Archive for the ‘Selbsthilfetechniken’ CategoryDie Krankheit Depression wird zu einem Großteil dadurch charakterisiert, daß Depressive sehr starke Emotionen besitzen und nahezu sämtliche Ereignisse durch den Gefühlsfilter ausgewertet werden. Der Filter wiederum ist ein negativer, sonst befände man sich nicht in einer depressiven, sondern in einer (hypo-) manischen Phase. Gemeinsam ist den Filtern der Manie und Depression, daß sie die Rationalität, mit der man vor allem äußere Ereignisse betrachten kann, überlagern und sogar ausblenden. Die Gefühle entsprechen selten der Realität bei Depressiven. Gefühle vermitteln demnach einen falschen Eindruck von äußeren Begebenheiten. So geht die Welt etwa nicht unter, nur weil man eine Rechnung nicht bezahlt hat oder eine Beziehung scheitert. Mittels einer Technik kann man die Gefühlswallungen eindämmen. Entwickelt wurde sie von David Burns. Vorgestellt wurde sie in dessen Buch Feeling Good, welches für mich eine Art Bibel wider die Depression ist und wesentlichen Anteil an meiner Symptomlinderung hatte und immer noch besitzt. Wie sieht die Technik aus? Genannt wird sie Triple Colum Technique, was man als Drei-Spalten-Technik (DST) übersetzen kann. Alles, was man zu deren Umsetzung benötigt, ist ein Blatt Papier, ein Stift und für den Anfang 10 Minuten Zeit. Man nehme das Blatt Papier und lege es am Beste quer. Sodann teilt man es in 3 Spalten ein, wobei letztere Spalte etwa 2/3 des Platzes einnehmen sollte. Der ersten Spalte gibt man die Überschrift Automatic Thoughts/Sofortige Gedanken. Die Überschrift für die zweite Spalte lautet Distortion/Verzerrung. Spalte drei wird mit Rational Response/Rationale Entgegnung überschrieben. Was nun zu tun ist, ist so einfach wie genial. In die erste Spalte trägt man jegliche Gedanken – nicht Gefühle! -, die einen reflexartig befallen oder sonstige belastende Gedanken ein. Wichtig ist es, Gedanken von Gefühlen zu trennen. Gefühle sind die Folge von Gedanken. Einzutragen ist in Spalte 2 der rationale Zerrspiegel, der den sofortigen Gedanken verfälscht, eben verzerrt. In Spalte 3 antwortet man rational auf den sofortigen Gedanken, indem man den Zerrfilter durch objektive Aussagen widerlegt. Das Ergebnis ist eine andere Denkweise. Ersetzt wird ein Gedanke durch einen anderen, einen positiven, der die Verhältnisse, die durch die Verzerrung bedingt werden, wieder geraderückt. Möge ein Beispiel dies veranschaulichen: Sofortiger Gedanke: Ich bin so faul! (man fühlt sich durch den Gedanken niedergeschlagen, nicht umgekehrt) Verzerrung: Alles oder nichts-Denken, Verallgemeinerung, Selbstbezichtigung Rationale Entgegnung: Ich bin nicht faul. Der Begriff verfälscht die Realität. Ich erledige viele Angelegenheiten, die ich teils nicht bewußt wahrnehme. Umgekehrt gibt es Dinge, die ich aufschiebe. Deshalb bin ich aber nicht faul, sondern sollte die Begebenheiten als Anlaß nehmen, etwas zu ändern. Ich verallgemeinere also aufgrund von wenigen Dingen, die mir noch nicht so liegen. Den faulen Menschen gibt es einfach nicht. Und selbst scheinbar erfolgreiche Menschen haben Bereiche, in welchen sie mehr machen könnten. Derart den eigenen automatisch sich aufdrängenden Gedanken rational zu begegnen ist essentiell für die Gesundung. Noch mal: es gibt keine faulen Menschen. Man sollte sich hüten, derartige Stempel auf sich oder andere aufzudrücken. Geholfen wird dadurch nämlichen niemandem. Eher sollte man Dinge, bei welchem einen der Schuh drückt, als Hinweis betrachten, etwas zu ändern ohne dabei jedoch sich selbst als faul zu betrachten. Wer sich nämlich als faul ansieht, liefert die Entschuldigung dafür, auch weiterhin nicht tun zu müssen, gleich mit. Wenn man nämlich faul sei, könne man ja auch nichts ändern an seinem jetzigen Zustand, denn entweder man ist ein fauler Mensche oder ein fleißiger und disziplinierter. Das aber ist nichts als ein Zerrbild. Man muß vom Schubladendenken wegkommen, um Entwicklungspotential entfalten zu können. Ursprünglich nahm ich mich auch als faul wahr. Faule sind um ihren Zustand zu bedauern, ändern kann man nichts, sonst wäre man ja nicht faul. Bedingt durch dieses zirkelschlußartige Denken erfüllte sich mein Schicksal von selbst. Erst als ich mittels der DST-Methode erkannte, daß das