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Archive for the ‘Umgang mit Depression’ Category
Hand aufs Herz: viele Depressive tun sich schwer, mit der Diagnose Depression umzugehen und für sich diesen Befund zu akzeptieren. Hilfreich ist hierbei ein verständnisvolles Umfeld, das den Depressiven auf seinem Weg zur Seite steht.
Erforderlich ist, daß Angehörige des Depressiven ebenfalls mit der Krankheit umzugehen wissen, weil hiervon alle Betroffenen enorm profitieren.
Zum Verständnis der Depression bedarf es anfangs weniger vertiefender Einsicht der Angehörigen von der Krankheit, als mehr einer Verhaltensänderung gegenüber dem Depressiven: einfache Schritte, die das Leben eines Depressiven stark verbessern – ob Nicht-Depressive verstehen, was es damit auf sich hat, oder nicht.
Warum ist das so?
Strenggenommen kann kein Nichtdepressiver nachempfinden, was in einem Depressiven vorgeht, wie er die Umwelt wahrnimmt und darauf reagiert. Wesentlich wichtiger ist daher, gewisse Grundregeln einzuhalten.
Was meinen diese Grundregeln?
Depressive haben immer wieder über ihre hilfreichen Erfahrungen mit ihren Angehörigen berichtet. Gewisse Tips und Hinweise tauchten immer wieder auf. Als Schnittmenge ergeben sie besagte Grundregeln.
Mit der Krankheit ändert sich vieles, und gerade in der Verhaltensänderung der Angehörigen gegenüber dem Depressiven liegt ein Sofortbeitrag und erster Schritt zu Linderung der Krankheit.
Wie diese Schritte aussehen und wie mit deren Anwendung das Beziehung zwischen Angehörigen und einem Depressiven gefördert wird, gehe ich in dieser Serie nach, die ab morgen hier eingestellt wird.
Robbie Williams, Sebastian Deisler und viele Prominente wie Nicht-Prominente sind an Depression erkrankt. Angehörige, Verwandte und Freunde tun sich schwer im Umgang mit Depressiven. Vor allem der Ausdrucksweise kommt hier einen Schlüsselfunktion zu. Oftmals unterscheiden Nuancen über eine für den Depressiven positive oder negative Botschaft.
46 Möglichkeiten habe ich aufgereiht, um bestimmte Erkenntnisse, Handlungen und Sichtweisen so darzustellen, daß nicht Depressive nachvollziehen können, wie ihre Erfahrungen und Aussagen bei Depressiven ankommen. Mit diesem Wissen sollte es Angehörigen erleichtert werden, mit Depressiven umgehen zu können, da das Verständnis vertieft wird.
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Äußerungen zur Depression, Gedanken eines Depressiven:
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Diese sind für einen Nicht-Depressiven vergleichbar mit, fühlen sich in etwa an wie:
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Depression ist eine chronisch auftretende und lebenslang anhaftende Krankheit.
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Vergleichbar ist die Krankheit Diabetes. Dagegen gibt es auch kein Heilmittel, sondern Linderungsmittel.
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Täglicher Bedarf an Medikamenten eines Depressiven.
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Insulin-Spritzen bei Diabetes
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Einmalige Einnahme insbesondere von Antidepressiva hilft auf Dauer nicht.
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Depression ist nicht wie Kopfschmerzen, sondern eher einer Salbe vergleichbar, die eine Wunde heilen soll mittels tagelanger Anwendung oder Antibiotika, die man teils zwei Wochen lang einnehmen sollte.
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Starke Stimmungsschwankungen über den Tag hin
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Geburtswehen: kommt das Baby oder nicht? Oder: minütliches oder stündliches Würfelwerfen bezüglich des Befindens.
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Zufälliges Kommen und Gehen der Symptome
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Wie eine Allergie bei Pollenflug oder Nahrungsmitteln. Es kann gut gehen oder nicht.
