Archive for the ‘Depression’ Category

Jan
20
Filed Under (Depression) by Rene Kriest on 20-01-2008

„Die“ Depression gibt es nichts, sondern nur Kennzeichen, die auf eine Form der Volkskrankheit Depression verweist, die viele Spielarten hervorgebracht hat.

Symptome und Merkmale der Depression sind unter anderem:

  1. Alles durchdringende Angst und Sorgen
  2. Kaum vorhandenes Selbstvertrauen
  3. Starke Unzufriedenheit mit sich und anderen
  4. Leeregefühle
  5. Unerklärliche gleichwohl tiefgehende Schuldgefühle
  6. Gedankenkreisen um Schuld und Verzweiflung
  7. Gefühl der Hoffnungslosigkeit
  8. Apathie
  9. Versagensangst und Gefühl des Versagens
  10. Suizidgedanken
  11. Gefühl der Überforderung
  12. Sexuelle Schwierigkeiten
  13. Gereiztheit, launische Reaktionen
  14. Unerklärliche Frustration
  15. Labilität, Stimmungsschwankungen
  16. Generelle negative Sichtweise, zumal der Zukunft („Klappt eh nicht!“, „Geht sowieso schief!“)
  17. Selbstvorwürfe
  18. Niedergeschlagenheit
  19. Schlafstörungen
  20. Müdigkeit, Kraftlosigkeit
  21. Freudlosigkeit
  22. Stark vermindertes Selbstwertgefühl
  23. Desinteresse, bis hin zu teils völliger Interessenlosigkeit an sich selbst und seiner fernen als auch nahen Umwelt, selbst seiner liebsten Menschen
  24. Konzentrationsverlust
  25. Antriebslosigkeit
  26. Entschlußlosigkeit und Entscheidungsschwäche
  27. Genußunfähigkeit
  28. Kritikintoleranz/Hypersensibilität gegenüber Kritik und Ablehnung
  29. Neigung, alle Vorgänge persönlich zu nehmen
  30. Zukunftsangst
  31. Rückzug aus dem Leben, verbarrikadieren in den eigenen vier Wänden als letztem Zufluchtsort
  32. Appetitveränderungen: Heißhunger- bzw. Freßattacken oder Appetitlosigkeit
  33. Lebensqual statt Lebensfreude
  34. Verdrußgefühle, als falle einem alles lästig, auch man selbst anderen Personen
  35. Fatalismus

Der Katalog ist nicht abschließend zu verstehen, sondern lediglich eine Richtschnur zur Behandlung eines komplexen Krankheitsbildes mit dem Namen Depression.

Die Merkmale der Depression sind durch fließende Übergänge und durch unterschiedliche Intensitäten geprägt. Hinzu tritt der zeitliche Aspekt. Erst langandauerndes Vorhandensein mehrerer der aufgeführten Symptome prägen eine depressive Episode. Vorübergehendes Auftreten der Merkmale dagegen sind natürliche Reaktionen eines Menschen entsprechend seiner inneren Haltung.

Entscheidender Unterschied zwischen Depression und Nicht-Depression ist, daß an Depression erkrankte Menschen den Wechsel in ein glückliches und zufriedenes Leben nicht mehr vollziehen können. Aus dem tiefen und finsteren Tal der sprichwörtlichen Tränen finden sie kein Zurück.

Mitunter hat sich die Depression derart fest im Seelenleben der Betroffenen verankert, daß sie sich an keinen anderen Zustand mehr entsinnen können, die schreckliche Traurigkeit zum gewohnheitsmäßigen Bild der Depressiven sich ausgeprägt hat und durchgreift bis in die hintersten Winkel der eigenen Denkweise und des persönlichen Seelenlebens.

Depressive empfinden überwiegend nur noch innerhalb ihrer negativen Muster. Was bei nicht-depressiven Personen die Regel ist, daß Zufriedenheit, Glück und Spaß bei diesen dominieren, wurde bei den Depressiven zur Ausnahme und umgekehrt.

Wer mehrere der genannten Symptome über etwa zwei Wochen hinweg aufweist, sollte ärztlichen Rat in Anspruch nehmen.



Jan
13
Filed Under (Depression) by Rene Kriest on 13-01-2008

Sind Depressionen heilbar?

Ja und nein. Die Antwort kann man sich aussuchen, vielmehr kommt es auf die Frage an. Erwartet man Heilung verstanden als lebenslange Garantie, nach dem Abklingen einer depressiven Episode nie wieder unter Depressionen leiden zu können, zu kann man in diesem Falle zu 99,9% die Heilung verneinen, da niemand ausschließen kann, daß jemanden noch einmal im Leben eine depressive Phase erleiden wird.

