Archive for August, 2007Mehr als 3 Promille Alkohol im Blut hatte ein 11jähriges Kind, nachdem es kräftig einen über den Durst getrunken hatte – mit der eigenen Mutter. Der fällige Vollrausch endete im Krankenhaus. Nordhäuser Doppelkorn: der Mutter hat es geschmecktVorausgegangen war eine Sauf-Orgie unter Familienmitgliedern. Nordhäuser Doppelkorn brachte die fürsorgliche Mutter des Opfers ihrerseits auf 2,6 Promille Blutalkohol, bevor sie eindämmerte. Schnaps haut reinDanilo, so der Tarnname des Vollrausch-Kindes, schnappte sich eine auf dem Tisch befindliche Schnapsflasche und leerte sie beinahe komplett. Gefunden wurde das ohmmächtige Kind vom älteren Bruder (17 Jahre alt), welcher auch den Notarzt verständigte. Sachsen-Anhalt, wo das Aufeinandertreffen statt fand, is not amused. Ritalin stelle hyperaktive Kinder ruhig, Ritalin verändere Gehirn, Ritalin sei eine Droge. Falschaussagen dieser Art begegneten mir gehäuft während der vergangenen Monate. Kaum eine Zeitung läßt es sich nehmen, Ritalin als Droge zu brandmarken und bloßen Ruhigsteller für Kinder der Prägung Zappelphilipp zu diffamieren. Droge Ritalin – Was ist dran an solchen Aussagen?Nichts, um es mit einem Wort prägnant und treffend auf den Punkt zu bringen, rein gar nichts. Wäre es anders, hätten wir ein Problem. Jeder Psychiater respektive Ritalin verschreibender Arzt würde einen Junkie heranzüchten – doch wo sind diese Abhängigen? Wo sind die Süchtigen? Ich sehe keine, außer ein paar Phantomen, die durch die gesunden Gehirne profunder Ritalin-Kritiker geistern. Hysterie allenthalben bei Debatten über Ritalin in DeutschlandHysterische Züge nimmt die Debatte um Ritalin in Deutschland an. Für und Wider des Einsatzes von Ritalin sind eher durch ideologische Einwendungen als durch sachliche Erwägungen gekennzeichnet. Ritalin in den Medien und in der SchuleWeshalb die Verschreibung und Einnahme von Ritalin zum Reizthema kaum informierter Kritiker entwickelt hat, kann ich nicht nachvollziehen. Zu gering ist der Anteil jener, die Ritalin dauerhaft verschrieben gekommen. Gleichwohl grassiert eine Ritalin-Panik in den Medien, als würde jedes Kind mit der Einschulung verpflichtet, Ritalin einzunehmen. Was Betroffene über Ritalin sagenLäßt man Betroffene und Nutzer von Ritalin zu Wort kommen – was selten genug der Falle ist – so zeichnet sich ein gänzlich anderes Bild von der sogenannten Droge Ritalin. Üblicherweise zählen positive Erfahrungsberichte nicht, im Gegenteil. Sie trüben nur den Scheuklappenblick auf die eigenen Vorurteile.
Ob man Depression lindern könne ohne Hinzuziehung von Medikamente ist eine gerne gestellte, häufig wiederkehrende Frage. Drei Antworten sind in diesem Falle möglich, ja, nein und jein. Charakteristisch ist für die Depression bzw. eine depressive Episode unter anderem deren Schweregrad, die Ausprägung der Depression als auch deren Art und Entstehung, wie auch zeitliches Maß. Gab es bereits gehäuftes Auftreten von Depression in der Familie, spricht diese Beobachtung für einen vererbten, genetischen Einfluß. Von der leichten Verstimmung bis hin zu massiven Suizid-Gedanken prägt sich die Depression unterschiedlich aus. Anlaßabhängig ist sei insofern, als daß Schicksalsschläge im Leben eine depressive Episode auslösen können. Man spricht dann von einer reaktiven Depression, die als Reaktion auf ein einschneidendes Erlebnis folgte, wie etwa den Verlust eines geliebten Menschen, der Verlust des Arbeitsplatzes oder auch Kriegserlebnisse, wie sie die im Irak eingesetzten US-Soldaten gegenwärtigen. Grundsätzlich entscheiden Art und Schweregrad der Depression über die Linderungsmöglichkeit. Von Heilung zu sprechen ist nicht möglich, denn dies bedeutete, daß bis zum Lebensende keine depressive Episode mehr einträte. Diese Prognose jedoch zu wagen, kann höchstens Gott wagen und verantworten. Aus nämlichen Grunde ist es daher vorzugswürdig, von Linderung zu sprechen, welche freilich auch gegen Null gehen kann, also die Depression nahezu vollständig beseitigt, jedoch nicht auszuschließen ist, daß sie erneut auftritt im Laufe der kommenden Lebensjahre eines Menschen. Medikamente wirken vornehmlich wider die akuten Stimmungsschwankungen und emotionale Instabilität, welche die Depression bedingt. Als Mittel der ersten Wahl werden sie eingesetzt, wenn das Leben völlig freudlos und sinnfrei erscheint. Andererseits hat das Denken, Handeln und Fühlen eines Menschen enorme Auswirkungen auf das eigene Wohlbefinden. Der Depression im Kern zu begegnen bedeutet auch, ihr mental beizukommen. Man mag zwar die emotionalen Schwankungen mittels Medikamente sehr gut in Griff bekommen, wie es auch in meinem Falle geschehen ist, doch der letzte Schliff entsteht durch Gedankenarbeit. Verdeutlichen läßt sich dies anhand eines Bildes. Liegt man bei einem Fußball-Spiel 0:3 hinten, so können Medikamente als Tore betrachtet werden, die man selbst schießt. Von keinem bis hin zu 1, 2 oder 3 ist alles drin. Mentale Arbeit an seinen Gedanken dagegen ist wie ein Elfmeter für die eigene Mannschaft in der letzten Spielminute. Der Sieg ist drin und die Aussicht auf diesen sehr hoch. Verwandeln muß man die Elfmeter jedoch selbst. So verhält es sich auch mit der Gedankenarbeit. Durch das Anlegen positiver, fröhlicher und das Selbst-Vertrauen stärkender Gedanken und Handlungen ändern sich auch die Gefühle eines Menschen, ganz gleich ob depressiv oder nicht. Damit wäre auch die Frage nach der Behandlung einer Depression mit oder ohne Medikamente geklärt. Mit Medikamenten läßt sich die Depression am wirksamsten behandeln im Sinne von lindern und dauerhaft eindämmen, den letzten Schliff jedoch erlangt man durch das Ausrümpeln der vorherigen üblen Gedanken, indem man das Feld neu bestellt. Helfen können Bücher der Gattung Selbsthilfe (Self-help) auf diesem Weg. Gegenüber Psychotherapeuten bin ich reserviert eingestellt. Die Psychotherapie als solche heiße ich gut, allerdings sind mir Psychoanalytiker ein Greuel. Das Herumpfuschen in der Vergangenheit eines Menschen hilft nichts. Das Hier und Jetzt ist zu ändern und das gelingt nur, wenn man heute Schritte und Maßnahmen ergreift, daß man in der Zukunft besser dasteht. Was war, kann man nicht ändern, lediglich – und das ist eine Menge – die Einstellung hierzu kann man modifizieren. Genau das ist gemeint, als ich vier Absätze weiter oben vom Gedanken-Feld sprach, das es neu zu bestellen gelte. Du schaffst es!
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