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Erschöpfungszustände
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Tagelanger Schlafentzug.
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Traurigkeit
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Tiefer Liebeskummer.
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Sinnlosigkeit
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Verlust eines sehr geliebten Menschen durch Tod.
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Hoffnungslosigkeit
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Lebenslange Freiheitsstrafe oder Todesurteil bei einer Geiselnahme.
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Mutlosigkeit
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Bestrafung, ganz gleich was man macht.
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Gute Phasen
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Schmerzfreiheit dank Morphium. Sobald die Wirkung der Medikamente nachläßt, sind die Symptome wieder da. Parallel zur guten Laune schwingt immer die Angst vor Rückfällen mit.
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Antriebslosigkeit
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Demütigende Langeweile; Entführung: gegen seinen eigentlichen Willen ist man zur Untätigkeit verdammt.
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Pünktlichkeit alias Zuspätkommen
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Größte denkbare Anstrengung, die ein Depressiver verrichtet, um den Regeln der Gesellschaft gerecht werden zu können. Ein sehr schwieriges Unterfangen vor allem aufgrund der Angststörung, Sozialphobie und Antriebslosigkeit der Depressiven.
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Angststörung
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Unerklärliche Todesangst.
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Sozialphobie
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Von jedem Menschen geht eine Bedrohung aus; Spießrutenlauf in der Öffentlichkeit. Ruhe und Zurückgezogenheit wird bevorzugt, Menschenansammlungen (= alles mit mehr als 2 Personen) werden gemieden.
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Suizid
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Ruhe, Friede, Freiheit, Erlösung – alles ist besser und schöner, als weiterzuleben.
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Maßregel/Kritik an einem Depressiven ob gerechtfertigt oder nicht.
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Stich ins Herz. Wird überwiegend persönlich genommen; man fühlt sich unfähig und für die jeweilige Aufgabe, ganz gleich wie einfach oder nicht, unangemessen.
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Alltagsverrichtungen
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Spießrutenlauf.
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Psychotherapie
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Dialyse bei Nierenkranken. Man geht immer wieder hin und Verbesserungen treten langsam ein.
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Gedankenkreisen
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Gehirnwäsche; derselbe Gedanke wird ständig wiederholt, ohne das man sich dagegen wehren kann.
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Gedankensprünge
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50 Dinge zu selben Zeit durchdenken.
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Schlafen
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Suizid-ähnlicher Zustand der Glückseligekeit.
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Daß Nicht-Depressive Verständnis Depressiven entgegenbringen können…
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…wäre für Depressive genauso großartig und ähnlich unmöglich, wie Deutschland 2006 Weltmeister geworden ist.
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Angemessene Therapie und geeignete Unterstützung von Dritten zu erhalten.
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Dreimal hintereinander den Jackpot beim Lotto knacken.
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Nebenwirkungen der Medis
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Einen Teil des Körpers für die Gesundung seines Geistes opfern. Es gibt niemals nur Vorteile ohne Nachteile bei etwa Antidepressiva.
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Tagesdämmern.
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Arzt
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Hoffnungsträger und Richter zugleich.
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Unverständnis über die Krankheit
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Grob fahrlässige Diskriminierung und Benachteiligung der Depressiven; Verspottung.
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Freude
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Wort mit sechs Buchstaben. Sehr selten vorhanden.
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Verzweiflung
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Ausweglosigkeit infolge Unverständnis
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Lächeln, lachen
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Unerträgliche Qual.
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Klinik
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Ort, an dem einem Depressiven sehr viel Verständnis entgegengebracht wird und hoffentlich ebenso viel Linderung seiner Krankheit.
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Benzos
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Tafel Schokolade zwischendurch.
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Antidepressivas, Mood-Stabilizer
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Lebenselixier. Niemals ohne.
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Selbsthilfegruppe
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Zwillings-Brüder und Zwillingsschwestern. Verständnisvolle und inspirierende Gedankenatmosphäre.
