Archive for May, 2007Üblicherweise unterscheidet man in der Psychologie und nur dort zwischen drei Bereichen menschlichen Daseins. Schlüssel zur Seele können die Gedanken, Handlungen und Gefühle sein. Je nach Menschenbild und theoretischem Hintergrund wählt jede psychotherapeutische Schule einen anderen Weg zur Seele. Mal will man über die Gefühle die Seele erreichen, mal durch die Gedanken und über Handlungen. Immer aber sind diese Kanäle Mittel zum Zweck. Nicht eigentlich die Seele ist der Schlüssel, sondern die Absicht, das Ziel, welches man mit der Psychotherapie verfolgt. Psychoanalytiker, die sich auf Freud berufen, wählen den Weg der Gefühlsebene. Suggeriert werden emotionale Verdrängungen, verschüttete Gefühle. In meinem Falle, während meines Klinkaufenthaltes auf der ambulanten Station, der Tagesklinik, wurde auch versucht, meine Depression psychologisch über Psychoanalyse zu kurieren. Sonderbarerweise wurde nur über innere Konflikte, die ich angeblich hätte, palavert. Niemals jedoch wurde ein Ziel vereinbart respektive fixiert, welches man mit der Therapie erreichen wollte. Was aber ist eine Therapie gleich welcher Art wert, wenn man nur um ihrer selbst willen herumtherapiert, ohne klares und konkretes Ziel vor Augen? Meine Intention, mit welcher ich in die Tagesklinik gegangen bin um dort auch an einer Psychotherapie teilzunehmen war, Techniken zur Krisenbewältigung zu erlernen. Mir ging es darum, kleinere und mittlere Tiefs, die trotz Medikamenten gelegentlich auftreten, mittels psychologischer Mittel überbrücken zu können. Negativ formuliert war mein Ziel, nicht bei kleineren Anlässen wieder in depressionstypische Schemata zurückzufallen, also etwa der Lustlosigkeit nachzugehen, aufzugeben, wenn ich mal nicht so gut drauf war. Man könnte dies auch Disziplin nennen, also die Fähigkeit, unabhängig von der eigenen Stimmung dennoch eine vielleicht auch prinzipiell ungeliebte Tätigkeit zu verrichten. Aus Büchern hatte ich bereits viel Wissen entnommen. Jetzt bot sich mit der Tagesklinik die Möglichkeit, auch einmal direkt mit einem Psychologen zu sprechen, eben einer Psychotherapie nachzugehen. Gefragt nach meinen Motiven, nannte ich hier ausgebreitete Motive ergänzt um die Anmerkung, was mich sehr bewegt in bezug auf menschliches Erleben und Verarbeiten. Zwei Menschen erleben ein und dieselbe Situation. Und beide reagieren völlig unterschiedlich darauf. Nach einer Geiselnahme ist Person A psychisch am Ende und findet nicht mehr richtig ins alte Leben zurück. Panik- und Angstattacken bleiben dauerhaft. Person B wiederum scheint die Geiselhaft wie eine Art Erlebnisurlaub überstanden zu haben, die zwar strapaziös, nichtsdestotrotz aber mit gutem Ausgang überstanden worden sei. Genau dieser Befund, der schon häufiger geschildert worden ist im Bereich von Extremsituationen, fasziniert mich seit geraumer Zeit. Psychoanalytisch kommt man dem Phänomen nicht bei. Weder liegen hier verdrängte Kindheitserinnerungen vor, noch kann man behaupten, Person B hätte das Elend ausgeblendet. Allenfalls mittels kognitiver Erklärungsansätze kommt man weiter. Person A hat andere Wertungen der äußeren Geschehnisse vorgenommen als Person B. Im Kopf von Person A manifestierte sich Hoffnungslosigkeit, während Person B die Hoffnung nicht aufgab, in sein altes Leben zurückkehren zu können. Sollte man Person B nicht gratulieren zu seiner psychischen Stabilität? Sollte man nicht das Erfolgsrezept der Person B erforschen, anstatt sie mit Thesen von ca. 1880 (Freuds Zeit) zu belegen? Wer kann hier von wem lernen? Ziel einer Therapie kann es nur sein, daß das eigene Wohlbefinden