was in meiner Gedankenwelt nicht stimme, daß ich da eine riesige Blockade hatte, die mir den Weg zur Weiterentwicklung versperrte, gelang es mir, tatkräftig mein Leben anzupacken und umzukrempeln. Nannte ich mich früher faul, weil das Zimmer nicht aufgeräumt war, nahm ich diesen Zustand nunmehr hin, ohne mich als faul zu bezeichnen. Vielmehr entgegnete ich mir rational, daß ich entweder was an dem Zustand ändern könne oder nicht. Da ich was an dem Zustand ändern wollte, gelang es mir dann auch, denn mein Wille, der vormals durch den Stempel faul zu sein, blockiert war, war nun im Wortsinne wie entfesselt. Burns hat eine Liste von Verzerrungen angefertigt, die man verinnerlichen sollte und im wesentlichen der Filter entsprechen, mittels welcher man die Umwelt fälschlicherweise betrachtet. Diese Woche werde ich die Filter vorstellen, um die DST-Methode abschließend zu erläutern. Nach Anerkennung und Lob für seine Taten, Leistungen und auch Gedanken strebt ausnahmslos jeder Mensch. Um uns herum ist kaum etwas, daß annähernd so viel bewirkt, wie eine herzliche Anteilnahme, ehrliche und aufrichtige Anerkennung als auch Lob. Nicht die vordergründig für wichtig erachteten Dinge des Lebens, wie Geld oder äußere Attraktivität, verleihen ein tiefes und vor allem dauerhaftes Gefühl der Befriedigung. Worte sind es, die uns berühren und in uns wie ein Schatz gehortet und behütet werden. Doch auch diese Form der Anerkennung ist selten und markiert die Ausnahme, nicht den Regelfall des menschlichen Umgangs. Selbst kann man das ganz leicht feststellen, indem man sich die Frage stellt, ob man eher zur Fraktion jener angehört, die meinen, Druck und Mahnungen seien ein großer Motivator, oder ob man zu jener klugen Gattung Mensch gehört, die lieber die guten Seiten herausstellen und betonen. Die alles entscheidende FrageWann hast Du das letztemal aufrichtig gelobt? Wie häufig tust Du es am Tage oder gar pro Stunde? Nimmst Du bestimmte Personen kategorisch aus? Was erscheint Dir selbstverständlich? Einher geht mit dieser Lob-Diskrepanz zwischen dem Wunsch nach Anerkennung und mangelnder Aussprache eines Lobes auch das fehlende Verständnis für Wichtigkeit. Anerkennung und Lob werden Dritten zuteil. Uns selbst suggeriert man diese kaum. Doch weshalb nicht?Weshalb geht man nicht dazu über, sich selbst zu loben, sich selbst Anerkennung zu zollen? Nun ist es so, daß gerade in Deutschland die Spruch-Unweisheit weit verbreitet ist, wonach Eigenlob stinke. Diese Grundhaltung ist falsch. Nicht selten sind wir die besten Ratgeber für die Belange Dritter. Für andere legen wir uns ins Zeug und arbeiten unermüdlich. Jedoch in eigenen Angelegenheiten läßt man jene Sorgfalt vermissen. Ratgeber für andere sein zu können, hilfreich zu sein, sind Werte der Gesellschaft. Anderen gibt man alleine durch solche Handlungen das Gefühl der Wichtigkeit, daß sie es wert sind, daß um sie Sorge getragen wird. Mit einem Kniff können wird uns selbst auf diese Stufe heben. Wie wäre es, wenn man einmal die Perspektive wechselt, und seine Person wie einen Dritten behandelt und damit sich selbst etwas Gutes tut? Warum auf Lob und Anerkennung von außen warten, anstatt sich selbst in den Fokus der eigenen Aufmerksamkeit zu rücken? Für andere war ich immer da, half und stellte ihre Leistungen heraus. Nur bei mir selbst erschein alles klein und unwichtig. Selbstwertgefühl baute ich dadurch auf, daß ich auf mich selbst anwendete, was ich bei Dritten tat. Ich lobte mich für, auch und gerade für Klinigkeiten, die ich erledigt hatte. Bei nahezu jedweder Verrichtung betrachte ich mich von außen. Wichtig ist, daß man sich bzw. den Dritten jeweils positiv betrachtet. Wenn jemand sein Zimmer aufräumt, freut man sich für die Person. Selbiges mache ich fortan auch für mich. Hierdurch bin ich mir selbst wichtig geworden. Wichtig bedeutet nicht, hierarchisch zu sein, also daß es wichtige und unwichtige oder wichtigere und weniger wichtige Menschen auf der Welt gäbe. Jede Person ist einzigartig und daher wichtig. Betrachte Dich mit den Augen wohlgesinnter Dritte bei allem, was Du tust. Deine Psyche wird es Dir danken. Über den inneren Dialog habe ich bereits geschrieben. Zum Verständnis dieses Artikels ist er nicht zwingend erforderlich, doch ich