Kann man Depressionen lindern?

Ja. Unter Zuhilfenahme geeigneter Therapiemaßnahmen kann man erstaunliche Fortschritte machen, weg von dem lähmenden Würgegriff der Krankheit hinzu einem Leben in Freude und Zufriedenheit.

Linderung meint, daß einzelne depressive Episoden gemildert werden können bis hin zu ihrem vollständigen abklingen, jedoch fest davon ausgeht, daß in Zukunft erneut Schübe auftreten können, wogegen es sich mit geeigneten Vorkehrungen und Schutzmaßnahmen zu wappnen gilt, um für den Fall der Fälle angemessen vorbereitet zu sein.

Warum ist gleichwohl dennoch von Heilung die Rede?

Heilung ist der gängigste Begriff in der Medizin. Jeder Mensch strebt nach Heilung einer Krankheit. Verstandenwissen möchte ich den Begriff Heilung jedoch im Sinne von Linderung.

Was sind die gegenwärtig erfolgreichsten Heilungsmethoden?

Ausgehend von erfolgskontrollierten medizinischen Studien, sogenannter evidenzbasierender Medizin, die die Wirksamkeit ihrer Therapie ständig in unabhängigen Studien überprüft und kontrolliert, sind Kombinationsansätze am erfolgversprechendsten und damit beste Therapieansätze zur Linderung der Depressionen.

Üblicherweise umfassen diese Behandlungen die Verabreichung von Antidepressiva als auch Stimmungsstabilisatoren, welche von Psychiatern oder Neurologen in der Regel verschrieben werden, in Verbindung mit psychologischer Betreuung in Gestalt der Psychotherapie.

Durchgeführt werden können die Therapien stationär, etwa in einer psychiatrischen Klinik, als auch ambulant bei einem niedergelassenen Arzt und Psychologen.

Welche psychotherapeutischen Ansätze sind am effektivsten?

Innerhalb der Psychotherapien genießt die kognitive Verhaltenstherapie eine sehr hohe Linderungsquote, die psychoanalytischen Ansätzen weit überlegen sind hinsichtlich Wirksamkeit, Ansprechverhalten beim Betroffenen als auch Dauer der Wirkung.

Empfehlungen gelten für die Allgemeinheit. Letztlich muß Du für Dich selbst herausfinden, was für Dich am besten ist, sprich, welche Therapieform samt Therapeuten am meisten zusagt. Keine sogenannte Koryphäe auf dem Gebiet der Depressionstherapie wird Dir jemals helfen können, wen die Chemie im übertragenen Sinne nicht stimmen sollte und umgekehrt sollte man alles unternehmen und verstärken, was einen positive und konstruktiv von der Depression wegbringt.

Wenn Du das Joggen für Dich als Aufhellung der Seele entdeckst und Du über den Sport zurück zur Lebensfreude auch in den sonstigen Bereichen Deiner irdischen Existenz zurückfinden solltest, so sei es und man sollte entsprechend seine Aktivitäten in diesem Bereich forcieren. Entscheiden muß man sich sodann, ob man dennoch einer Psychotherapie nachgeht.

Wichtig ist alleine, daß man sich wohlfühlt – und zwar nicht nur, wenn man in der Therapiestunde vor dem Therapeuten sitzt. Nützlich und hilfreich sind nur solche Ansätze, die jeden Tag als Geschenk des Himmels erscheinen lassen.



Dec
05
Filed Under (Depression) by Rene Kriest on 05-12-2007

Nicht wenige Betroffene wünschen sich, daß man Depression ohne Medikamente heilen könne, da sie eine Scheu vor Medikamenten haben. Daß man Depression nicht heilen, sondern lediglich lindern kann, habe ich an anderer Stelle bereits besprochen.

Gute Möglichkeiten, auch ohne Medikamente Herr der Depression zu werden, versprechen die Ansätze der kognitiven Verhaltenstherapie. Ende der 60er Jahre entwickelt, fußt ihre Prämisse bei der Behandlung der Depression darauf, daß die Worte, Gedanken und Taten eines Menschen dessen Gefühle nicht nur beeinflussen, sondern bestimmen. Änderungen der Gefühlslage erreiche man durch Änderung der Gedanken.

Studien belegen deren Wirksamkeit bereits nach wenigen Sitzungen zumal mit langfristigem Effekt, also Schutz vor Rückfällen.

Erfahrungen mit der kognitiven Verhaltenstherapie als Monotherapie oder auch Kombinationstherapie bei der Behandlung der Depression habe ich gemacht und kann sie jedem nur wärmstens ans Herz legen, ganz gleich ob man flankierend Medikamente nehmen möchte oder nicht.



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