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Sex ist der Inbegriff von Spaß an der Freude. Angst ist dagegen wider sich selbst gerichtetes Mißtrauen. „Der Mut verließ ihn plötzlich.“ Weiß der Volksmund das Phänomen völliger Verzagtheit zu beschreiben. Statt eine Handlung vorzunehmen, verharrt man starr und gelähmt voller Sorge um das, was kommen möge, so man denn handelt. Nimmt die Angst einen derart gefangen und wächst zu erheblichem Ausmaße an, folgt unweigerlich die große Panik. Spätestens ab diesem Punkte befindet man sich im emotionalen Ausnahmezustand und ist rationalen Erwägungen nicht mehr zugänglich. Der Kopf hat zugunsten seines Überlebenswillens dichtgemacht und kennt nur noch Flucht oder Angriff – der Neandertaler im Menschen läßt grüßen. Angst ist also ein modernes Drama, erwachsen aus der Furcht vor Konsequenzen, die man zu gegenwärtigen hat. Das irrationale an der Angst ist, das sie in keinem Verhältnis zur Handlung selbst steht. Auch an diesem Punkte weiß der Volksmund die Tatsachen klug zuzuspitzen: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Zum Ausdruck kommt in der Sentenz nämlich der Umstand, daß moderne Angst selbstauferlegter Albdruck ist. Auf der Seele lastet der Alb, jener Kobold, der einen nicht klar denken und statt dessen heftig reagieren läßt – irrational eben. Angst ist stets Furcht vor der Zukunft respektive vor zukünftigen Ereignissen. Sie existiert in der Gegenwart, doch spielt sich eigentlich in der Vergangenheit ab. Erfahrungen aus der grauen Vorzeit der eigenen Person oder der Umwelt werden mit einem Ereignis in der Zukunft verbunden. Unheilvoll hierbei und damit angsterzeugend ist dabei, daß man eine negative Aussage für die Zukunft fällt. Ansonsten wäre Freude nämlich die Folge. Ob man Gedanken der Angst oder Freude an eine Party knüpft hängt in erster Linie davon ab, welche Voraussagen man an dieses Ereignis knüpft. Wer bei der letzten vergleichbaren Party in eine schreckliche Schlägerei verwickelt worden war und Stunden später im Krankenhaus aufwachte, wird anders reagieren als jemand, der es mit zwei Mädels im Zimmer nebenan wie wild trieb. Mit der Schlägerei assoziiert man gemeinhin Negatives, während man dem flotten Dreier zuschreibt, etwas Tolles und gar Außergewöhnliches zu sein. Angst steht also auf der einen Seite purer Freude und Ausdruck von Lebensfreude gegenüber? Nein, denn ganz so einfach ist es nicht mit dem Menschen. Entscheidend ist alleine, welchen Sinn man den Ereignissen zumißt, wie man sie innerlich abheftet. Sämtliche sinnlichen Erfahrungen sind nämlich grundsätzlich neutral. Zuschreibungen wie „schrecklich“ oder „schön“ sind dagegen Wertungen. Und in der Wertung von Ereignissen ist jedermann völlig frei. Eine Schlägerei auf einer Party kann vorkommen. Daß man sich im Krankenhaus wiederfand kann auch bedeuten, daß man jemandem das Leben gerettet hatte. Zudem gibt es unter der Spezies Mensch auch solche Fälle, denen es nach Schlägereien gelüstet und für welche Krankenhauserfahrungen lediglich ein dazugehöriges Übel markiert, das es beim nächsten Mal (sic!) zu vermeiden gellte. Wer Sex mit zwei Mädels auf einer Party hat, dem muß das Ganze nicht unbedingt auch Spaß machen. Was ist, wenn man ungewollt unter Drogeneinfluß stand oder gar erpreßt worden war, den Akt zu vollziehen? Man glaube nicht, daß Sex gleich Sex sei. Angst schlägt auf das Gemüt, doch umgekehrt entscheidet das Gemüt darüber, ob die Angst fruchtbare Zustände zum Gedeihen vorfinden kann oder nicht. Begegnen kann man der Angst hernach am besten mit rationalen Gedanken und das aus einem guten Grunde. Statt sich tagelang zu sorgen und zu plagen vor dem Anruf bei der Frau seiner Träume, sollte man lieber zum Hörer greifen und schauen, was passiert. Unbegründete Sorge soll es nämlich auch geben und außerdem steht ein Anruf bzw. Telephonat von fünf Minuten Länge in keinem Verhältnis zu tagelanger Pein und Marter. Seelische Folter legt man stets sich selbst auf. Sonderbarerweise nämlich ist jede Angst und Sorge nach dem Telephonat auf wundersame Weise verschwunden wohingegen sie sich ohne den Anruf, dem Objekt der Angst, unaufhaltsam weiter in die Seele vorgräbt und immer fester verankert. Paradoxerweise kann es dadurch auch nichts mit dem „Zweier“ werden. Wer nicht anruft, hat schlechte bis keine Aussicht auf Sex. Übrig bleibt nichts als Kummer ohne Sex. Ohne Sex bleibt man auch, wenn einen die Dame der Gelüste zurückweist. Mag man dann auch ohne Sex bleiben, so hat man dann jedoch wenigstens keinen Kummer, bleibt ohne Angst. Und das ist mehr wert als sämtlicher Sex der Welt zusammengenommen. Glaubt es mir, ich weiß wovon ich spreche!
Comments:
2 Comments posted on "Sex ohne Kummer oder weshalb man seine Angst loswerden sollte"
stevo on April 1st, 2008 at 3:31 pm #
Klingt toll. Wer will mit mir poppen?
Rene Kriest on April 2nd, 2008 at 9:30 am #
Spinner! Post a comment
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