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Robert Enkes Suizid hat uns alle berührt, zumal wie in seinem Falle geschehen, er sich selbst das Leben nahm. Völlig überrascht und auch überfordert scheinen viele Menschen von der Nachricht zu sein, daß Robert Enke unter schweren Depressionen litt. Seit geraumer Zeit bereits ist er von der tückischen Krankheit, die wie in seinem Falle, tödlich verlaufen kann, betroffen. Wie geht man mit der Erkenntnis um, daß ein äußerlich gesunder und erfolgreicher Mensch Suizid begeht, um sich negativer Emotionen entledigen zu können? Anders als die Mehrheit der Menschen überrascht mich die Kunde von den schweren Depressionen des Bundesliga-Torhüters von Hannover 96 nicht, im Gegenteil, er war einer von uns. Schon seit Monaten ging die Mär von der rätselhaften Krankheit um, seine Ausfälle im Tor der Nationalelf und bei Hannover 96 seien dieser geschuldet, obgleich sich tatsächlich die Depression ursächlich dahinter verbarg, und des Fußballers Leben als auch das seiner Familie stark in Mitleidenschaft zog. Auf Fernsehbildern der vergangenen Monate wirkte Robert Enke über bereits leblos auf mich. Ablesen konnte ich dies an seinen Augen. Unsicher und völlig traurig blickte mich Verzweiflung an aus dunklen Höhlen. Da flackerte kein Leben mehr, da war der Lebensmut bereits erloschen und die Hülle folgte der Seele nach. Noch bevor die Umstände seines Todes feststanden war für mich klar, daß er der Krankheit Depression Tribut zollte. Nur wer unter schweren Depressionen über Jahre hinweg leidet, meint sich ihrer nur durch finale Handlungen wie Selbstmord entledigen zu können – ich weiß es, denn ich balancierte viele Jahre auf des Messers Schneide und wovon dieser Blog als Teil meiner Lebensgeschichte Nachweis erbringt. Genaue Hintergründe und Umstände des Suizids von Robert Enke kenne ich nicht. Entscheidend ist, daß Depressionen die tragende Rolle für dessen Ableben gespielt haben, Motivator der Selbsttötung gewesen waren. Depressionen gehen uns alle an. Depression hinterläßt nur Opfer. Niemals geht es bei Depressionen um Geld, Macht, Status oder Prominenz, sondern um den Menschen als solchen. Robert Enke war ein starker Mensch, der einen Moment der Schwäche mit dem Leben bezahlte. Ich kann in etwa ermessen, wieviel Druck, Angst und Kummer in ihm brodelte, wie sehr ihn der Energieaufwand, die Fassade nach außen hin zu wahren, bis es nicht mehr geht, belastet haben muß, bis er mit dem Tunnelblick schwerer Depressionen nicht nur innerlich schwankend auf den Zug zuschreitet und nur noch hofft, diesen riesigen Irrtum namens Leben schmerzfrei hinter sich bringen zu können. Parallelen zu ihm gibt es auch bei mir; auch ich wollte mich auf die Gleise legen, auch ich konnte irgendwann nicht mehr meine Depression verbergen, nicht einmal für eine halbe Stunde am Tag. Getan habe ich es dennoch nicht, allerdings ist das eine andere Geschichte; hier geht es um Enkes. Der Familie Robert Enkes kondoliere ich an dieser Stelle aufrichtig. Hinterlassen hat euch euer geliebter Mensch eine unentwirrbare Melange aus Trauer, Wut und Verzweiflung. Vergebt Robert, verzeiht ihm diese Schwäche; er wußte es nicht besser. Zu lieben heißt auch, loslassen zu können, ohne zu hinterfragen. Und lieben sollte man zuvörderst sein eigenes Leben. Ich habe eine besondere Einstellung zum Tode. Der Suizid respektive dessen Möglichkeit hatte für mich stets etwas Heilsames. Im sicheren Wissen, Suizid jederzeit als letztes Mittel der Wahl einsetzen zu können, ließ sich das Leben leichter ertragen; ich wurde duldsamer. Vor Augen