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Einer neuen Studie zufolge bekämpft man Trägheit am besten mit – Beschleunigung. Größter Nutznießer dieser Ergebnisse (Quelle: Psychology Today, 11/12 2007) sind hierbei vor allem Depressive. Hinlänglich bekannt ist, daß Depressive gerne in Gedankenstarre verfallen, träge vor sich hin sinnen und allgemein die Gedanken derart träge reagieren, daß man gemeinhin auch von Denkverlangsamung bei Depressiven spricht. Apathie und Leblosigkeit sind charakteristische Merkmale der Depression und durchdringen sämtliche Bereiche eines von der Krankheit Betroffenen. Tangiert sind sowohl der Gang und der Habitus, also das äußere Erscheinungsbild des Erkrankten, als auch das Innenleben, das ebenfalls von dem Phlegma befallen ist und den Geist immer mehr immobilisiert. Das letzte Quentchen geistiger Energie, das Depressiven bleibt, wird zudem auch noch für gänzlich unergiebige Dinge wie trübe Gedanken und Sinnfragen verschwendet. Abhilfe schafft sonderbarerweise genau das Gegenteil. Wer seinen Gedanken als auch seinem Auftreten einen Kick gibt, vertreibt nahezu automatisch damit auch den Geist des Negativen, der in der Verlangsamung von Auftreten und Denken sichtbar in Erscheinung tritt. Wer etwa kaum zwei Zeilen eines Buchs zu lesen imstande ist, ohne daß ihn negative Gedanken und schlimme Sorgen umgeben, dem kann helfen, wenn er schlicht schneller liest. Schnelleres Denken vertreibt negative Gedanken – sogar dann, wenn man über ihnen brütet! Wichtig ist alleine, daß man selbst negative Gedanken schnell denkt. Gestützt wird diese Beobachtung durch das Symptombild der Manie. Maniker zeichnen sich durch überbordende gute Laune aus, durch Ausblenden alles Negativen und Einwickeln in alles Positive. Nicht geklärt war bislang, weshalb dem so sei. Den Ergebnissen der Beschleunigungsstudie nach könnte die Manie daher eine Denkkrankheit sein. Unter Manien leidende denken rascher, euphorisieren sich dadurch selbst und denken sich dabei in einer Aufwärtsspirale mit ungeahnten Höhen. Depression dagegen verstanden als das Gegenbild zur Manie geht nahezu immer mit Denkverlangsamung einher. Je schwerer die Depression, desto langsamer und verfahrener auch das Denken. Indem Depressive ihren Gedanken einen Geschwindigkeitszuwachs bescheren und ihr Denken beschleunigen, können diese ebenfalls künstlich eine kleine Manie erzeugen. Deutlich wird der Zusammenhang als auch die scheinbare Banalität der Beobachtung, daß man bei sanftem Entscheidungsdruck niemals mit schlechter Laune herausgeht. Beispielsweise fordert das Brainstorming von maximal 30 Sekunden oder einer Minute, daß man schnell und rasch loslegt und das Tempo beibehält. Bei Tätigkeiten, die ihrerseits rasche Handlungsabfolgen mit sich bringen, wie etwa Federball oder Fangen, Tischfußball oder Assoziationspiele auf Zeit, ist die Depression – sofern vorhanden –, bei nahezu sämtlichen Akteuren ausgeblendet. Überprüfen kann man das auch anhand von Sprechern, die ein Publikum begeistern. Worte, die schwerfällig und bleiern ihren Weg zum Zuhörer suchen, vertreiben diese, sofern sie vorher noch nicht eingeschlafen sein sollten. Rasche Wortfolgen dagegen stacheln und feuern an, sie beflügeln sowohl den Vortragenden als auch das empfangende Menschenmenge. Paradoxien kann man durch Tempowechsel ebenfalls erzeugen. Unheilvolle Urteile werden langsam vorgetragen, damit die Schwere ihrer Worte auch wirken kann. Man stelle sich einen atemlosen Verkäufer vor, der in bester Redekunst eine schlechte Nachricht überbringt: sie wird anders empfunden, als der Inhalt verspricht. Selbiges gilt auch für gute Nachrichten. Wer nahezu über den Worten „Ich liebe Dich!“ einschläft, oder wer die fabelhafte Botschaft „Sie haben 10 Millionen Euro gewonnen!“ mit schwerfälliger Zunge über eine Minute gestreckt Wort für Wort ausspuckt, wird kaum freudig jubelnd vom Adressaten aufgenommen. Anfeuerungsreden, Beschleunigung – man kennt das von guten Trainern, die einen zu mehr Leistung anspornen wollen und dies auch bewerkstelligen. Sich selbst kann man auf die Sprünge helfen, indem man geistig aufs Gaspedal drückt. Post a comment
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