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Wer zu Hause sitzt und mit allein mit sich ist kann darüber erfreut oder betrübt sein. Es gibt Menschen die suchen bewußt die Einsamkeit, um mit sich selbst auch wirklich alleine sein zu können, und es gibt den diametralen Gegensatz: Menschen, die sich einsam und vergessen fühlen, isoliert und im gesellschaftlichen Abseits. Während meiner Abitur-Zeit konfrontierte ich mich erstmals mit dem Unterschied von bewußter Einsamkeit und ungewollter Einsamkeit respektive wurde damit konfrontiert. Nicht selten zog ich mich zurück und wählte Unternehmungen für mich aus, die ich willentlich ohne Freunde und Kollegen bestreiten wollte am Wochenende. Auf Partys, auf welchen ich allgemeinhin vertraute und gewohnte Gesichter gewahren würde, etwa hatte ich keine Lust. Statt dessen zog ich alleine los und frönte nach Herzenslust dem Nachtleben, beispielsweise auf Techno-Parties im Dorian Gray, Omen oder XS als auch Palazzo. Angesprochen darauf, daß man mich des öfteren alleine anträfe und ob ich keine Freunde hätte entgegnete ich spontan mit dem Satz: „Alleine zu sein heißt nicht unbedingt sich einsam zu fühlen.“ Erst später wurde mir die Wahrheit dieses Satzes bewußt. Äußerlichkeiten haben wenig zu tun mit innerer Repräsentation von Geschehnissen. Um Gefühle geht es bei der Gegenüberstellung von Alleinsein und Einsamkeit und Gefühle sind wirkmächtig. Dieselben Szenen und Gedanken lösen unterschiedliche Reaktionen beim Menschen aus. Gedanken ans Alleinsein sind überwiegend positiver Natur, während das Bild von Einsamkeit einer Agonie gleicht, die es tunlichst zu vermeiden gelte. Ironischerweise kann man sich in Gesellschaft und hierbei unter Freunden sehr einsam fühlen, während man auch umgekehrt auch alleine mit sich selbst bleiben kann. Alleine innere Vorgänge, Gedanken bald an die eine, bald an die andere Vorstellung, entscheiden über die entsprechend assoziierte Empfindung. Grobgesagt markiert Alleinesein den Rückzug aus Gewohntem – und hierbei vor allem dem Alltag –, vollzogen in bewußter Abkehr, derweil Einsamkeit ein aufoktroyierter Prozeß ist, dem man sich ausgesetzt fühlt - Aktivität steht Passivität gegenüber. Freundschaft und Gesellschaft wählt man als Aktiver. Passivität folgt aus dem Sichtreibenlassen und der Abhängigkeit von anderen, die einen entweder mitschleppen oder eben nicht. Durch aktiven Rückzug setzt man einen Kontrapunkt analog von Arbeit und Pause. Man balanciert sein Leben und die Forderungen desselben aus. Auf Passivität fußendes Alleinsein macht deshalb einsam, da Angst und Kontrollverlust die ausschlaggebenden Motivatoren des eigenen Verhaltens sind. Aus Angst vor Einsamkeit fügt man sich ins Gegenteil dessen, was nach gesellschaftlicher Norm Einsamkeit ausmacht, nämlich Stubenhockerei anstelle von Aktivitäten in der Gruppe. Letzteres hat betäubende Zerstreuung oftmals zur Folge. Energie gewinnt man nur durch eine bewußte Entscheidung für das Alleinesein, sofern diese auf Zeit erfolgt. Nur wenige können diesen als Dauerzustand aufrechterhalten; selbst Eremiten steigen buchstäblich von ihrem Berg herab. Gravierenden Energieverlust, gleichwohl schleichend im Vollzug, ruft Einsamkeit hervor. Gegenmittel in beiden Fällen ist Aktivität verstanden einmal als Eigeninitiative, auf andere Menschen zuzugehen, und begriffen als äußerliche Beschäftigung unter Menschen. Wichtig ist nur das Ergebnis und Maßstab ist das Wohlgefühl, das man jeweils empfindet.
Einer der faszinierendsten Fähigkeiten der Menschen ist es, sich wandeln und weiterentwickeln zu können. Nichts, was sich als Gedanken und Gewohnheiten, schlechten wie guten, im Leben durch Handeln und Denken manifestiert hat, ist auf Dauer. Ob man Raucher ist oder nicht, der eine kann mit dem Rauchen aufhören, während der andere damit beginnen kann. So lasterhaft und trivial das Beispiel anmuten mag, so kann dieser Schritt jederzeit erfolgen. Unabhängig vom Alter der Person und Dauer des Verhaltenszuges kann dieser verändert werden. Vielfach ist es einem nicht bewußt, wieviel Wandlungsmöglichkeiten man selbst hat, indem man schlicht seine Gedanken als auch sein Verhalten ändert. Am Anfang war der Wunsch, etwas ändern zu wollen und alles weitere fügte sich sodann gleichwohl, bewußt hervorgebracht oder unbewußt beeinflußt. Im Idealfall bricht man nur mit seinen schlechten Angewohnheiten und Denkweisen und behält jene, die einem selbst als auch anderen zum Wohlwollen gereichten. Ein Gedanke an den Wandel, die Weiterentwicklung genügt, und der erste Schritt ist getan. |