geführt hat mir der Tod Robert Enkes die bizarre Doppelbödigkeit dieser Einstellung. Deutlich geworden ist mir, daß Vergänglichkeit nicht nur Lösung, sondern auch Problem sein kann, dann nämlich, wenn man gestalten will und Ideen besitzt. Bewußt ist mir durch Robert Enke respektive dessen Suizid geworden, daß ich dieses Leben liebe – und zwar mehr als gedacht –, daß es keinen Grund gibt darauf zu warten, es zu leben. Es gibt kein richtig oder falsch, vielmehr ist jede Entscheidung und Einstellung gleichwertig. Manche sind nutzbringender als andere und alles ist bisweilen eine Frage der Perspektive. Nehmt seinen Selbstmord zum Anlaß, euch zu hinterfragen. Schafft euch Freude im Leben, von der auch andere profitieren. Macht Fehler, aber habt die Größe, euch für selbige auch zu entschuldigen. Niemand tötet sich gerne. Nehmt Depression ernst, nehmt Robert Enke ernst. Ehrt seinen Tod, indem ihr lebt. Depressionen machen nicht vor Promis Halt, wie das Schicksal von Lady Bitch Ray beweist. Nichts ging mehr bei surrealen Rapperin Lady Bitch Ray, die sich gegenwärtig in Therapie befinde, und zwar in einer hessischen Psychiatrie. Still war es um die Vulgär-Artistin in jüngster Zeit geworden. Zurückgemeldet in den Schlagzeilen hat sich Lady Bitch Ray nunmehr mit dem Schicksal, ebenfalls Opfer von Depressionen zu sein. Ursächlich sei Arbeitsüberlastung, neudeutsch auch Burnout genannt. Aus meiner Sicht verharmlost man mit dem Begriff Burnout das eigentliche Schicksal der Betroffenen. Depressionen klingen unsexy – Burnout dagegen klingt nach der Titanic, die mit einem Eisberg kollidierte. Ersteres ist eine offene Schicksalsfrage, letzteres dagegen weist einem noch klarer die Opferrolle zu: man war zu gut für diese Welt, arbeitete in völliger Selbstaufgabe für andere und erhält als Dankeschön einen Nervenzusammenbruch. Daß Burnout ein anderes Wort für Depression ist weist der Umstand nach, daß bei Behebung der vorgeblichen Ursachen – die Arbeitslast – dennoch nicht der Burnout weichen will. Folglich spielt der Kopf die entscheidende Rolle, nicht aber die Arbeit und der damit verbundene Streß. Lady Bitch Ray bleibt zu wünschen, daß sie sich wieder fängt. Diese Wünsche begleiten jeden Depressiven. Recht hat sie, wenn sie sagt, daß der Besuch einer Klinik ein Zeichen von Stärke sei. Nur Kleingeister verzichten auf Hilfe zur Selbsthilfe. Vegetarier zu werden, ist gar nicht schwer – man muß nur wissen wie es geht. Wie man Vegetarier wird, um dieses Wissen bemühe ich mich seit knapp zwei Tagen nunmehr. Um meine Motivation, Vegetarier zu werden, kurz und knapp zuzuspitzen, sei nur gesagt, daß ich keine Lust mehr habe, ungesunde Lebensmittel in mich reinzuschaufeln. Vor allem stört mich, daß mein natürliches Sättigungsgefühl mich mehr und mehr im Stich läßt, sofern ich das esse, was ich bislang an Nahrungsmitteln vertilge. Üblicherweise sättigen Cola und Schokolade kaum bis gar nicht. Mein Entschluß, auf vegetarische Kost umzustellen, folgt nachstehendem Schema:
Vegetarier zu werden bedarf des Entschlusses. Alles weitere wird sich fügen. Im wesentlichen bin ich völliger Novize auf diesem Gebiet der Ernährung, doch halte ich eine Ernährungsumstellung für sinnvoll, denn ich fühle mich unter dem Eindruck der bisherigen Gewohnheiten einfach nicht mehr wohl. Vegetarische Kost dagegen verschaffte mir in meinen bisherigen Probeläufen ziemlich regelmäßig ein gutes Gefühl während und nach dem Essen, ohne daß ich mich übersättigt fühlte oder ich Schwankungen hinsichtlich meines Gewichtes zu gewahren hatte. Wie wird man also Vegetarier? Indem man es tut! |