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März dieses Jahres befand ich mich in der psychiatrischen Klinik. Zu jener Zeit wurde mir in den Entlassungsbrief der Befund kombinierte Persönlichkeitsstörung geschrieben unter explizitem Ausschluß der bipolaren Erkrankung, also manischer Depression. Über die Motive bzw. den Grund des Diagnose-Wechsel und damit der Revision des bisherigen diagnostischen Standpunktes meines Psychiaters bin ich nie im Bilde gewesen. Begründungen erhielt ich nie, Urteile gleichwohl um so mehr. Nichtsdestotrotz nahm ich die Diagnose nach der Durchsicht einiger Unterlagen im Internet – in der Klinik/Tagesklinik wurde mir nichts erläutert (!) - nicht wirklich ernst. Mein Psychiater und ich beließen es bei der bipolaren Erkrankung, die auch weit zutreffender mein Krankheitsbild beschreibt. Eher zufällig nun bin ich wohl auf das Indiz gestoßen, welches mein Unbehagen stützt, daß man mich einfach irgendwie in die psychoanalytische Schublade mit aller Gewalt pressen wollte: Die Behandlung von Persönlichkeitsstörungen erfolgt in erster Linie mit psychotherapeutischen Verfahren, am häufigsten mit psychoanalytischer, interpersoneller kognitiver und verhaltenstherapeutischer Ausrichtung. Therapien dauern oft viele Jahre, stellen große Ansprüche an die Therapeuten und sind häufig nicht erfolgreich. Fassen wir zusammen: mir erst zögerlich meine Medikamente verordnen und die psychoanalytische Ausrichtung der gesamten Klinik herausstellen, die ich bis dato genommen hatte, mir erst nach mehrfachem Nachhaken entgegnen, ich hätte keine Depression und in der Tagesklinik, welche der Klinik angeschlossen ist, die psychoanalytische Karte voll ausspielen – das sind alles Zufälle und keine Paranoia.
Comments:
5 Comments posted on "Depression vs. Kombinierte Persönlichkeitsstörung"
SuMu on June 11th, 2007 at 2:12 pm #
hey stell dich nicht so an, ab und zu mal eine neue oder andere Diagnose ist völlig normal ;-), wenn du öfters mal in die klinik gehst und irgendwann mal auf einer Fachstation landest, bekommst du auch eine passende. Es ist nicht so einfach, in kurzer zeit eine richtige diagnose zu stellen, es braucht viel zeit, erfahrung, fachwissen und am besten mehrere ärzte und Psychologen, wenn die sich ziemlich einig sind, DANN kannst du dir sicher sein, das du endlich die richtige hast
Rene Kriest on June 11th, 2007 at 4:09 pm #
Du hast schon recht. In der Klinik hatte ich mich nicht wohlgefühlt. Anderen ging es auch so. Die Unzufriedenheit war groß. Das kommt natürlich hinzu. Nicht nur mir ging es allerdings so, daß man sich alles hat versucht mittels Psychoanalyse zusammenzureimen. Mit Medis wurde nicht wirklich experimentiert. Statt dessen mußte ich mir was von endogener und exogener Depression anhören, was völlig veraltete Begriffe innerhalb der Depressionsforschung sind, ebenso, daß Depression eine psychotische affektive Störung sei. Das konnte nichts werden.
SuMu on June 11th, 2007 at 4:56 pm #
intelligent patienten, die auch noch selber denken wollen, sind sowieso meist nicht gerne gesehen! schickes theme!!
lucy on July 6th, 2007 at 11:34 pm #
Hi! Erstmal Kompliment für den guten&interssanten Blog und auch für Deinen Mut. Viele Leute haben seelische Probleme, aber die wenigsten reden drüber.
aaa on July 25th, 2008 at 6:04 pm #
bei mir ist es auch so. alle symtopme deuteten auf eine bipolare st. 2 hin. nach monate langer (angeblich falscher) behandlung stand das neue urteil (aufgrund eines kompetenten diagnostischen testverfahren) fest: kominierte ps und schwere rezid.depression. mit den medis (lamictal, serouqel und ein ad) fahre ich eigentlich gut, das sind typische medis für bipolare störungen. ich will einfach keine jahrelangen therapien, habe weder lust und zeit dazu. Post a comment
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