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Regelrecht entsetzt bin ich von der Methodik und Einstellung meines Psychologen in der Tagesklinik zu Höchst. Auf den Kopf wird mir zugesagt, ich stellte mich meiner negativen Emotionen nicht. Der Psychologe frage sich, wo meine Gefühle seien. Mir seien Kränkungen im Laufe des Lebens widerfahren, welche zu meiner Depression führten und ich würde die negativen Emotionen mit unehrlicher guter Laune überdecken, anstatt mich der negativen Emotionen zu stellen. Harter Tobak? Mitnichten, es geht noch munter so weiter. Ausgangspunkt der aus meiner Sicht amüsant wirkenden und nicht einer gewissen Komik entbehrenden Anschuldigungen respektive psychoanalytischer Weisheiten sind meine Äußerungen zu von mir erlebten biographischen Eindrücke, die alles andere als schön für mich wahren und mir bislang im Leben widerfahren sind. Diese versucht der Psychologe, seines Zeichens Anhänger der Psychoanalyse, durch sonderbare Ansätze zu behandeln respektive aufzulösen. Der Methode nach soll das gemäß Freud´scher Konfrontationstherapie mittels Neuerleben der Situationen geschehen, worauf so dann die Katharsis folge, also das Implodieren des Konflikts, wodurch wiederum die Depression verschwände und ich vollständig genesen würde, auf meine Antidepressiva usf. verzichten könne usf. Anders lasse sich meine Depression, die rein psychologischen Ursprung sei nach Ansicht des Psychologen, nicht heilen. Besonders logisch noch hilfreich noch zweckdienlich noch objektiv erscheint mir der Ansatz nicht. Zum einen hat der Mensch bislang mit mir ungefähr vier Stunden Zeit des Gesprächs verbracht. Rein logisch können innerhalb dieser vier Stunden nicht die biographischen Details eines 31 Jahre währenden Lebens behandelt werden. Des weiteren dreht man sich im logischen Zirkel, wenn man gebeten wird, prägende negative Erfahrungen auszubreiten. Selbiges kann man auch mit schönen Erlebnissen. Negative Erlebnisse sind per se negativ und im übrigen macht erst die eigene Wertung diese zu negativen Erlebnissen. Daher sind auch die Erlebnisse als solche weder positiv noch negativ, sondern einfach nur Erlebnisse. Ein Beispiel, das ich dem Psychologen gegenüber anbrachte lautete, daß zwei Menschen auf ein und dasselbe Ereignis im Sinne eines äußeren Erlebnisses reagierten. Zwei Insassen eines KZs etwa (ich lese gerade Viktor Frankls Erlebnisbericht seiner Zeit im KZ Auschwitz) erleben jeden Tag und jede Nacht dasselbe Leid. Doch während der eine zugrunde daran geht, überlebt der andere es und behält seinen Optimismus. An den äußeren Umständen kann es also nicht liegen, sondern an der inneren Repräsentation der Geschehnisse. Laut Freudianern geht das aber gar nicht. Folglich hatte sich auch Viktor Frankl, seines Zeichens Psychiater in Wien, von Freud abgekehrt, nachdem er im Anschluß an das Ende des 2. Weltkrieges seine Forschungs- und Lehrtätigkeit als Psychiater wieder aufgenommen hatte. Zählt man also auf die Frage nach negativen Erlebnissen hierauf ein paar auf, wird einem sogleich ein Stempel verpaßt. Einwände gleich welcher Art, läßt der Mann nicht gelten. Eigene Ansätze, die Lebensbewältigung betreffend, fechten den Mann nicht an. Was soll es mir bringen, meine angeblichen Kränkungen erneut zu durchleben? Mit Verlaub, das habe ich über 10 Jahre lang getan, als ich in meiner schweren Depression vor mich hindämmerte. Während dieser Zeit suhlte ich mich gewissermaßen in Selbstmitleid und meiner erfahrenen Demütigungen. Verstehen will der Mensch einfach nicht, daß ich froh bin, diesem Morast entkommen zu sein. Gleichsam ein Dorn im Auge ist dieser Spezies alles, was irgendwie in die Richtung Psychopharmaka geht und bei Antidepressiva anfängt, über Stimmungstabilisator geht und bei Wachmachern wie Ritalin oder Modafinil aufhört. Anläßlich meiner Nachfrage nach der Möglichkeit, Ritalin zu erhalten aufgrund meiner fortgesetzten Schläfrigkeitsproblematik wurde mir geradewegs entgegnet, daß man Ritalin auf der Station nicht bekäme. Drogen (sic!) würden hier nicht verabreicht. Medikamente als Drogen zu diskreditieren ist schon ein starkes Stück und für einen professionellen Standesvertreter unhaltbar. Die Begründung glich einer Drohung. Entweder – man ahnt schon was kommen mag – ich