empfehle ihn dennoch jedem Interessierten zwecks tieferen Einfühlungsvermögens. Ich greife die Frage noch einmal auf. Weshalb ist es so wichtig respektive unerläßlich, seine innere Stimme abzustellen? Weil sie falschliegt, weil sie unrecht hat. Und weil sie darob selbstzerstörerisch wirkt. Wozu, außer zum Musik-Hören könnte ein MP3-Musik-Abspielgerät der neuesten Generation wie der iPod wohl noch gut sein? Oder reicht das Musik-Hören alleine schon aus, um einen Stimmungswechsel in einem hervorzurufen? Bekanntlich hat Musik einen hohen Stellenwert im Leben der Menschen. Stimmungen werden in Liedern ausgedrückt, teils melancholische, teils wird gute Lauen verbreitet. Als ich zu Weihnachten meinen iPod geschenkt bekam, sah ich in dem grauen Kasten nur eine Möglichkeit, endlich Musik im handlichen Kleinformat unterwegs hören zu können. Seit meinen Walkman-Zeiten – das waren die sperrigen Dingen mit den Kassetten, die, wenn sie runterfielen, kaputtgingen, zumindest fiel die Lade ab – besaß ich kein portables Abspielgerät mehr. Als solches Gerät machte sich der iPod sehr gut. Mehr und mehr gewöhnte ich mich an die anfangs wenig intuitiv wirkende Bedienung, und ich genoß meine Lieblingsmusik, die ich nunmehr überall mit hinnehmen konnte. Sogar auf meine Stereo-Anlage verzichtete ich mehr und mehr zu Gunsten des iPod und nahezu ganztägig frönte ich den lieblichen Klängen schöner Techno-Musik, die mein iPod ausspuckte. Irgend etwas ging in mir vor, wenn ich den iPod auf den Ohren hatte. Die täglichen Verrichtungen gingen wesentlich leichter von der Hand und irgendwann dämmerte es mir. Vermochte der Musik-Abspieler tatsächlich meine inneren Dialoge zu beeinflussen und auch bildlich zu übertönen? Jedenfalls verschwand diese immer häufiger zugunsten konzentrierter Tätigkeit. Aus meiner Sicht entpuppte sich rasch für mich elektronische Musik, also Techno, als Heilsbringer. Ausgeglichen dank der atmosphärisch-energetischen Wirkung des Techno-Trance lese und schreibe ich. Dies ist meine Haupttätigkeit den Tag über. Andere Stilrichtungen wie Rock oder Pop hatten nicht dieselbe Wirkung. Während Trance durchgehend zur Stimmungsaufhellung und Beseitigung meiner inneren Stimme erfüllend beitrug, lenkten mich die Gesangstexte nicht selten zu sehr von der eigentlichen Beschäftigung ab. Gewissermaßen ersetzte ich nur das Thema des inneren Dialogs durch ein anderes. Meine inneren Zweifel wichen zugunsten der Liedbotschaften. Allerdings sollte die Musik nur ein Vehikel sein, also Mittel zum Zweck, nämlich gerade der Abschaltung der inneren Stimme. Gerade bei melancholisch-traurigen Liedern, wie sie zuhauf gerade bei Rock- und Pop-Liedern zu finden ist, wirkte besagter Themenwechsel fatal, weil deren Stimmungslage wie Wasser auf die Mühlen meiner Depression glich. Aufgesetzt wirkende Zwangs-Bespaßungsmusik wiederum machte mich aggressiv und zog mich aus diesem Grunde auch runter. Mit Trance liege ich stets auf der fröhlichen Seite, genau richtig eben. Letztlich kann die passende Musik jeder für sich selbst bestimmen. Jeder Mensch hat auch während der Depression eine andere Empfindung. Nur zwei Dinge sind wichtig. Die Musik muß auch für sich alleine, also ohne weitere Tätigkeit, eine stimmungsaufhellende Wirkung besitzen. Des weiteren darf sie nicht ablenken. Bedenke stets, daß das Musikhören nur Mittel zum Zweck ist, die eigentliche Aufgabe entspannt und selbstsicher durch das Ausschalten der inneren Stimme infolge Musikhörens zu verrichten. Keinesfalls darf Dich die Musik weiterherunterziehen. Hierzu experimentiere man ein wenig. Sämtliche Musikrichtungen sind hierzu potentiell geeignet. Angefangen bei Techno über Rock und Pop bis hin zu klassischer Musik. Selbst Hörbücher können hierzu geeignet sein. Ich denke, daß man recht schnell ein Gefühl dafür hat, was einem guttut und was nicht. Mache Dir jede Hilfe zunutze. Die innere Stimme lügt. Niemand ist faul, schlecht, böse oder unfähig, schon gar nicht ein depressiver Mensch. Mittels guttuender Musik können positive Gefühle in einen übertragen und eingepflanzt werden. Die negative innere Stimme bedarf eines positiven Gegenpols. Schalte Deine innere Stimme aus mittels Musik, die über den Kopfhörer läuft und Du wirst eine klare Stimmungsaufhellung erleben. |