verbessert und verstärkt wird. Sind diese Kräfte bereits vorhanden, gibt es also nichts zu verbessern, bedarf es auch keiner Psychotherapie. Bei körperlich Gesunden und Kranken ist dies ähnlich. Weshalb hartnäckig eine Person wieder und immer wieder auch noch auf noch so abwegige Krankheiten untersuchen, wenn die Person keine Klagen hat? Aus meiner Sicht ist Glück, Freude, Zuversicht, berufliche und private Zufriedenheit Ziel jeder Therapie. Ist dieser Zustand nicht vorhanden, hilft kein unnötiges Kramen in der Vergangenheit eines Menschen. Was geschehen ist, ist geschehen. Von der Gegenwart aus muß man in die Zukunft schauen. Gerade Depressive können psychologisch besehen von ihren sich immer wieder stellenden quälenden Fragen nicht lassen. Gleichzeitig finden sie auf die Fragen keine Antworten. Und selbst im Falle einer Antwort liegt es am Depressiven selbst, ob er diese als gültig annimmt oder nicht. Bevor man irgendwo bei Konflikten und Problemen eines Menschen ansetzt, müssen dem Depressiven gewisse Lebenshilfetechniken vermittelt werden. Darunter fällt etwa auch die Einsicht, daß man auch leben kann, ohne sich mit Fragen zu Themen, die in der Vergangenheit liegen, aufhalten zu müssen. Niemals darf man sich von äußeren Umständen abhängig machen. Ruhe und Glück liegt nur in einem selbst. Auf äußere Voraussetzungen darf man nicht vertrauen, sonst bleibt die Seele ein unentrinnbares Gefängnis. Wer nach materiellem Reichtum strebt, diesen aber nicht verwirklichen kann, sollte daran denken, sein Werteschema zu ändern, um glücklich zu sein. Wer trotz materiellem Überfluß nicht glücklich wird, sollte sein Werteschema ebenfalls überdenken. Wichtig ist, eine Grundhaltung für zukünftige Ereignisse zu schaffen. Die Erkenntnis nämlich, daß man nahezu jedes Verhalten eines Menschen ändern kann, kann man sich zunutze machen. Voraussetzung ist allerdings, daß man weiß, wohin man sich entwickeln möchte. Woher man kommt, ist hierbei nahezu nebensächlich. Aus diesem Grunde lehne ich Methoden, die mich ständig mit meiner Vergangenheit konfrontieren wollen ab, zumal wenn sie mir suggerieren wollen, daß man vergangenem Leiden auch Positives abgewinnen kann und auch sollte, um glücklich sein zu können. Nach dem Ende der Tagesklinik habe ich mir vorgenommen, meine Ziele für die kommenden Monate zu überarbeiten. Gerne teile ich diese Ziele mit euch. Im Gegenzug bin ich sehr daran interessiert, welche Ziele ihr mittel- und langfristig ihr mit und in eurem Leben verfolgt. Das Ergebnis verspricht Spannung. Regelrecht entsetzt bin ich von der Methodik und Einstellung meines Psychologen in der Tagesklinik zu Höchst. Auf den Kopf wird mir zugesagt, ich stellte mich meiner negativen Emotionen nicht. Der Psychologe frage sich, wo meine Gefühle seien. Mir seien Kränkungen im Laufe des Lebens widerfahren, welche zu meiner Depression führten und ich würde die negativen Emotionen mit unehrlicher guter Laune überdecken, anstatt mich der negativen Emotionen zu stellen. Harter Tobak? Mitnichten, es geht noch munter so weiter. Ausgangspunkt der aus meiner Sicht amüsant wirkenden und nicht einer gewissen Komik entbehrenden Anschuldigungen respektive psychoanalytischer Weisheiten sind meine Äußerungen zu von mir erlebten biographischen Eindrücke, die alles andere als schön für mich wahren und mir bislang im Leben widerfahren sind. Diese versucht der Psychologe, seines Zeichens Anhänger der Psychoanalyse, durch sonderbare Ansätze zu behandeln respektive aufzulösen. Der Methode nach soll das gemäß Freud´scher Konfrontationstherapie mittels Neuerleben der Situationen geschehen, worauf