stellte mich meiner negativen Emotionen, oder ich nähme Drogen, gemeint war Ritalin, die meine „wahren Gefühle“ überlagerten und eine Auseinandersetzung nicht möglich machten. Während des Gesprächs ließ ich einfließen, daß ich am Wochenende Ritalin meiner Freundin konsumiert hatte, um nicht einzuschlafen tagsüber nach reichlich Schlaf nachts und tags. Im Anschluß an das Gespräch bat mich eine Krankenschwester, eine Urinprobe abzugeben, was nichts anderes bedeutet, als daß ich einem Drogenschnelltest unterzogen wurde. Innerlich erschien mir das lachhaft, äußerlich auch. So, so. Schläft man schlecht und hat auch sonst Mühe, sich wachzuhalten und weiß, daß dagegen Ritalin wirkt und hilft, ist man ein schlimmer Finger nach Lesart des Psychologen. Königsweg zu einem gesunden Schlaf und ganztägiger Wachheit von Körper und auch Geist sei, man ahnt es schon, die Konfliktgeschichte, also das Ausgraben der negativen Emotionen. Er habe den Eindruck, daß ich mich meinen negativen Gefühlen nicht stellen würde, so der Psychologe. Diesen Satz erhalte ich bei jeder Gelegenheit um die Ohren gehauen, sei es bei meiner Schläfrigkeit, sei es bei selten genug vorkommender schlechter Laune und auch und gerade bei guter Laune. Nicht abnehmen will mir der Kerl, daß ich gute Laune habe. Das ist kein Witz, im Gegenteil. Geschönt und unehrlich sei diese. Wie ich nach reiflich Reflexion herausgefunden habe, scheint er damit zu meinen, daß nur antidepressiva-freie Gefühle echt und authentisch seien. Interessante Sichtweise, zumal wenn man diese biochemisch hinterfragt. Doch auch psychologisch hinterfragt stochere ich im leeren und ungefähren. Gefragt, wie ich denn meine negativen Emotionen aufarbeiten solle, heißt es völlig nebulös, ich müsse mich ihnen stellen. Klever, wie ich mich dank Antidepressiva dünke, frage ich sogleich, wie ich mich ihnen stellen soll. Sodann kontert mich der Psychologe knallhart aus und sagt, indem ich sie aufarbeiten solle. Halten wir also fest: mit erhobenem Zeigefinger wird mir auf den Kopf zugesagt, ich stelle mich meiner negativen Emotionen nicht von irgend jemand, der meint, weil er mal einen Aufsatz über Freud, den Psychologie-Hochstapler der Geschichte, gelesen habe, ohne mir zu erläutern, wie das Prozedere des Stellens, der Auseinandersetzung denn funktionieren solle. Mich deucht, da will mir jemand schlechte Laune geradezu einreden. Alles, was ich entgegne, wird ausgeblendet. Alles, was ich an logischen Einwänden hervorbringe, übergeht der Psychologe nonchalant. Entgegne ich, daß ich viel schreibe über mich und meine inneren Gedanken, die ich sogar öffentlich in diesem Blog zur Schau stelle, überhört der Mensch das. Frage ich ihn, weshalb er so hartnäckig meine gute Laune hinterfrage, so heißt es dann plötzlich, ich könne die Behandlung in der Tagesklinik auch abbrechen, wenn sie mir nicht zusage. Nicht, daß der Mann nicht unrecht hätte. Doch verwundert es mich zutiefst, daß man einen Patienten, der doch so beladen unter der Last innerer, unausgestandener Konflikte stehe, vor die Wahl stellt, entweder den psychoanalytischen Kram anzunehmen, oder sich verpissen soll. Ist es nicht seine Aufgabe für seine Methode zu werben? Ist ein Fingerzeiger und Mahner nicht selbstkritisch und souverän genug zu akzeptieren, daß es in der Welt mehr gibt als den psychoanalytischen Einheitsbrei? Weshalb muß ich mir, nur weil er „studierter Psychologe“ sei, anhören, alles was ich lese und anrege, sei irgendwie nicht das wahre? Lieber Psychologe, es geht hier nicht um Sie. Es geht um mich. Selbst wenn Sie der Ansicht sind, ihre Patentrezepte schlügen bei mir nicht an, so hielte ich es für souveräner, wenn sie mir Alternativen aufzeigten. Abseits der Psychoanalytik gibt es die mir weit genehmere kognitive Verhaltenstherapie. Doch auch hier wußten sie schon sachlich fundiert einzuhaken, daß sich mit der Ratio nicht alles erklären lasse, sondern daß es bei mir um Gefühle ginge. Danke auch für dieses zirkelschlußartige Bonmot. Rational analysieren sie meine Lage als rational nicht lösbar. Darüber muß ich erst einmal hinwegkommen, indem ich von dem psychoanalytischen Wahnsinn, der da Methode hat, wegkomme. Wie sagte selbst ihr Säulenheiliger Freud einmal so schön? Manchmal ist eine Zigarre nur eine Zigarre.
