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Filed Under (Allgemeines) by Rene Kriest on 21-04-2007

Seit Schäubles Ankündigung, wegen ein paar Personen, die Schäuble „Terroristen“ nennt, die möglicherweise und vielleicht und überhaupt Anschläge in Deutschland vornehmen könnten, geistert das Phantom der dritten Installation eines Terror-Staates nach dem Nazi-Diktatur und des DDR-Regimes in Deutschland umher.

Politik möchte ich grundsätzlich in diesem Blog nur am Rande streifen, etwa in Versicherungsfragen. Allerdings möchte ich einmal einen Gedanken loswerden, der mich sehr beschäftigt.

Psychisch Kranke könnten nämlich besonders stark von Schäubles Wahnvorstellungen betroffen sein.

Gegenwart

Schäubles Pläne, vor welchen Politiker jedweder Provenienz abseits der totalitär umnachteten CDU warnen, um „so etwas wie Guantánamo auch in Deutschland“ angesichts von „Verhaftungen ohne Grund“ (schleswig-holsteinische Innenminister Stegner (SPD)) zu verhindern, beruhe auch zu einem Großteil auf seiner persönlichen Biographie.

So kann man in der Wikipedia folgendes nachlesen:

„Es kam teils zu Spekulationen, dass Schäubles sehr starke Gewichtung der „Sicherheit“ in der Abwägung gegen die Freiheit des Einzelenen eine durch ein Posttraumatische Belastungsstörung verursachte symbolische Vermeidungshandlung sei, er also wegen er Spätfolgen des Attentats 1990 auf ihn in seiner Wahrnehmung der Realität beeinträchtigt sei.“

Rückblick: das Attentat auf Schäuble 1990

Weiter heißt es dort: „Am 12. Oktober 1990 wurde Schäuble bei einem Attentat nach einer Wahlkampfveranstaltung in Oppenau durch einen Schuss, der von einem psychisch kranken Mann namens Dieter Kaufmann abgefeuert wurde, schwer verletzt. Er ist seitdem vom dritten Brustwirbel an abwärts gelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen, es gibt zudem Mutmaßungen, dass die psychischen Spätfolgen der Tat Schäubles politische Positionen beeinflussen.“

Aus diesen beunruhigenden Befunden auch Schäubles Blick auf die Vorgänge in den USA liegt die Vermutung nicht fern, daß gerade psychisch Kranke, wie Depressive etwa, in Zukunft unter verschärfte Beobachtung geraten könnten.

Nahezu sämtliche Täter jüngster Massaker, wie etwa der Amoklauf Eric Harris und Dylan Klebod, besser bekannt als die Columbine-Attentäter, als auch Cho Seung-Hui, der für die Toten des Campus Shootings an der Virginia Tech-Universität in den USA verantwortlich ist, wiesen psychische Probleme auf, die vornehmlich mit Antidepressiva behandelt worden sind.

Bei Eric Harris war es Luvox, bei Cho Seung-Hui ein noch nicht bekanntes Antidepressiva.

Ist ein Generalverdacht möglich?

Ein von einem psychische Kranken angeschossener Amok-Politiker, Täter, die Antidepressiva einnahmen – was bedeutet das für Depressive?

Ich weiß es nicht. Doch liegt die Vermutung nicht wirklich fern, daß Schäuble etwa die ärztliche Schweigepflicht aufweichen könnte und Patientendaten auch über Krankenversicherungen auf Verhaltensauffälligkeiten in welcher Form auch immer verknüpfen und prüfen könnte.

Potentiell könnten so zukünftig sämtliche Depressive unter Generalverdacht möglichen Terrorpotentials geraten.

Dies ist meine Meinung. Die letzten Jahre führten zu einer größeren Akzeptanz der Depression in der Öffentlichkeit. Diese Änderungen zum Positiven hin könnte ins Wanken geraten. Wer die Unschuldvermutung nonchalant und mit einem hämischen Lachen abzuschaffen gedenkt, der könnte auch psychisch Kranke „sicherheitshalber“ wegsperren lassen. Immerhin weisen viele Täter eine Überschneidung mit psychischen Erkrankungen auf.

Für mich ist die CDU gestorben. Nie wieder werde ich diese rasant ins Totalitäre abdriftende „demokratische“ Partei wählen. Dies gilt für sämtliche Feinde des Rechtsstaates und der Demokratie. Für mich ist Schäuble der eigentliche Terrorist, eben ein Verfassungsfeind.



Comments:
9 Comments posted on "Das Attentat auf Schäuble und die Depressiven"
Susanne on April 21st, 2007 at 10:30 am #

warte, wenn die elektronische Gesundheitskarte kommt, dann ist es vorbei mit geschützen Patienendaten :-(


naselnuss on April 21st, 2007 at 10:53 am #

Donnerkiesel, Rene! Herrn Dr. Schäubles Überwachungsstaat-Planungen im Kontext des auf ihn verübten Attentats zu sehen, der Gedanke ist mir nicht gekommen und wäre mir auch nicht gekommen. Aber an einen Überlegungen und Ängsten ist was dran, auch was das für psychisch Erkrankte zur Folge haben könnte. Fragt sich nur, wer “überwacht” werden sollte.


