Archive for the ‘Medikamente’ CategoryNahezu jedes Antidepressivum erzeugt Nebenwirkungen bei der Einnahme, die alles andere als erträglich ausfallen können. Zu unterscheiden sind erwünschte respektive nicht belastende und unerwünschte, belastende Nebenwirkungen von Medikamenten. Problematisch sind letztgenannte. Der Grad der Nebenwirkungen von Antidepressiva wächst in der Regel mit der eingenommenen Dosis, ist also von dieser abhängig. Je mehr man von einem Antidepressivum, welche etwa zur Behandlung und Vorbeugung von Depression, Sozialphobie und generalisierter Angststörung verschrieben wird, täglich einnimmt, desto umfangreicher und ausgeprägter fallen auch dessen Nebenwirkungen aus. Differenzieren kann man die Nebenwirkungen bei Antidepressiva auch in vorübergehende und dauerhafte, als auch in sogenannte Absetzungssymptome.
Ein gutes Antidepressivum sollte sowohl verträglich sein und demnach kaum und vor allem keine schwerwiegenden Nebenwirkungen aufweisen, als auch den Therapiezweck stützen. Antidepressiva sind grundsätzlich eine hervorragende Sache, die ich rundweg jedem Depressiven nur empfehlen kann. Die Stimmung hellt sich auf und man ist wieder halbwegs imstande, klar zu denken und sich seines Geistes ohne emotionalen Druck zu bedienen. Grundsätzlich erlauben Antidepressiva einen Einstieg in die weitere Therapie der Depression, etwa in Gestalt einer Verhaltenstherapie, die ich, sofern fachkompetent durchgeführt und observiert, jedem nur ans Herz legen kann. Mit dem Vollbild einer sehr schweren Depression, rezidivierend und chronisch zugleich, bin ich idealer Kandidat für Antidepressiva – zumindest will man das vordergründig meinen. Bei mir jedoch lagen die Dinge etwas komplizierter, denn zum einen bin ich manisch-depressiv bzw. bi-polar II, um der Wahrheit die Ehre zu erweisen, weshalb ein Antidepressivum alleine bei mir wenig auszurichten vermochte. Auf meine wenigen hypomanischen Phasen folgten langanhaltende, sehr schwere depressive Episoden, die aufzufangen oder gar zu lindern ein Antidepressivum alleine nicht konnte. Hinzu trat der Umstand, daß bei mir Narkolepsie diagnostiziert worden ist, eine weitere neurologische Krankheit organischen Ursprungs, die ihrerseits nur mit Medikamenten wirksam behandelt werden kann. Mittel der Wahl sind vor allem Ritalin (Methyphenidat) und Vigil (Modafinil). Erst Lamictal, ein Stimmungsstabilisator mit dem Wirkstoff Lamotrigin, brachte bei mir den Durchbruch auf der Stimmungsebene. Dieses alleine verrichtet gegenwärtig seinen Dienst als Depressions-Prophylaxe. Gelegentlich merke ich, daß bei mir vermehrt die Manie durchbricht. Allerdings kann ich diese durch bewußtes Gegensteuern noch im Zaume halten. Abseits dessen betrachte ich sie auch als nicht geringen Ausgleich für all das Leiden, das mir bisher die Depression bescherte. Sollten die hypomanischen Phasen an Häufigkeit, Dauer und Intensität zunehmen, kann man immer noch den Einsatz anderer Mittel wider Manien erwägen. Allerdings sollte man nur so viele Medikamente wie nötig nehmen. Aus diesem Grunde auch schlich ich Paroxetin aus. Ohne therapeutischen Nutzen für mich sah ich keinen Sinn daran, an dessen Einnahme weiter festzuhalten, im Gegenteil, denn es biß sich nicht nur unerheblich mit Ritalin, was für mich wiederum wir die Luft zum Atmen notwendig ist vor dem Hintergrund meiner Schlafattacken resultierend aus der Narkolepsie. Besser kann es mir eigentlich nicht gehen und seit der medikamentösen Therapie insbesondere der Narkolepsie geht es mir stabil blendend, nicht nur gemessen am Status quo ante zu Zeiten schwerster depressiver Episoden. Wie belastbar ich bin, wie dauerhaft diese gute Laune ist, wird sich weisen. Gleichwohl bin ich voller Hoffnung und gutem Glauben an die Zukunft gerüstet für künftige Unbill. Die Zukunft kann kommen, und zwar ohne Antidepressivum.
Monatelang plagte ich mich mit dem Ausschleichen des Antidepressivums Paroxetin herum. Absetzen wollte ich es, da es auf mich keine therapeutische Wirkung entfaltete, im Gegenteil. Jetzt ist es mir endlich geglückt, und zwar einfach, schnell und nahezu ohne Absetzungssymptome. Viele Monate hinweg konsumierte ich die Höchstdosis Paroxetin, nämlich 60mg pro Tag. Ursprünglich war Paroxetin dazu gedacht, mir über meine Sozialphobie, Panikstörung und Angstattacken im Rahmen meiner schweren depressiven Episoden hinwegzuhelfen. Zuletzt verhielt sich Paroxetin recht bockig. Jeder Absenkung der Tagesdosis um auch nur wenige Milligramm wurden zu einer seelisch-mentalen Belastungsprobe sondergleichen. Zuletzt wies ich nahezu die gesamte Bandbreite der Absetzungssymptome Paroxetins auf, die nicht gerade gering und in ihrer Tragweite alles andere als harmlos sind. Ohne zu untertreiben, so fühlte ich mich angesichts der Nebenwirkungen, die das Ausschleichen begleitete, teils depressiver als je zuvor. Letztlich wendete ich einen Trick an, indem ich den fliegenden Wechsel von Paroxetin auf Zoloft (Sertralin) vollzog, um sodann Zoloft als geringeres Übel in Sachen Absetzungsprobleme ausschleichen zu können. Dies gelang auch wie geplant und gewünscht. Seit einer Woche bin ich frei von jedweden Antidepressivums und fühle mich nach anfänglicher Übelkeit und Schwindel pudelwohl. Nunmehr nehme ich nur noch Lamictal (Lamotrigin) ein als auch Ritalin (Methylphenidat) und Vigil (Modafinil). Paroxetin weine ich nicht wirklich eine Träne nach. Wenn Dir der Artikel gefallen hat, registriere den kostenlosen RSS-Feed des Depressions-Blog. |