetzt sind. Geschmacksverstärkern. Die Zulassung von Beispeilsweise Glutamat war alles andere als ein Glanzstück der objektiven Forschung. Interpretiert man die Studienergebnisse richtig, leiden fast 50% der Deutschen unter dem Stoff, der sich fast überall in allen Fertignahrungsmitteln versteckt. Glutamat passiert die Blut/Hirn Schranke und überschwemmt bestimmte Neurotransmitter bzw. bombardiert sie regelrecht kaputt. Die Folge sind Depressionen aller Art. Eine weitere Ursache für Depressionen und Gehirnerkrankungen ist die in Deutschland weitgehend unerforschte verharmloste Modekrankheit Borreliose, die sich im chronischen Stadium nicht mehr mit kassentests nachweisen lässt. Oft kommt sie erst nach Jahren zum Ausbruch und Überträger sind nicht nur Zecken, wie man bisher vermutete. Häufig wird eine Fehldiagnose gestellt, denn die Symptome sind vielfältig und ahmen andere Krankheiten nach. Oft äußert sie sich als Depression verbunden mit Schwäche und Antriebslosigkeit. In den USA hat man inzwischen die Gefahr erkannt. Man vermutet das etwa 1/3 der US Bevölkerung infiziert ist, da die Krankheit sogar sexuell übertragbar ist. Chronische Borreliose lässt sich am besten mit einem LTT nachweisen (Lymphzytentransformationstest), anderer Tests fallen oft negativ aus, da sich die Borrelien nur im Frühstadium im Blut aufhalten.
Depression - Was ist das? « Gedankengut on August 14th, 2008 at 4:13 pm #
[...] “will”. Hier wunderbar zusammengefasst – dem Post ist nichts mehr hinzuzufügen. QUELLE >> Grenzüberschreitung – Der Depressive ist Wandler zwischen den [...] Post a comment
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