Anknüpfend an den Artikel Techniken zur Krisen-Bewältigung und die DST-Methode möchte werde ich im folgenden die in dem Artikel bereits angeführten Denkfilter erörtern. Einem Zerrspiegel gleich überlagern sie jede äußerliche Wahrnehmung, so daß man letztlich jeden, Gedanken schlechtreden kann und sich automatisch in die Depression begibt.

Die 10 Denkfehler:

  1. Alles-oder-nichts-Denken
  2. Extreme Verallgemeinerung
  3. Wahrnehmungsfilter
  4. Ausblenden des Positiven
  5. Vorschnelles Urteilen: Gedankenlesen/Prognosefehler
  6. Übertreiben oder kleinreden
  7. Emotionales Schlußfolgern
  8. Zwangs-Anweisungen
  9. Schubladendenken und
  10. Personifizieren

Alles-oder-nichts-Denken

Man sieht sämtliche Vorgänge in schwarz oder weiß. Entweder, eine Sache ist schlecht oder gut. Dazwischen ist nichts. Konnte man eine Aufgabe zu 90% fertigstellen und nicht zu 100%, so betrachtet man die Aufgabe als fehlgeschlagen und sieht sich selbst als Versager an.

Extreme Verallgemeinerung

Bereits ein negativer äußerer Einfluß reicht aus, um für die Zukunft nur noch schwarz zu sehen. Typische Aussagen lauten „Das kann nur mir passieren!“ oder „Anderen geht es besser als mir!“.

Wurde man einmal auf der Autobahn von einem Rüpel geschnitten, der einen BMW fuhr, erscheinen plötzlich sämtliche BMW-Fahrer als Rüpel.

Wahrnehmungsfilter

Man sucht bei einer Angelegenheit nach einem Fehler oder einer düsteren Feststellung und verweilt darauf solange, daß ausgehend von diesem winzigen Detail allmählich die ganze Welt als schlecht erscheint.

Vom Diebstahl einer Handtasche bis hin zur Aussage, Deutschland sei ein hochkriminelles und schlechtes Land liegt dann die kürzeste Verbindung.

Ausblenden des Positiven

Wer kennt nicht die berühmten Verniedlichungs-Formeln „Das war doch nichts Besonderes!“, „Das zählt doch nicht!“ oder „Das kann doch jeder!“

Bei sämtlichen Vorgängen verweilt der Blick auf düsteren Details, die den Gesamteindruck einer Angelegenheit formen. Positive Details nimmt man nicht wahr, sondern blendet sie bewußt aus, um das negative Gefühl aufrechtzuhalten.

Kein Wunder, daß die Welt tiefschwarz erscheint. Pessimismus ist somit programmiert, denn man befindet sich in einem Teufelskreislauf.

Vorschnelles Urteilen

Mittels dieses Filters werden Prognosefehler begangen, also völlig grundlos negative Ereignisse für die Zukunft vorhergesagt.

Variante 1: Gedankenlesen
Für die Zukunft sieht man es als erwiesen an, daß jemand auf einen ablehnend reagieren wird, ohne dies jedoch zu überprüfen.

Variante 2: Prognosefehler
Man nimmt an, daß ein Ereignis einen schlechten Ausgang nehmen wird und man fühlt sich bereits überzeugt, daß die Prognose unabänderlich feststeht.

Übertreiben oder kleinreden

Die Bedeutung von Ereignissen wird übertrieben (etwa, wenn man einen Fehler macht, gehe die Welt unter) oder Ereignisse und Handlungen werden völlig unangemessen kleingeredet, bis sie kaum noch wahrnehmbar sind (beispielsweise die Fehler anderer).

Emotionales Schlußfolgern

Aufgrund eines schlechten Gefühls wird der Schluß gezogen, daß die Gefühle die Erlebnisse objektiv wiedergeben und der Wahrheit entsprechen.

Zwangs-Anweisungen

„Ich muß dies und jenes tun!“, „Ich sollte besser lernen, statt Fernsehen zu schauen!“. Mittels solcher Anweisungen versucht man sich selbst zu motivieren, ganz so, als bedürfte es der Strafe, um aktiv zu werden in einer vermeintlich unangenehmen Angelegenheit. Folge ist, daß man sich schuldig fühlt, der anderen Tätigkeit nicht nachgegangen zu sein.

Häufig werden diese Müssen- und Sollens-Befehle auch auf Dritte übertragen. „Person X hätte nicht so reagieren sollen!“, „Von Person Y erwarte ich, daß sie Z tut!“. Unausweichliche Konsequenz solcher Aussagen sind Enttäuschung und Frustration.

Schubladendenken

Schubladendenken ist eine Ausprägung der extremen Verallgemeinerung. Statt einen Fehler zu benennen, gibt man sich selbst eine abwertende Bezeichnung. Typische Aussagen leuten etwa „Ich bin ein Versager!“ oder „Ich bin faul!“.

Auf das Verhalten Dritter läßt sich das Schubladendenken übertragen, indem man andere als „Idiot!“ bezeichnet oder jemanden einen Versager schalt, weil der Person ein Fehler unterlaufen ist.

Gemeinsam ist dem Schubladendenken, daß die getroffenen Aussagen völlig überzeichnet sind und emotional aufgeladen sind.

Personifizieren oder abstempeln

Noch weiter als die extreme Verallgemeinerung und das Schubladendenken geht das Personifizieren. Man sieht sich als ursächlich an für das Fehlverhalten anderer an. „An der Misere trage ich alleine die Schuld.“ oder „Ich hätte das Ereignis X verhindern können/müssen. Das ist alles meine Schuld!“ sind charakteristische Aussagen hierfür.



Comments:
1 Comment posted on "10 Denkfehler, die jeden in seiner Entfaltung hemmen und wie man sie bekämpft"
ein Leser on April 5th, 2008 at 1:56 am #

das ist einfach brilliant und hilfreich! danke!


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