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Alleinsein
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Zustand ohne äußeren Streß.
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Arbeit
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Unmoralisches Angebot; vielfach fühlt sich der Depressive überfordert.
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Schlaftabletten
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Ohne geht sehr häufig gar nichts mehr in Sachen ruhigen Schlaf.
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Rückfall
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Humor
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Wie beim Losen: mal gewinnt man was, mal nicht.
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Geburtstag
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Weiteres Jahr ohne Suizid.
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Zurückziehen und Gefühl der Hilflosigkeit, nicht verstanden werden zu wollen.
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Einer der Sprüche, die kein Depressiver benötigt, im Gegenteil. Ein wenig Zuspruch und auch Stolz darauf, wie man sein Leben trotz der Widrigkeiten im kleinen wie im großen meistert, wäre weit mehr angebracht.
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„Du bist nicht krank und schon gar nicht depressiv. Du redest Dir das nur ein.“
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Und die Erde ist eine Scheibe…
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„Ich weiß, was dir hilft!“
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Jesus konnte Lepra-Kranke heilen. Du nicht.
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Welche Vergleiche und Sprüche zum Thema Konfrontation zweier Welten – Depressiver trifft auf Nicht-Depressiven – könnt ihr nicht ausstehen?
Der Umgang mit Depressiven ist nicht immer leicht. Beide, sowohl der von Depression Betroffene als auch das Umfeld, leiden unter der Krankheit. Wie man den Umgang mit Depressiven verbessert, zeigen folgende 10 Techniken:
- Urteile nicht, sondern biete Deine Hilfe an
Das Verhalten eines Depressiven folgt eigenen Gesetzmäßigkeiten. Sehr häufig bestimmen Gefühle und Empfindungen das Geschehen. Nach Möglichkeit sollte man daher nicht von Standpunkt eines rationell Handelnden den Depressiven kritisieren, sondern freundlich seine Hilfe anbieten.
- Biete Deine Hilfe an und schließe nicht von Dir auf einen Depressiven
Depressive sind scheue und verunsicherte Menschen. Wie Balsam auf die geschundene Seele wirken da Sätze wie „Kann ich Dir helfen?“, „Kann ich etwas für Dich tun?“, die allesamt liebevolle Ansätze sind.
Sätze wir „Mach doch mal was!“, „Nur die Wand anstarren bringt nichts!“ sind dagegen Öl ins Feuer der Depression. Der Depressive weiß dies selbst. Er kann sich aber wegen der Krankheit zu nichts aufraffen.
Noch drastischer ausformuliert: Denkt jemand mit gesundem Menschenverstand tatsächlich, daß es Spaß macht oder man gar Freude daran empfindet, vor sich hin zu siechen und pausenlos an Selbstmord zu denken oder sonstige destruktive Gedanken nachzuhängen?
- Richte Fragen an den Depressiven, statt ihm etwas zu befehlen
Verzichte auf das Ausrufezeichen, wenn Du etwas mit einem Depressiven besprechen möchtest. Unterbreite statt dessen Vorschläge. Einfache und effektive Methode hierzu ist, aus jeder Aussage („Bring sofort den Müll runter!“) eine Frage zu formulieren und einen einfachen, aber wirkungsvollen Satz voranzustellen, der mehr motiviert, als man denkt: „Fühlst Du Dich gut?“ Nach dieser Technik umgesetzt lautete der Satz dann: „Fühlst Du Dich gut? Könntest Du bitte den Müll runterbringen? Danke!“
Dem Depressiven mangelt es an Selbstbewußtsein. Er wähnt sich als Last und Belastung der Umwelt. In Aussagen, die als Wertung und Urteil daherkommen, wird er in seinem desaströsen Bild von sich und der Umwelt nur noch bestätigt. Anders liegt es, wenn man Vorschläge unterbreitet, durch die er sich in das soziale Leben eingebunden fühlt – ohne Zwang.