Comments:
16 Comments posted on "Das Problem mit der Psychoanalyse"
Susanne on May 8th, 2007 at 8:31 am #
der typ wäre was für mich… (ironie aus).
Niki on May 8th, 2007 at 8:54 am #
Lieber René, was du schilderst habe ich in sehr sehr ähnlicher Form während meiner Aufenthalt im Bezirksklinikum Regensburg erlebt. Bei mir war halt der Aufenthaltsgrund stets das Herauskriechen aus meiner temporären Selbsttötung mit Alkohol. Ich habe festgestellt, dass es Menschen gibt, wie wohl auch dich, die auf Grund ihrer exzellenten Selbsteinschätzung fast immer durchs Raster fallen!!! Wenn ich ein Schreiber wäre, dann würde ich ein Buch dazu verfassen. Der Titel ist: “Wenns Eierhuhn durch Raster fällt! Da bei mir diese vielen verwerflich handelnden sog. Fachleute nie mit mir meine Ansichten bezüglich Henne = Depression, Ei = Sucht. Das Verhalten dieser unmenschlichen Fachleute hat mich in größter Not noch in tiefer solche gebracht. Ich werde drüben im Forum mal ein Feedback posten, das ich an einen maßgeblichen Täter spät noch gab. Es ist sehr schlimm, in einer Position zu sein, wie du es jetzt bist. Ich kann das nachvollziehen. Damals in 2004/05 hatte ich nur die Wahl, in meine Wohnung zu gehen, die von oben bis unten mit Trauma verseucht war und mich ständig fallen ließ in diese temporären Selbsttötungen mit Alkohol. Und dann, in der Klini, wurde ich zuletzt sogar einmal abgewiesen. Allein die Traumatisierungen durch die „Behandlung“ dort im Klinikum, könnte ein Buch füllen. Führt hier zu weit. René, ich begleite dich ehrlich in guten empathischen Gedanken! Niki
Rene Kriest on May 8th, 2007 at 10:41 am #
@Susa Ich bin froh, endlich einmal gute Laune zu haben, und dann so etwas. Gerade weil ich keine Antworten auf die negativen Emotionen hatte, bin ich doch aus der Depression nicht hinausgekommen. Seine Haltung ggü den Medikamenten entspricht der typischen Haltung von Psychologen ggü Medikamenten. @Niki Du bringst es auf den Punkt: teils geht man kranker aus der Behandlung, als man es vorher schon war. Das kann es nicht sein. Gott sei Dank bin ich in der Lage zu erkennen, was mir guttut und was nicht. Daher werde ich die “Behandlung” auch abbrechen. Ich bin im Vergleich zu den letzten Jahren wie Ausgewechselt im positiven Sinne und jetzt das. Vorwürfe und Vorhaltungen hatte ich mir genug gemacht die Jahre über.
