Archive for January, 2007Lebensverlängernd kann folgende Liste wirken. Was auf den ersten Blick wie Hobby, Zufall und Arbeitsleben aussieht, entpuppt sich rasch als perfider Plan, Angehörige in Sachen eigenem Suizid hinters Licht zu führen. Die Liste besteht aus mehreren Prisen ziemlich schwarzen Humors und dürfte für zarte Gemüter eher ungeeignet sein. 15 Dinge, die ein Depressiver besser nicht tun sollte: 1. In den Schützenverein eintreten Mit ein wenig Geduld fällt einem schon die 38er in die Hände. An den Kopf gesetzt wars das. 2. Fallschirmspringen Nicht erst seit Möllemanns unrühmlichem Abgang eine todsichere Methode, dem irdischen Leben zu entsagen. 3. Bergsteigen oder Hill-Climbing Ich möchte nicht wissen, wie viele Suizide hinter angeblichen Unfällen „sehr erfahrener“ Climber oder Bergsteigern stecken. 4. Segeln In so manchem Meer ziehen Haie ihre Kreise. „Schwimmen“ gehen zu wollen wäre dann ein anderes Wort für „Lebe wohl!“. 5. Wohnung im Hochhaus beziehen Ab dem 5. Stockwerk wird es in der Regel tödlich, wenn man zum Sprung vom Balkon ansetzt. Freunde und Bekannte sollten sich Gedanken machen, wenn ein solcher subtiler Schritt zum Suizid vorgenommen wird. 6. Stark-Strom-Elektriker-Lehre beginnen Für junge Suizidenten wohl eine ideale Möglichkeit, das Praktische mit dem Notwendigen zu verbinden. Keine gute Idee! 7. Praktikum in der Apotheke Kaum angekommen, öffnet sich auch schon der unheimlich große Giftschrank der Apotheke. Ideal! 8. Auto fahren – als Beifahrer Legendär ist der Ausspruch der letzten Worte des Beifahrers, bevor es krachte: „Rechts ist frei!“ Aber warum nicht? So einen heranrasenden Porsche kann jeder mal auf der Landstraße übersehen. 9. Chemiker werden Irgendwann gelangt man schon an Arsen und probiert es aus. Garantiert tödlich. 10. Werther lesen, nachdem die Freundin oder der Freund Schluß gemacht hatte Der Klassiker der klassischen Selbsttötungsdelikte. Erstaunlich, wie Bücher Suizid-Epidemien auslösen können unter bestimmten Umständen. 11. Safari in Afrika Wilde Tiere streicheln kann schiefgehen. Manche wollen gerade das. Nicht gut! 12. Technischer Defekt des Autos auf einem Bahnübergang Tragisch, tragisch! Wer kennt nicht die Meldungen aus der Zeitung, wonach ein technischer Defekt dafür verantwortlich sein soll, daß jemand mit dem Auto auf einem Bahnübergang stehen- und tapfer im Auto sitzenblieb oder an einem ungesicherten Übergang diesen überqueren wollte? 13. Vorbild Fernsehen Die Warnungen „Don´t do this at home!“ oder „Bitte nicht nachmachen�? sind doch nur was für Weicheier und nichts für hartgesottene Suizid-Anwärter. 14. An einer tiefen Schlucht das Auto wenden Tragischer Unfall! Wie konnte das passieren nach zehn Jahren Führerschein ohne Unfall? Er oder sie war doch so erfahren! 15. Unbedachte Regelmißachtung in islamischen Ländern Wer sich in Deutschland mit der falschen Frau einläßt, riskiert allenfalls, in einer Talkshow oder bei „Nur die Liebe zählt“ zu landen. Andere Länder, andere Sitten: im Iran wird man dafür bei lebendigem Leibe gehängt. PS: Werther hatte ich gelesen, mit Stark-Strom hatte ich während eines Praktikums zu tun und Fallschirm bin ich auch schon gesprungen als auch im 13. Stockwerk eines Hochhauses gewohnt. Meine Suizid-Versuche endeten stets dilettantisch – mit der Rasierklinge. Und ich habe überlebt! Abofalle? Mahnung oder gar Inkasso-Schreiben wegen angeblich zu entrichtender Gebühr? Gemeinsam bilden diese Worte fürchterliche Begriffe aus der dunkelsten Ecke der Abzock-Mafia im Internet. Doch sollte man in Fällen wie diesen tun, wenn guter Rat teuer (Rechtsberatung beim Anwalt) ist? Rasche und verständliche Hilfe kann man unter nachfolgenden Links finden. Für wichtig erachte ich die Links vor allem deshalb, da Depressive in der Regel unter Angstattacken, Unsicherheit und fehlendem Selbstvertrauen leiden. Im Rechtsverkehr, wie man Vertragsverhältnisse usf. nennt, kann das zu Problemen führen. Aus Unsicherheit heraus geben Depressive meist klein bei, anstatt sich tatkräftig zu wehren. Häufig wird ähnlich Betroffene im Internet rasch ausfindig machen können, indem man mittels Google.de nach entsprechend ähnlichgelagerten Fällen sucht. Fragen und Antworten zu häufig gestellten Rechtsfragen Die Website „Verbraucherrechtliches“ beschäftigt sich unter anderem in einer FAQ mit folgenden, hochrelevanten und wiederkehrenden Fragen und Problemen:
Textvorlagen, die man an die Abzocker schicken kann, um sich erfolgreich zu wehren Ums Betroffenen so einfach wie möglich zu machen, sich in Fällen, wie den oben beschriebenen schleunigst zu wehren, bietet eine weitere Website Textvordrucke an, die man ganz einfach in MS Word kopiert, ausdruckt und versendet. Auf gehts zum Psychiater Und wie bereits erwartet, ging dann auf einmal alles sehr rasch. Zwecks Überweisung zum Psychiater („Sonst kostet es 10€!“) suchte ich meine Hausärztin auf. Mit Nennung des Zauberwortes „massive Suizid-Gedanken“ öffnete sich das Tor zum Psychiater. Auf der Überweisung stand als Grund der Überweisung: „schwere Depression“. Schwere Depression? Was ist das eigentlich? So richtig konnte ich mir darunter nichts vorstellen. Auch konnte ich mir nicht ausmalen, was so schwer an meinem Krankheitszustand sein sollte. Ich verweigerte mich nicht unbedingt stark der Einsicht in die Diagnose, doch dachte ich damals, daß es vielen Menschen schlechter als mir ginge und ich aus diesem Grunde in eine weniger schwere Kategorie gestuft werden müßte. Welch ein Irrtum! Je mehr Informationen ich über meine Krankheit in mir aufnehme, desto mehr schwant mir mittlerweile, daß ich eigentlich unter einer sehr schweren Depression leide. Erschwerend kommt hinzu, daß ich bipolar II bin. Laut Statistik und klinischer Studien kommt da noch einiges Böses auf mich zu. Warten wir es mal ab. Mein erstes Antidepressivum Beim Psychiater endlich angelangt, entpuppte sich der Hinweis auf Suizid-Gedanken als eine Art Chiffre für schwere Depression und damit war der Einsatz von Antidepressiva in jedem Falle geboten. Bereits am ersten Tag in jenem Juni im Jahre 2006 erhielt ich mein erstes Antidepressivum verschrieben: Sertralin. Ein halbes Jahr ist seither vergangen. Davon war wenigstens die Hälfte des Zeitraums von medikamentöser Einstellung als auch Phasen der schweren Depression gekennzeichnet. Sertralin wirkte bei mir keine Wendung zum Guten. Das daraufhin verordnete Paroxetin dagegen wirkte wunder. Hoffnung und Lebenswille Erleichtert bin ich nunmehr dennoch. Mental habe ich einen neuen Fokus erhalten, der da heißt, der Krankheit trotzen zu wollen. Ich kann nicht verhehlen, daß mir gerade dies in Phasen der Depression nicht leichtfiel und noch immer nicht leichfällt, im Gegenteil. Gleichwohl arbeite ich daran, in mir einen großen Funken Hoffnung zu verankern, den man auch Lebenswillen bezeichnen könnte. Ehedem war ich derart gleichgültig, daß ich mir nicht einmal mehr im klaren war, ob ich mich umbringen und damit selbst töten, oder weiter vor mich hinsiechen sollte. Am liebsten war mir der Zustand des Schlafens mit seiner Ruhe und unbeschwerten Form des Unbewußten. Perspektive entwickeln Gegenwärtig habe ich bedingt durch viele Faktoren und Umstände wieder eine Perspektive entwickeln und erarbeiten können. Ob ich die berühmte Talsohle durchschritten habe, weiß ich nicht. Ich weiß dagegen, daß ich mich wieder nach oben kämpfen werde, ganz gleich wie tief ich noch fallen mag. Neuer Lebenssinn durch Depression? Ermuntert hierzu wurde ich paradoxerweise durch die Diagnose meiner Krankheit. Viele Depressive verkriechen sich, was ich auch lange Zeit tat und gelegentlich auf eine gewisse Art noch tue und somit durchaus verstehen kann. Vielleicht habe ich dadurch, daß ich meine Krankheit öffentlichmachte dazu beigetragen, meinem Leben unbewußt neuen Sinn zu verleihen, der höheren Idealen folgt, aber auch den Lebenswillen bei mir aufrechtzuerhalten. Niemals darf man außer acht lassen, daß ich trotz allem immer wieder suizid-gefährdet bin. Offener Umgang mit Depression Doch der offene Umgang mit meiner Krankheit hat sehr viel Unterstützung aus meinem Umfeld freigesetzt, teils an Stellen, wo ich es gar nicht vermutet hätte und teils in einer Form, die ich mir nicht einmal im Traum ausmalen konnte. Umgekehrt gab es auch vereinzelt Personen, die nicht ganz nach meinen Vorstellungen reagiert hatten, doch war auch das eine wichtige Erfahrung für mich. Überglücklich bin ich darüber, so viele Freundschaften online geschlossen zu haben, gerade über diesen Blog. Unter dem Strich bin ich zufrieden mit meiner Diagnose und dem offenen Umgang damit. Mein Leben ist wieder reicher an Erfahrungen. Wesentlichen Beitrag hierzu haben meine Medikamente geleistet, Paroxetin (Paxil/Paroxat) als auch Lamotrigin/Lamictal. Auf diese Helferlein möchte ich auch mein ganzes Leben nicht verzichten. Medikamente, die zur Gemütsbesserung führten und die Lebensgeister wieder weckten, in Kombination mit einem neuen Ziel – das stellt für mich die wundersame Kraft der Diagnose Depression dar. Wie sah es bei Dir aus? Wie verliefen Deine Diagnose und die Zeit bis dahin? Hat Dir die Diagnose abseits der Therapie-Möglichkeiten geholfen? Vertraust Du Dich Dritten an? |