so dann die Katharsis folge, also das Implodieren des Konflikts, wodurch wiederum die Depression verschwände und ich vollständig genesen würde, auf meine Antidepressiva usf. verzichten könne usf. Anders lasse sich meine Depression, die rein psychologischen Ursprung sei nach Ansicht des Psychologen, nicht heilen. Besonders logisch noch hilfreich noch zweckdienlich noch objektiv erscheint mir der Ansatz nicht. Zum einen hat der Mensch bislang mit mir ungefähr vier Stunden Zeit des Gesprächs verbracht. Rein logisch können innerhalb dieser vier Stunden nicht die biographischen Details eines 31 Jahre währenden Lebens behandelt werden. Des weiteren dreht man sich im logischen Zirkel, wenn man gebeten wird, prägende negative Erfahrungen auszubreiten. Selbiges kann man auch mit schönen Erlebnissen. Negative Erlebnisse sind per se negativ und im übrigen macht erst die eigene Wertung diese zu negativen Erlebnissen. Daher sind auch die Erlebnisse als solche weder positiv noch negativ, sondern einfach nur Erlebnisse. Ein Beispiel, das ich dem Psychologen gegenüber anbrachte lautete, daß zwei Menschen auf ein und dasselbe Ereignis im Sinne eines äußeren Erlebnisses reagierten. Zwei Insassen eines KZs etwa (ich lese gerade Viktor Frankls Erlebnisbericht seiner Zeit im KZ Auschwitz) erleben jeden Tag und jede Nacht dasselbe Leid. Doch während der eine zugrunde daran geht, überlebt der andere es und behält seinen Optimismus. An den äußeren Umständen kann es also nicht liegen, sondern an der inneren Repräsentation der Geschehnisse. Laut Freudianern geht das aber gar nicht. Folglich hatte sich auch Viktor Frankl, seines Zeichens Psychiater in Wien, von Freud abgekehrt, nachdem er im Anschluß an das Ende des 2. Weltkrieges seine Forschungs- und Lehrtätigkeit als Psychiater wieder aufgenommen hatte. Zählt man also auf die Frage nach negativen Erlebnissen hierauf ein paar auf, wird einem sogleich ein Stempel verpaßt. Einwände gleich welcher Art, läßt der Mann nicht gelten. Eigene Ansätze, die Lebensbewältigung betreffend, fechten den Mann nicht an. Was soll es mir bringen, meine angeblichen Kränkungen erneut zu durchleben? Mit Verlaub, das habe ich über 10 Jahre lang getan, als ich in meiner schweren Depression vor mich hindämmerte. Während dieser Zeit suhlte ich mich gewissermaßen in Selbstmitleid und meiner erfahrenen Demütigungen. Verstehen will der Mensch einfach nicht, daß ich froh bin, diesem Morast entkommen zu sein. Gleichsam ein Dorn im Auge ist dieser Spezies alles, was irgendwie in die Richtung Psychopharmaka geht und bei Antidepressiva anfängt, über Stimmungstabilisator geht und bei Wachmachern wie Ritalin oder Modafinil aufhört. Anläßlich meiner Nachfrage nach der Möglichkeit, Ritalin zu erhalten aufgrund meiner fortgesetzten Schläfrigkeitsproblematik wurde mir geradewegs entgegnet, daß man Ritalin auf der Station nicht bekäme. Drogen (sic!) würden hier nicht verabreicht. Medikamente als Drogen zu diskreditieren ist schon ein starkes Stück und für einen professionellen Standesvertreter unhaltbar. Die Begründung glich einer Drohung. Entweder – man ahnt schon was kommen mag – ich stellte mich meiner negativen Emotionen, oder ich nähme Drogen, gemeint war Ritalin, die meine „wahren Gefühle“ überlagerten und eine Auseinandersetzung nicht möglich machten. Während des Gesprächs ließ ich einfließen, daß ich am Wochenende Ritalin meiner Freundin konsumiert hatte, um nicht einzuschlafen tagsüber nach reichlich Schlaf nachts und tags. Im Anschluß an das Gespräch bat mich eine Krankenschwester, eine Urinprobe abzugeben, was nichts anderes bedeutet, als daß ich einem