Susanne on May 8th, 2007 at 12:34 pm #
man muss wirklich glück haben mit dem therapeuten, ansonsten kannst du das vergessen. meist haben depressive ja viel mehr lebenserfahrung als die theras und dann kann es böse werden bzw. ich kann dann schon mal recht zickig werden. es ist ein unterschied ob man eigene erfahrungen hat oder nur davon gehört oder gelesen hat
Rene Kriest on May 8th, 2007 at 8:44 pm #
Du sagst es! Zumal auch viele Therapeuten sich den Depressiven so unheimlich überlegen fühlen und das auch raushängen lassen, wie sehr man den Therapeuten dankbar zu sein habe, dieselbe Luft wie sie atmen zu dürfen.
nastorseriessix on May 8th, 2007 at 10:16 pm #
Mein Therapheut hat ein wenig schiss vor mir…wegen den Blackouts…
Norma on May 9th, 2007 at 9:54 am #
Hallo René, ich finde es gut, dass du für dich beschlossen hast dem Therapeuten den Laufpass zu geben! Ich habe selber vor einigen Jahren mehrere desaströse Erfahrungen mit Therapeuten machen müssen, die mich in einer Zeit, in der ich sehr selbstmordgefährdet war, immer weiter an den Rand des Abgrundes gebracht haben. Es ist heute anerkannt,dass eine Psychoterapie flankiered zu einer medikamentösen Behandlung bei Depressionen eingesetzt werden sollte, gerade um im Gespräch eine Aufarbeitung der Depression und ihre Auslöser erarbeiten zu können. René, der Laufpass für den Therapeuten war überfällig. Liebe Grüße
Nikolaus Stöger on May 9th, 2007 at 10:46 am #
Grüß dich Norma, das hast du toll formuliert. Schon das Wort “Therapeut” erweckt ja stets den Anschein, wir seien im klassischen Sinn “krank”. Stimmt aber m.E. so nicht. Ich verwende deshalb lieber das Wort “Beistand” (facilitator). Die allerwenigsten sog. Fachleute sind dafür geeignet. Die verwerfliche Haltung, Geld zu verdienen und teils Klienten deswegen entgegen dem Hilfeauftrag” an der Leine zu halten” ist das verbreitetste “Ziel” dieser Leute. Aus diesem Grunde haben auch manche neuen und effektiveren Methoden in diesem abgeschotteten pfründe-erhaltenden, offiziellen Psychomarktsumpf ja keine Chance, zumindest nicht dahin gehend, dass ein beladener Mensch sich die Anwendung dieser Methoden leisten könnten. Es wird sehr akribisch verhindert, dass solche Methoden und auch deren Anwender Kassenzulassungen etc. erhalten. Und die wenigen, die innerhalb ihres offiziellen Kassenstatus damit arbeiten (die ethische Grundhaltung für ihre Aufgabe besitzen) ist leider sehr sehr gering. Liebe Grüße
Susanne on May 9th, 2007 at 12:36 pm #
leider ist es so, das man sich den Therapeuten in der Klinik nicht aussuchen kann. Man muss den “nehmen” den man bekommt.
Nikolaus Stöger on May 9th, 2007 at 12:46 pm #
Ja, Susanne, das ist ein Dilemma, das ich kenne. Aber, es heißt halt dann, schauen, dass man gar nicht in die Klink muss, bzw. wenn, dann halt die Zeit gut überstehen. Therapie in der Klinik bringt eh nichts.
Rene Kriest on May 9th, 2007 at 3:00 pm #
teils Klienten deswegen entgegen dem Hilfeauftragâ€? an der Leine zu haltenâ€? Mein Psychologe hatte sich mit einem Grinsen gefreut als ich ihm vergangene Woche mitgeteilt hatte, daß es mir nicht so gut ginge, mich ausgelaugt fühle. „Ja, das sind die negativen Emotionen. Sie arbeiten endlich daran!“ – „Nein“, entgegnete ich, „das ist meine Müdigkeit, denn der 8-Stunden-Rhythmus überfordert mich schicht ohne viele Schlafpausen!“ Immer wieder wurde dieses Besserwisser-Gehabe an den Tag gelegt. Niemals wurde versucht, mir in meinem Sinne zu helfen. Was ich ansprach war scheiße, da es bei mir „nur um Gefühle“ ginge. Seine beim Erstgespräch gemachte Äußerung ließ mich schon aufhorchen und ahnen, was da auf mich zukommen würde: „Die Kränkungen, die sie widerfahren haben, sind tief in ihnen als Emotionen versteckt. Ich frage mich, wo diese Gefühle sind. Wir werden diese freilegen.“ Wirklich erschüttert hat mich nur diese Take it or leave it-Mentalität. Statt zu sagen, daß sein Ansatz einer von vielen möglichen ist und ich ruhig andere ausprobieren solle, wird versucht, mir ein schlechtes Gewissen zu machen („Sie können ihr Leben lang ihre Emotionen mit Drogen [gemeint war Ritalin] verdecken oder sich ihren negativen Gefühlen stellen!“). Niemals fiel das Wort Hoffnung und Hilfe. Immer nur ging es darum, seine 3-Minuten-Diagnose in Einklang mit seinem „Wo sind die negativen Gefühle?!“-Gefasel zu bringen. Mag sein, daß andere damit klarkommen, doch mich dann mit „Gehen sie doch, wenns ihnen nicht paßt!“ abzuspeisen, sobald man anderer Ansicht ist, ist einfach nur hochnotpeinlich.
