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Depressionen kann man aus meiner Sicht nur lindern, nicht heilen. Heilen kann man die Krankheit Depression grundsätzlich nicht, da niemand für die Zukunft Gewehr darüber abgeben kann, ob man bis zu seinem Tode von Depressionen verschont bleibt. Erfahrungsgemäß bleibt es nicht bei einer depressiven Episode. Was niederschmetternd stimmt, ist es genau besehen gar nicht. Wichtig ist alleine, daß man vorbereitet ist auf eine mögliche neue Episode. Wähnt man sich geheilt und wird vom Schicksal dergestalt ereilt, daß sich ein depressiver Schub seiner selbst bemächtigt, addiert sich zum Schweregrad der neuerlichen Depression der Grad des Schocks ob des Rückfalls hinzu. Völlig unvorbereitet in des Wortes Sinne wird man doppelt ereilt: einmal von der Episode selbst und andererseits von der Möglichkeit eines Rückfalls als solcher, da man sich als geheilt dünkte. Wer dagegen sich letztgenannter Wahrscheinlichkeit gewiß ist, kann sich entsprechend darauf vorbereiten, ganz gleich ob durch Prophylaxe mittels Medikamenten oder durch Schaffung eines mentalen Notfallprogramms bei Wiederauftreten der Depression. Heilbarkeit von Depressionen hängt die Latte zu hoch. Linderung bis hin zum vollständigen Verschwinden der depressiven Symptomatik dagegen ist durchaus möglich und sollte auch von jedem Betroffenen erstrebt werden. Das Verständnis von der Milderung der Ausprägung der Krankheit Depression umfaßt jedoch schon begrifflich dessen Wiederaufkommen und neuerliches Ausbrechen, das man freilich selbst ein stückweit in der Hand hat. Wer sich kontinuierlich wider die Depression stemmt und leiseste Anflüge im Keim erstickt, hat es letztlich in der Hand, ob sich die Depression seiner wieder selbst ermächtigt. Wer von Heilung der Depressionen ausgeht, verfällt in den Trugschluß des Einmal und nie wieder. Um so entsetzlicher fühlt man sich, so die Krankheit erneut von einem Besitz ergreift. Verantwortungsvoller Umgang mit der Depression ist also möglich, sofern man den Unterschied zwischen Heilung und Linderung verinnerlicht. Depressionen sind heilbar in dem Sinne, als daß man sich gedanklich von ihnen lösen kann. Verschwinden die Depressionen gedanklich aus dem Kopf, heilt auch der Körper.
Comments:
6 Comments posted on "Sind Depressionen heilbar?"
SuMu on December 4th, 2007 at 8:17 am #
Ich will z.B. nicht immer Pillen nehmen, da diese bei mir sowieso kaum wirken. Mental der Depression entgegenwirken, wie soll das gehen? wenn du das könntest, dann könntest du ja eine Phase verhindern und dich selber gesund machen.
Rene Kriest on December 4th, 2007 at 10:42 am #
Ich habe eines gelernt, nämlich daß die Gedanken, mit welchen ich mich beschäftige, meine Zukunft zeichnen – ob ich will oder nicht. Drum sollte man nur positive nehmen. Je mehr man sich mit guten Gedanken beschäftigt, desto besser wird zwangsläufig alles. Ein kleines Experiment verdeutlichte dies. Für jeweils 2 Minuten stellte ich mir einmal positive und einmal negative Gedanken vor und fühlte anschließend in mich hinein. * 2 Minuten lang grämte ich mich nach Kräften, verzweifelte an der Welt und zählte auf, was alles schieflief und schieflaufen könnte, wie scheiße ich und überhaupt alle sei. Anschließend war ich fertig und hätte heulen können, der Griff nach dem Strick war nahe. * Daraufhin habe ich mir 2 Minuten lang nur Gutes suggeriert, aufgezählt, was ich schon alles Tolles gemacht habe und was ich noch erreichen kann und werde, wie toll ich bin. Danach grinste ich und war erfüllt von Freude, voller Tatendrang. Die Kunst liegt darin, sich positiven Optimismus zu suggerieren. Dem Unterbewußtsein ist es egal, was man ihm sagt, Hauptsache man teilt ihm etwas mit. Gute Gedanken honoriert es mit guter Laune, schlechte mit Depression. Man hört das, was man hören will. Was man hören will, kann sich jeder selbst aussuchen. Es gibt keine Wahrheit auf der Welt außer der subjektiven, kein richtig oder falsch, sondern nur unterschiedliche Perspektiven, also das, woran man glaubt und wovon man warum auch immer überzeugt ist. Ob das Glas halbvoll oder halbleer ist, ist hernach Glaubens-/Ansichtssache. Nachdem ich mit der Lektion durch war, entschied ich mich für die ganzvolle Seite, nicht nur die halbvolle. Die Gedanken eines Menschen sind der Schlüssel zu seiner (gesunden) Seele. Es hat eine zeitlang gedauert, bis der Groschen gefallen ist, doch dann spürte ich den Schub und die Schwungkraft, die losgelassen wird, und es geht massiv aufwärts und voran. Diese mentale Power war schon immer da, nämlich in mir. Allerdings lag sie verschüttet unter all der