Drogenschnelltest unterzogen wurde. Innerlich erschien mir das lachhaft, äußerlich auch. So, so. Schläft man schlecht und hat auch sonst Mühe, sich wachzuhalten und weiß, daß dagegen Ritalin wirkt und hilft, ist man ein schlimmer Finger nach Lesart des Psychologen. Königsweg zu einem gesunden Schlaf und ganztägiger Wachheit von Körper und auch Geist sei, man ahnt es schon, die Konfliktgeschichte, also das Ausgraben der negativen Emotionen. Er habe den Eindruck, daß ich mich meinen negativen Gefühlen nicht stellen würde, so der Psychologe. Diesen Satz erhalte ich bei jeder Gelegenheit um die Ohren gehauen, sei es bei meiner Schläfrigkeit, sei es bei selten genug vorkommender schlechter Laune und auch und gerade bei guter Laune. Nicht abnehmen will mir der Kerl, daß ich gute Laune habe. Das ist kein Witz, im Gegenteil. Geschönt und unehrlich sei diese. Wie ich nach reiflich Reflexion herausgefunden habe, scheint er damit zu meinen, daß nur antidepressiva-freie Gefühle echt und authentisch seien. Interessante Sichtweise, zumal wenn man diese biochemisch hinterfragt. Doch auch psychologisch hinterfragt stochere ich im leeren und ungefähren. Gefragt, wie ich denn meine negativen Emotionen aufarbeiten solle, heißt es völlig nebulös, ich müsse mich ihnen stellen. Klever, wie ich mich dank Antidepressiva dünke, frage ich sogleich, wie ich mich ihnen stellen soll. Sodann kontert mich der Psychologe knallhart aus und sagt, indem ich sie aufarbeiten solle. Halten wir also fest: mit erhobenem Zeigefinger wird mir auf den Kopf zugesagt, ich stelle mich meiner negativen Emotionen nicht von irgend jemand, der meint, weil er mal einen Aufsatz über Freud, den Psychologie-Hochstapler der Geschichte, gelesen habe, ohne mir zu erläutern, wie das Prozedere des Stellens, der Auseinandersetzung denn funktionieren solle. Mich deucht, da will mir jemand schlechte Laune geradezu einreden. Alles, was ich entgegne, wird ausgeblendet. Alles, was ich an logischen Einwänden hervorbringe, übergeht der Psychologe nonchalant. Entgegne ich, daß ich viel schreibe über mich und meine inneren Gedanken, die ich sogar öffentlich in diesem Blog zur Schau stelle, überhört der Mensch das. Frage ich ihn, weshalb er so hartnäckig meine gute Laune hinterfrage, so heißt es dann plötzlich, ich könne die Behandlung in der Tagesklinik auch abbrechen, wenn sie mir nicht zusage. Nicht, daß der Mann nicht unrecht hätte. Doch verwundert es mich zutiefst, daß man einen Patienten, der doch so beladen unter der Last innerer, unausgestandener Konflikte stehe, vor die Wahl stellt, entweder den psychoanalytischen Kram anzunehmen, oder sich verpissen soll. Ist es nicht seine Aufgabe für seine Methode zu werben? Ist ein Fingerzeiger und Mahner nicht selbstkritisch und souverän genug zu akzeptieren, daß es in der Welt mehr gibt als den psychoanalytischen Einheitsbrei? Weshalb muß ich mir, nur weil er „studierter Psychologe“ sei, anhören, alles was ich lese und anrege, sei irgendwie nicht das wahre? Lieber Psychologe, es geht hier nicht um Sie. Es geht um mich. Selbst wenn Sie der Ansicht sind, ihre Patentrezepte schlügen bei mir nicht an, so hielte ich es für souveräner, wenn sie mir Alternativen aufzeigten. Abseits der Psychoanalytik gibt es die mir weit genehmere kognitive Verhaltenstherapie. Doch auch hier wußten sie schon sachlich fundiert einzuhaken, daß sich mit der Ratio nicht alles erklären lasse, sondern daß es bei mir um Gefühle ginge. Danke auch für dieses zirkelschlußartige Bonmot. Rational analysieren sie meine Lage als rational nicht lösbar. Darüber muß ich erst einmal hinwegkommen, indem ich von