Susanne on April 21st, 2007 at 11:12 am #

vielleicht sollten wir eine aktion starten, wir sind keine psycho-terroristen ;-), aber vielleicht wird die schuldfrage auch den jeweiligen antidepressiva zugeschoben, da ist dann die psychopharmaka-wirtschaft gefragt, die ja immer mehr durch immer mehr psychisch kranken verdienen.


Niki on April 21st, 2007 at 6:13 pm #

Applaus, René. Du schriebst, was ich auch denke.

Ich habe ja als anständiger homosexueller Mann (fernab des Mainstream) schon lange mit Diskriminierung zu schaffen. Insofern habe ich umso mehr Befürchtungen, dass hier wieder eine Randgruppe, in der ich auch noch verankert bin, ebenso “schuldlos” ins stärkere faschistoide Visier kommt.

Ich habe den Adolf Schäuble schon lange im Blick. Von Anfang an war ich immer alarmiert von seiner Physiognomie, dabei auch seiner Mimik. Dieser Mensch ist mehr als nur Traumaopfer. In meiner Wahrnehmung “strahlt” aus seinem Mienenspiel Lüge und Bosheit pur.

Mein Motto inzwischen ist:

“Lebe von der Welt geschieden,
und du lebest mit ihr in Frieden.”
(Friedrich Rückert)

…hilft ja nix anderes auf Dauer, zumindest für mich.

Lieber Gruß
Niki


Rene Kriest on April 21st, 2007 at 8:23 pm #

Es ist schon grell, was in Deutschland abgeht.

Interessant finde ich auch Schäubles Umgang mit den Gegnern seiner Deformationsplänen. “Aufgeregt” sein diese, man dürfe dem Druck der Straße - also dem Souverän nach dem GG - nicht nachgeben.

Eigentlich sollte es an ihm sein, für seinen Quatsch zu werben, anstatt einen auf Deutschland-Diktator zu machen, der die Demokratie nur noch als lästiges Übel sieht.


small.town.witch on April 22nd, 2007 at 12:07 am #

Wie ist eigentlich deine Meinung zu dem 20jährigen Depressiven, der verhungerte, weil sie ihm die Leistung weg gekürzt haben? Ich denke, das verschwinden von sozialen Errungenschaften, die vor allem auch die Schwachen einer Gesellschaft „mitgenommen“ haben, geht Hand in Hand mit der Überwachung der Bevölkerung. Die Schwachen (Ballast + Kostenfaktor) und Gefährlichen (u.a. Systemkritiker) können somit aus gesiebt werden. Akzeptanz gibt es dann nicht mehr, eher nur noch Verachtung. Zu paranoid? Vielleicht…


Rene Kriest on April 23rd, 2007 at 7:34 am #

Aus meiner Sicht ist es nicht einfach, den Fall objektiv zu beurteilen. Ich kenne die genauen Umstände des Falles nicht, weshalb ich daher etwas zurückhaltend auf die Vorkommnisse reagiere.

Hartz IV spielt sicherlich eine gewichtige Rolle im Zusammenhang mit dem Hungertod. Das Problem an Sozialfällen wie jenem ist, daß man bei Depressiven stets das Henne-Ei-Problem hat. War die Depression ursächlich für Hartz IV oder war Hartz IV ursächlich für die Depression?

Bei Depressiven darf man nicht vergessen, daß sie sich, vor allem bei einer schweren Depression, in eine Art Schicksalsergebenheit begeben, anstatt wider die Widrigkeiten des Alltags anzugehen. Sie finden keine Lösung mehr auf die alltäglichen Probleme, mit welchen man unabdingbar konfrontiert ist.

Umgekehrt weiß man nicht, ob der Depressive durch höhere Zuwendungen nicht auch verhungert wäre. Depressiven ist zueigen, daß sie keine Freude empfinden, ganz gleich, wie die äußeren Umstände gelagert sind.

Fraglos sind die Sozialkürzungen im Falle von Hartz IV aus meiner Sicht völlig überzogen, in mehrfacher Hinsicht. Alleine um zu kontrollieren, man könnte auch von Überwachung reden, ob eine Leistung des Staates erforderlich sei, geht mehr Geld drauf, als im Zweifel 20€ hinzugeben, die für einen Hartz IV-Empfänger sehr viel Geld sind,

Aus meiner Sicht handelt es sich bei Hartz IV um einen gesellschaftlichen Denkfehler (vgl. Posting von heute http://www.depressionsblog.com.....e-bekmpft/). Arbeitslose werden als Schuldige abgestempelt und stigmatisiert: „Arbeit gibt es genug. Selbst schuld, wenn Du arbeitslos wirst. Du bist nur zu faul zum Arbeiten!“

Das kanns nicht sein. Die üblen Einzefälle der „Ich lebe gerne auf Staatskosten!“-Proleten aus den einschlägigen Krawall-Talkshows sind extreme Einzelfälle, die man nicht als Regelfall heranziehen darf.


stefan on April 23rd, 2007 at 9:59 pm #

hey!
mann, ein sehr guter artikel. ich hab selber seit 10 jahren depressionen und nehme medikamente. ich bin auch ziemlich besorgt über die pläne von schäuble und finde deine gedanken gut.. ich werds gleich bei mir linken.. :)


[...] Ich hab im Depressionsblog einen sehr guten Artikel mit einer These über Schäubles Aktionismus und dessen psychologischen Hintergrund gelesen. Weiterlesen … Link [...]


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