negativen Autosuggestion („Geht nicht, kann ich nicht, ja-aber, was-wenn, ich muß, zu-sonstwas“). Die Medis haben mir sehr geholfen und tun es immer noch. Ohne sie hätte ich mich niemals in die Lage versetzten können, mental an mir zu arbeiten. Mental den Durchbruch zu schaffen bedeutete bei mir, das Dreirad gegen einen Ferrari auszutauschen. Beispiel: Es gibt den Terminus des sogenannten Self-limiting believe und der Self-fulfilling prophecy, also selbstauferlegte Denkgrenzen und selbsterfüllende Prophezeiung. Zu allem, was man denkt, findet man Gründe. Suche Gründe, weshalb etwas nicht klappt und Du wirst sie finden. Suche Gründe, weshalb etwas klappt und Du wirst sie finden. Entscheidend ist, sich für die konstruktive, positive Seite zu entscheiden, die einem hilft. Tödlich sind destruktive Schleifen wie: „Ich kann das nicht!“ – „Wieso nicht?“ (tödliche Frage!) – „Weil, Grund 1, 2, 3, 4, 5, …, 200937“). Man bestätigt sich, daß etwas nicht funktionieren kann, einseitiger geht es nicht mehr, und blendet alle dafür sprechenden Gründe aus, alleine aufgrund der Fragestellung! „Wie könnte es klappen? Was müßte man tun?“ – „Indem man 1., 2., 3., 4., …, 38734. macht!“ Immer positiv-konstruktive Fragen stellen, auf die man niemals Antworten geben kann, die das Gegenteil besagten! So durchbrach ich unter anderem den Bann der negativ-destruktiven Endlosschleifen meiner Gedanken. Schlichte Einsichten und Techniken waren hierzu vonnöten. Den Anstoß gab unter anderem ein Buch von XXX mit dem Titel Erlernte Hilflosigkeit. Es dauert seine Zeit, bis die Gedanken sacken. Einmal eingepflanzt ins Unterbewußtsein, erwachsen sie, wenn man sie nur regelmäßig pflegt. Vielleicht wäre das was für Dich. Wie sieht Du das? Traust Du Dir die 2-Minuten-Experimente zu?
SuMu on December 4th, 2007 at 11:00 am #
wenn ich nur eine leichte Manie hätte, dann könnte ich auch so denken. Also gib mir ein kg ab!
SuMu on December 4th, 2007 at 11:01 am #
wenn man depressiv ist, kann man nicht positiv denken, weil man es nicht macht! So meine Erfahrungen. Ich muss erst aus der Depression raus sein, damit ich was an mir oder mit mir machen kann
Rene Kriest on December 4th, 2007 at 11:16 am #
wenn ich nur eine leichte Manie hätte, dann könnte ich auch so denken. Also gib mir ein kg ab! bipolar II heißt, zu 90% schwer depressive Episode zu haben.
Rene Kriest on December 4th, 2007 at 11:29 am #
wenn man depressiv ist, kann man nicht positiv denken, weil man es nicht macht! So meine Erfahrungen. Ich muss erst aus der Depression raus sein, damit ich was an mir oder mit mir machen kann - Wenn, dann: wenn ich nicht mehr depressiv bin, dann… Das Ganze dauert seine Zeit. Aber auch das ist ein typischer Denkfehler der Depris: alles-oder-nichts. Entweder, etwas klappt sofort, oder gar nicht. Ich habe fast 40 Bücher (!) zum Thema Depression gelesen, manche 4, 5mal. In einem blättere ich mehrmals die Woche. Ich habe deren Essenz zusammengefaßt und auswendiggelernt. Anfangs wollte ich den Scheiß, der das stand nicht wahrhaben bzw. glauben. Was wollen die Deppen denn, sind die depressiv oder ich? Die wollen mitreden? Was aber, wenn was dran ist? Was, wenn sie recht haben in dem Sinne, daß die Tips helfen? Schlimmer konnte es mir ja nicht mehr gehen, ich konnte nur noch gewinnen! Also beschloß ich, die Sache auszuprobieren. Nicht einmal, nicht 50mal, sondern über ein Jahr hinweg. Nicht jeden Tag Wunder erwarten (=Perfektionsmusfalle), sondern statt dessen abwarten, vertrauen und glauben. Sollte es nicht klappen, könnte ich immer noch depressiv bleiben. Folgender Satz beschreibt den Sachverhalt anschaulich: If the student is ready, the teacher will appear. Von nichts kommt nichts. Warten auf ein Wunder (=Heilung) verfängt nicht. Es ist vielmehr so, daß depressiv zu sein 1000mal anstrengender ist, als glücklich sein. Ich fragte mich, was ich machte, hätte ich die Wahl: wollte ich depressiv oder glücklich sein? Kaum jemand entscheidet sich freiwillig für die Depression. Also probierte ich aus, was für meinen Geist zu tun. Der Perspektivwechsel wirkt wunder. Ebenso, wie es eine negative Eigendynamik gibt, existiert auch eine positive. Wer an Problemen scheitert, verliert an Selbstvertrauen. Hürden dagegen zu meistern bestärkt dieses, man erklimmt eine nach der anderen, ohne sich von Rückschlägen, die nur tmeporär sind, entmutigen. Der Krieg soll gewonnen werden, nicht jede Schlacht um jeden Preis. 34 Spieltage dauert es, bis der Deutsche Meister der Bundesliga feststeht. Zwischendurch verliert man und kann trotzdem Meister werden. Post a comment
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