dem psychoanalytischen Wahnsinn, der da Methode hat, wegkomme. Wie sagte selbst ihr Säulenheiliger Freud einmal so schön? Manchmal ist eine Zigarre nur eine Zigarre. Meine Wahrheit nenne ich beim Namen. Im Moment geht es mir schlecht, einfach nur schlecht. Mein Befinden gleicht einem Mischzustand. Es ist nicht so, daß sich Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit breitmachte und sich meiner ermächtigte. Vielmehr liegt es so, daß ich mich völlig antriebslos und lustlos vor mich hin langweile. Dieser Zustand dauert seit etwa Mittwoch vergangener Woche an. Gestern erreichte dieser Zustand einen Höhepunkt, der sich durch die üblichen Symptome der Depression äußerte. Den ganzen Tag über schlief ich. Nahezu auf Knopfdruck konnte ich mich dem Schlaf hingeben, den ich als sehr selig in dieser Notlage empfand. Suizid-Gedanken hegte ich keine. Allenfalls stark frustriert war ich gestern abend. Keine Technik und nicht mein Willen ließen mich die Depression überwinden. Zu stark erschien mir deren negative Wucht auf mich und zu leicht fiel es mir, lieber zu schlafen, als mich weiter den Tag über mit der Sorge um die Depression zu quälen. Schließlich betätigte ich mittels des Schlafens den Ausknopf, um mich der Pein und Marter der Depression zu entziehen. In solchen Augenblicken fühle ich mich auf eine harte Probe gestellt. Einerseits bemächtigt sich meiner die Depression, welche ich mehrere Wochen lang nicht mehr kannte, und andererseits versuche ich in solchen Zuständen immer wieder meine in diesem Blog angebotenen Hilfestellungen selbst anzuwenden und einer Prüfung zu unterziehen. Ein wirklich wirksameres Mittel als das Schlafen konnte ich bislang jedoch in solchen derbe hemmenden Zuständen wie gerade gestern für mich noch nicht ausfindig machen. Wie in einen Schraubstock eingespannt wähnte ich mich gestern. Auf der einen Seite waren da meine Gefühle, welche sich in nämlicher Lust- und Antriebslosigkeit äußerten, und welchen ihnen das Rumoren und Gedankenkreisen auf der anderen, mentalen Ebene gegenüberstand. Direkt beeinflussen kann man keine Sphäre, allenfalls mittelbar auf sie einwirken, indem man zur Bekämpfung der starken Emotionen Antidepressiva und ähnliches konsumiert. Mittels dieser Behandlung kann man wiederum seine eigenen Gedanken erreichen und durch bewußte Handlungen sich seiner negativen Gedanken entledigen. Umgekehrt funktioniert dies nicht wirklich, denn ich habe keine leichten depressiven Episoden, sondern stets stark ausgeprägte. Für mich geht der Kampf im Jahr 2 der Zeitrechnung des Kampfes wider die Depression – mein Therapiebeginn war im Mai vergangenen Jahres – in eine neue Runde. Gestern morgen ließ ich mir einen Termin in einem Schlaflabor geben, um wider meine starke Tagesmüdigkeit und allgemeinen Schlafstörungen die Nacht über angehen zu können, indem die Ursache der Störungen herausgefunden werden sollen. Weiter werde ich das Antidepressivum wohl wechseln. Paroxetin hat bei mir hervorragende Dienste getan. Allerdings werde ich ohne Wechsel nie erfahren, ob es noch besser wirkende Mittel für mich gibt oder nicht. Augenblicklich überwiegt bei mir der Erkenntnisdrang. Vor einem Jahr setzte ich mir zum Ziel, alles auszuprobieren, was in therapeutischer Hinsicht für Depressive mögliche sei. Darunter fallen auch die Medikamente im allgemeinen und Antidepressiva im speziellen. Zwei Antidepressiva habe ich ausprobiert, Sertralin und Paroxetin. Wie das kommende Antidepressivum heißen wird, vermag ich noch nicht zu sagen. Der Kampf geht weiter und damit in eine neue Runde. Gewonnen ist noch nicht; verloren allerdings auch nicht. |