Norma on May 9th, 2007 at 3:17 pm #
Hallo Rene, wenn ich das alles so lese, frage ich mich wirklich wer hier wirklich therapiebedürftig ist. Hier stimmt die Chemie überhaupt nicht, dies ist allerdings die Grundvoraussetzung für erfolgreiche Stunden mit gutem Nachhall. Das Gefühl, dass dir jemand gegenüber sitzt, der dich versteht, der dich trägt und gemeinsam mit dir Ziele für die nächsten Stunden formuliert, der auch ehrlich zugibt, wenn er mit seinem therapeutischen Ansatz überfordert ist und dich damit wieder frei gibt, all das was einen guten Therapeuten ausmacht, fehlt hier doch total. Durch sein penetrantes Fehlverhalten verdeckt er seine Unfähigkeit mit der Situation umzugehen. Nimm es bloss nicht persönlich! Das muss schön bei ihm bleiben. Liebe Grüße
Rene Kriest on May 9th, 2007 at 3:44 pm #
Das Gefühl, dass dir jemand gegenüber sitzt, der dich versteht, der dich trägt und gemeinsam mit dir Ziele für die nächsten Stunden formuliert, der auch ehrlich zugibt, wenn er mit seinem therapeutischen Ansatz überfordert ist und dich damit wieder frei gibt, all das was einen guten Therapeuten ausmacht, fehlt hier doch total. Du hast schon recht mit dem Persönlichnehmen. Mich regt schlicht auf, daß mir meine tatsächlich vorhandene gute Laue noch schlechtgeredet wird und obendrein keinen Meter Aussicht auf Erfolg und Besserung angetragen wird. Alles Scheiße was ich mache, alles Mist, ich sei ein Gefühlsunterdrücker blabla. Gefragt, wie sich das ausdrücke, ob ich dadurch nicht leistungsfähig wäre etwa, kam keine Antwort. Das ist ja das Tolle bei den Brüdern: die leben nur vom schlechten Gewissen, das sie anderen einreden. Wäre ich tatsächlich so arm dran, wie der Psychologe meint, gäbe es den Blog nicht usf. Ich bin einfach nur froh, so viele tolle Menschen mit dem Blog und jetzt auch dem Forum kennengelernt zu haben, die mir auch wirklich helfen. Viele liebe Grüße, René
Susanne on May 9th, 2007 at 3:58 pm #
Lieber Rene, ich habe die Erfahrung machen müssen, so lange man noch selber denken kann und Intelligenz besitzt und auch noch mitdenkt, wird das überhaupt nicht gerne gesehen. Der Depressive ist besser dumm
Norma on May 9th, 2007 at 4:04 pm #
……ärgere dichnicht zu sehr, dass geht nur zu deinen gesundheitlichen Lasten… Schau doch mal wie gut doch trotz Depressionen noch davor bist! Alleine, dass du die Kraft aufbringst dir über all das Gedanken zu machen und zu reflektieren: das ist eine Leistung, die hervorgehoben und unterstützt werden muss! Der Ansatz liegt doch nicht darin immer wieder die Schrecken der Vergangenheit zu bearbeiten (die weißt du doch eh!), sondern deinen Blick auf die gesunden Anteile in dir zu schärfen und diese immer mehr auszubauen, nur so ist es möglich, den immer wiederkehrenden Gedanken in der Depression wenig Raum zu geben. Hilfreiche Unterstützung durch einen Therapeuten bedeutet für mich, den positiven Umgang mit meiner Erkrankung zu lernen und meinen durch die Depression verstellten Blick auf die vorhanden Ressourcen zu schärfen. Liebe Grüße
Norma on May 9th, 2007 at 4:39 pm #
Hallo Susanne, ja, diese Erfahrung habe ich leider auch gemacht, jedoch nicht nur bei Therapeuten, sondern auch bei Ärzten. Post a comment
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