Archive for July, 2007Paroxetin abzusetzen ist schon eine reife Leistung. Inzwischen habe ich mich auf 10mg/Tag von ehedem 60mg/Tag runtergeschraubt. Üblicherweise merke ich anhand von Kopfschmerzen und Übelkeit, wer da wieder nach Sättigung verlangt. Meinen radikalen Absetzungsversuch sehe ich mittlerweile auch in einem milderen Lichte. Obwohl es schon richtig heftige Tage und Nächte waren, die ich beim Versuch von 60 auf 0mg Paroxetin von jetzt auf gleich durchlebt hatte, konnte ich dadurch schon einmal meinen Körper von dem Zeug entwöhnen. 30mg pro Tag taten es daraufhin, gefolgt von 20mg und nunmehr 10mg pro Tag. Die Dosis setzte ich eher nach Gutdünken und Gefühl herab, und hierbei ungefähr im Wochenschnitt. Ein paar Tage lange nahm ich 30mg, dann ließ ich Paroxetin zwei, drei Tage weg, und sobald die Kopfschmerzen und die Übelkeit sich meldete, warf ich dann die um jeweils 10mg reduzierte Dosis ein. Je geringer die Dosis, desto geringer auch die Nebenwirkungen und auch desto schneller lassen diese nach, wenn man im Tagesverlauf eine Nachdosis einnimmt. In spätestens zwei Wochen dann, so Gott will, dürfte sich das Thema dann auch erledigt haben.
Aus den Erfahrungen der vergangenen Wochen hat sich eine neue Erkenntnis herauskristallisiert. Die Suche nach Glück verfängt nicht. Die Meßlatte liegt zu hoch. Tagein, tagaus begab ich mich auf die Suche nach dem Glück bzw. strebte danach, mir meinen Tag so glücklich wie möglich zu machen und zu gestalten. Die Suche nach Glück Glücklicher wurde ich dadurch nicht, im Gegenteil. Mittlerweile habe ich für mich eine einfache Weisheit ausgemacht. Wenn man schon nicht glücklich sein kann, so sollte man wenigstens umgekehrt nicht unglücklich sein müssen. Nicht unglücklich zu sein, ist die wahre Kunst Mag der Blickwechsel auch banal erscheinen, so hatte er große wohltuende Wirkung auf mich. Unangenehme Tätigkeiten blieben das auch weiterhin, auch wenn ich sie durch bestimmte Techniken angenehmer gestalten konnte, so daß sie erträglich wurden. Im Vergleich zu anderen Verrichtungen jedoch blieben sie immer hinter angenehmeren. Dieser relative Unterschied läßt sich nicht so einfach ausblenden und einebnen. Der absolute Fixpunkt dagegen nicht. Indem ich also beschlossen habe, nicht mehr glücklich sein zu wollen, wurde ich es.
Paroxetin, auch bekannt als Paxil oder Paroxat, liegt mir immer noch schwer im Magen. Mittlerweile bin ich auf 40mg pro Tag runter und es geht mir soweit recht gut. Einzig die Angst- und Panikattacken bleiben bei gleichbleibender Intensität, wenn auch deren Dauer etwas nachgelassen hat; Kopfschmerzen gesellen sich jedoch auch gelegentlich hinzu. Spätestens Donnerstag dieser Woche reduziere ich auf 30mg pro Tag. Ausschleichen auf die clevere Art: Eine List, um Paroxetin ein Schnippchen zu schlagen?Eine ungewöhnliche Lösung des Dillemmas mit den Absetzungssymptomen ist mir bereits durch den Kopf gegangen. Wäre es sinnvoll, auf ein anderes SSRI direkt zu wechseln, dessen Absetzungssymptome weit geringer ausfallen, als jene von Paroxetin? Sodann hätte ich das Ausschleichproblem hinsichtlich Paroxetin elegant umgangen und könnte dann leichter entziehen. Meinungen, Erfahrungen? |