- Nicht befehlen, sondern vereinbaren
- Suizid-Gedanken
Angesichts meiner massiven Suizid-Gedanken bildete ich mit mehreren Personen, die sich untereinander nicht kannten, jeweils einen Pakt, mich nicht selbst zu töten, komme was wolle. Zwecks Absicherung wurde eine Art Meldesystem installiert. In regelmäßigen Abständen meldete ich mich bei den Personen. Längere Abwesenheiten sprach ich mit ihnen durch, ob und wann ich mich gegebenenfalls meldete.
- Vertrauen spenden
Da ein Depressiver allenfalls in guten Phasen so etwas wie Vertrauen in sich selbst hat, kann das Vertrauen nur von außen kommen. Gerade die Eltern aber auch Freunde, eben die nächsten Angehörigen und Bekannte, sollten unbedingt an den depressiven Menschen glauben. Häufig hat er sich schon, für Außenstehende unbemerkt, innerlich aufgegeben.
- Nicht negativ über Medikamente reden
Suchen sie nach Heilungsmöglichkeiten und reden Sie nicht negativ über Medikamente. Medikamente sind die wirksamsten Mittel gegen Depression. Und weil es so wichtig ist, wieder hole ich den Satz: Medikamente sind für einen Depressiven lebenswichtig. Ohne diese steigt das Suizidrisiko immens.
Aus meiner Erfahrung heraus weiß ich, daß ich zwei Optionen habe. Möglichkeit eins wäre, meine Medikamente fleißig weiterzunehmen. Die andere wäre, mir die Medikamente wegzunehmen; dann aber sieht man mich nur noch einmal: auf meiner Beerdigung.
- Nicht werten und urteilen
Sehr viele Entscheidungen von Depressiven und hierbei vor allem Manisch-Depressiven sind Impulsiv-Handlungen und weniger aus einem rationalen Kontext heraus gefällt worden. Zeitschriften werden gekauft, die man niemals lesen wird, und es werden noch mehr Kleidungsstücke zusammengetragen, als man ohnehin unterbringen, geschweige denn anziehen kann.
Dieses Verhalten mit wüster Kritik oder gar Vorwürfen zu garnieren verfängt nicht. Besserwisserei ist fehl am Platze. Die Betroffenen wissen das selbst. Hinter dem Verhalten stecken Zwangsgedanken. Rational kann man nur schwer an diese herankommen.
Wirklich helfen kann man einem derart Betroffenen nur, indem man ihn einer Therapie zubringt, am besten zu einem Psychiater oder in einem akuten Falle in einer Klinik oder ambulante Station.
- Geld, Geld, Geld
Wie bereits angedeutet, haben sehr viele Depressive, und hier vor allem die Untergruppe der bipolar Kranken („manisch-depressiv“), massive Probleme, mit ihrem Geld hauszuhalten.
Hilfe in diesem Falle bietet eine Ausgabenkontrolle, also eine Überwachung der Ausgaben und Einnahmen eines Depressiven. Desgleichen helfen Absprachen über finanzielle Ausgaben. Beispielsweise darf der Depressive nur Ausgaben bis zu einer bestimmten Höhe im Monat tätigen.
- Promiskuität
Sex an sich ist nichts verkehrtes, doch flüchten sich gerade Depressive und hierbei vor allem Frauen in eine Affäre nach der anderen. Mangelndes Selbstbewußtsein wird mit wechselnden Geschlechtspartnern kompensiert.
Hilfe sollte man dann antragen, wenn dieses Verhalten kein zeitlich begrenztes ist, Leidensdruck dahintersteckt oder wegen Fremdgehens soziale Beziehungen arg gefährdet sind.
Fallen Dir noch weitere Techniken ein, den Umgang mit Depressiven zu verbessern? Was tut Dir gut und was vermeidest Du im Umgang mit anderen Menschen?
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